[Vorgelesen] Gebrüder Grimm – Die sieben Raben

Die sieben Raben ist ein Märchen, das von den Gebrüdern Grimm aufgeschrieben wurde, und ist eines der Verwünschungsmärchen, in denen ein oder mehrere Menschen in Tiere verwandelt und wieder erlöst werden.

Verwünschungen im Märchen

Von der Story allein ähnelt Die sieben Raben durch die Verwünschung der Brüder in Tiere und Erlösung durch die Schwester auch den Märchen Die sechs Schwäne und Die zwölf Brüder. Das tschechische Märchen Die Sieben Raben, das von Božena Němcova aufgeschrieben wurde, ist ein wenig anders und verbindet, wenn man so möchte, Elemente von Die sieben Raben (Grimm) und Die sechs Schwäne, und wurde 1993 auch verfilmt.
Raben und Schwäne sind aber nicht die einzigen Tierverwandlungen in Märchen. Im Froschkönig wurde ein Prinz in einen, na klar, Frosch verwandelt, in Brüderchen und Schwesterchen wird der Bruder zu einem Rehkitz, Jorinde wird eine Nachtigall, und Schneeweißchen wird am Ende mit dem Prinzen vermählt, der in einen Bären verwandelt war.
Die Erlösung eines Menschen aus seiner Tiergestalt ist das ultimative Happy End. die Verwandlung eines Menschen in ein Tier ist immer das Resultat eines Fluchs, einer Verwünschung oder des Zaubers einer bösen Hexe/Fee. Zwar wäre der Sieg über eben jene böse Hexe schon ein schönes Ende, aber eben nicht vollständig. Erst mit dem Überwinden des Fluchs, mit der Erlösung des Menschen aus seiner unmenschlichen Gestalt, ist das Happy End vollkommen. Nur so werden Familien wieder vollständig (Die sieben Raben) bzw. nur so gibt es am Ende eine Hochzeit (Schneeweißchen und Rosenrot).

»Ich wollte, daß die Jungen alle zu Raben würden!«

Ein Mann hat bisher sieben Söhne und wünscht sich eine Tochter. Als diese zur Welt kommt und schwach ist, soll sie notgetauft1 werden. Die Brüder sollen das Wasser holen, trödeln aber etwas, und aus Angst um die Tochter und Wut auf die Söhne verwünscht der Vater seine Kinder. Sie werden zu Raben. Die Tochter erfährt erst Jahre später von ihren Brüdern und macht sich auf, sie zu erlösen.

(1) Nottaufe: Früher glaubte man, ein ungetauftes Kind kommt ins Fegefeuer. Damit ein Neugeborenes nicht ungetauft sterben und somit ins Fegefeuer statt in den Himmel muss, darf bei einer Nottaufe auch ein Laie, also ein Nicht-Geistlicher, das Sakrament der Taufe spenden. Es wird theologisch als gültig anerkannt, sollte der Säugling allerdings genesen muss eine “echte” Taufe nachgeholt werden.

„Opaaaa, liest du mir vooor?“

Ich stand ständig, das Märchenbuch schon in der Hand, vor meinem Opa, der in seinem großen Sessel saß und meistens selbst ein Buch vor der Nase hatte. Und natürlich las er mir vor. Ich möchte diese Tradition des Vorlesens wieder aufleben lassen, und selbst Märchen vorlesen…
Als ich das Märchen eingelesen habe erinnerte ich mich, dass ich es früher eigentlich gerne hörte. Es war ziemlich kurz und ich konnte es Opa oft als zusätzliche Gute Nacht Geschichte unterschmuggeln. Außerdem mochte ich das Mädchen, das seine Brüder rettet, immerhin bin große Schwester und wollte meinen Bruder damals auch immer vor allem beschützen. Nur das mit dem kleinen Finger, das fand ich nicht so prickelnd…

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