Nazis auf der FBM, Blogger gegen Blogger, und was wir tun sollten

[Warnung: Dieser Artikel wird lang. Er wird sich mit den Vorfällen auf der FBM beschäftigen, aber auch mit den Bloggern, wie sie untereinander miteinander umgegangen sind und wie wir als Blogger auf die Vorfälle reagieren können oder vllt auch sollten.]

Nazis auf der FBM

Schon im Vorfeld wurde die Frankfurter Buchmesse dafür kritisiert, dass sie eindeutig rechte Verlage zugelassen hat. Die Junge Freiheit war auch schon die letzten Jahre vertreten, ob Antaios auch schon dabei war kann ich nicht sagen weil nicht auf dem Schirm. Dieses Jahr war die Stimmung aber deutlich angespannter. Die Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rassismus einsetzt, war gegenüber des Antaios Verlages platziert und damit eine permanente Contra-Stimme gegenüber den Rechten.
An den ersten ein, zwei Messetagen passierte nicht viel. Ich bekam am Rande mit, dass es kleinere Protestaktionen gegen die Präsenz der Nazis gab, aber im Großen und Ganzen war’s das. Am Freitag änderte sich das, als ich bereits erste Berichte hörte, dass Gegendemonstranten teils körperlich angegriffen wurden, der verbale Schlagabtausch also physische Ausmaße annahm. Samstag passierte dann das, was die Bloggerblase auf Twitter zum Brodeln brachte, zumindest meine, und zunächst diejenigen, die zuhause geblieben waren (dazu gleich mehr). Während der Buchpräsentation Mit Linken leben gab es bereits Gegenproteste, als Björn Höcke die Bühne betrat, wurden diese lauter. Schließlich wurden einige dieser Gegendemonstranten von Götz Kubitschek tätlich angegriffen. (Anm: Ich fasse zusammen, was ich aus Berichten auf Twitter ersehen konnte). Von verletzen Demonstranten wurden Personalien von der Polizei aufgenommen und Platzverweise an sie verteilt, die rechten Täter konnten ungehindert gehen. Danach wurde die rechte Lesung von einer Polizeikette abgesperrt, die allerdings nicht die Veranstaltung des Antaios Verlages im Auge behielt, von der aus wohl massive Provokationen ausgingen, „Alle hassen die Antifa“ skandiert und der Hitler Gruß gezeigt wurde, sondern die Gegendemonstranten. Fühlt sich nach diesen Berichten an wie eben jede Antifa-Demo – prügelnde Nazis werden beschützt, laute aber friedliche Gegendemonstranten werden kriminalisiert.

Die Frankfurter Buchmesse hat im Vorfeld erklärt, sie lasse deswegen auch rechte Verlage zu (sie lädt sie nicht ein), da in Deutschland Meinungsfreiheit herrsche. Meinungsfreiheit ist gerade in der Literatur (und Journalisten-) Szene ein hohes Gut, wenn nicht das höchste. Ein solches Gut, dieses hart erstrittene Menschenrecht, das nach wie vor nicht in allen Ländern der Welt gilt, tritt man nicht gerne, schränkt es nicht gerne ein und lässt lieber zu viel zu als zu wenig.
Man muss aber auch sehen, in welcher Staatsform dieses Gut historisch gedeiht: in einer Demokratie. Es daher fast schon widersprüchlich, Leuten dieses Recht zuzugestehen, die eben jene Demokratie und Meinungsfreiheit abschaffen wollen, auf die sie sich derzeit gerne berufen. Meinungsfreiheit, ebenso wie Religionsfreiheit, Redefreiheit, Recht auf Demonstration, etc…all diese Bürger- und Menschenrechte sind meiner Meinung nach unanfechtbar. Doch damit diese unanfechtbar bleiben, muss die Demokratie bestehen bleiben, und nach den aktuellen politischen Ereignissen nicht erst seit November 2016 ist sie nicht mehr selbstverständlich. Aktuell müssen diejenigen, die in einer Demokratie bzw. Freien Gesellschaft leben wollen (ja, dazu zähle ich auch anarchistische Gesellschaftskonzepte), sie verdammtnochmal auch verteidigen. Und wenn das bedeutet, dass Nazis keine Bühne geboten wird, auch nicht auf einer wirtschaftlichen Messe, dann hat man Nazis keine Bühne zu bieten. Man verbietet sie und ihre Meinung nicht. Man macht es ihnen aber schwer, ihre hasserfüllten, menschenfeindlichen und menschenunwürdigen Botschaften unter die Menschen zu bringen.

Deswegen, liebe Frankfurter Buchmesse, lass auf der Buchmesse nächstes Jahr bitte keine rechten Verlage zu. Ich denke, auf das Geld kannst du auch verzichten, vor allem in Hinblick auf Marcel Reich-Ranicki. Zudem ist die Sicherheit der anwesenden Gäste ganz offensichtlich nicht gewährleistet. Menschen mit wie auch immer gearteten Migrationshintergrund, ob man es ihnen nun ansieht oder nicht, linksorientierte Menschen, ob man es ihnen nun ansieht oder nicht, Menschen, die sich schlicht gegen Nazis äußern, ob nun laut oder leise – sie alle sind nicht sicher und sind der Gefahr von Gewalt ausgesetzt. Verbaler Rassismus ist dabei ebenso Gewalt wie die Faust im Gesicht, sie sieht nur anders aus und verletzt auf andere Weise. Es ist dennoch Gewalt. Und als Person, der man das „Linkssein“ ziemlich eindeutig ansehen kann, möchte ich mich auch in den nächsten Jahren über die Messe bewegen können, ohne befürchten zu müssen, von rechten Kackbratzen angegangen zu werden.
Die Frankfurter Buchmesse braucht keine Nazis. Die Nazis währen die ersten, die den internationalen Austausch unterbinden und abschaffen würden.
Niemand braucht Nazis.

Wieso kam so wenig von den anwesenden Bloggern? Und wieso zerfleischen wir uns gegenseitig?

Blogger leben quasi auf Twitter, und die Nachricht von den oben beschriebenen Vorfällen verbreitete sich recht schnell. Auf den Schritt folgten aber auch gleich die Fragen, warum denn die anwesenden Buchblogger nichts schreiben. „Hallo, es ist nicht alles kuschelflauschig, ihr Einhornversteher, hört auf, die Realität auszublenden und schreibt gefälligst drüber.“ Überspitzt formuliert, trifft es aber ganz gut.

Ich weiß nicht, wieviele von meinen Leser*innen schon auf einer Buchmesse waren, egal ob Leipzig oder Frankfurt. Wer noch nicht dort war, hat vielleicht keine Vorstellung davon, wie unfassbar riesig schon alleine eine Halle ist. Es kann also durchaus passieren, dass man in derselben Halle ist, in der ein Übergriff von Nazis auf Gegendemonstranten erfolgt, der auch lautstark begleitet wird – und man bekommt absolut nichts davon mit. Entweder hört man es gleich gar nicht – sehr wahrscheinlich – oder man bekommt ein bisschen mit, denkt sich aber nichts dabei oder ordnet es einer der zig Veranstaltungen zu, die es auf den Messen gibt. Die wenigsten werden an einen gewalttätigen Übergriff denken, wenn sie es nicht direkt sehen bzw. miterleben. Wenn es also schon schwer genug ist, in derselben Halle etwas mitzubekommen, so ist es ungleich schwerer, außerhalb davon von welchen Ereignissen auch immer zu erfahren.

Der sonst perfekt geölte Flurfunk Twitter setzt auf den Messen aus. Nicht unbedingt, weil das Netz überlastet ist, sondern, wie Anna es so schön formulierte: „Die Messen sind das einzige, wo im Real Life mal mehr passiert als auf Twitter. Natürlich diskutieren wir dann mehr im Real Life.“ Obwohl das schon auf die Vorwürfe gemünzt war, die Buchblogger würden sich zu wenig äußern, trifft Annas Aussage das Messeleben im Kern. Natürlich wird getwittert – aber gelesen wird wenig. Man kann endlich mit ein paar der Menschen, die man sonst nur online kennt oder eben nur zu Messen trifft, auch von Angesicht zu Angesicht sprechen. Twitter und die restlichen Social Media Kanäle werden zwar bedient, aber deutlich reduziert konsumiert. Der Begriff der „Blase“ trifft auf die Messen ganz besonders zu, weil man einfach abgeschnitten ist von der Informationsflut.
Von den Übergriffen am Samstag habe ich z.B. erst auf dem Weg von der Messe zu meiner Unterkunft erfahren. Über Twitter. Als ich endlich Luft hatte, mehr als zwei Nachrichten weit zu scrollen. Ich habe Videos, auf denen Menschen „Alle hassen die Antifa“ skandieren, sofort meiner Messe-WG gezeigt, und natürlich haben wir auch verfolgt, was da weiter kam.
Ich hatte meinen vierten Messetag hinter mir, einige von uns ihren dritten, und für mehr als Retweets hatte ich keine Kraft. Wofür wir alle aber Kraft hatten: Diskutieren. Untereinander und im Real Life. Das war irgendwie naheliegender als Twitter. Bei bestellter Pizza und Schokolade haben wir uns ausgetauscht, was wir von den Vorfällen halten (Nazis sind scheiße und gehören nicht auf die Messe), ob ein Messeboykott sinnvoll ist wie auf Twitter angesprochen wurde (nein, aber dazu später mehr), wie wir darauf reagieren wollen usw.

So weit, so gut. Oder auch nicht. Denn sehr viele Blogger, die nicht auf der FBM waren, fingen nun an, die Blogger auf der Messe dafür zu kritisieren, dass sie so still waren und sich nicht äußerten. Ohne jemanden in Schutz nehmen zu wollen, aber viele haben es erst sehr viel später mitbekommen, wenn überhaupt. Andere haben sich außerhalb von Social Media ausgetauscht. Zumindest bei allen Bloggern, die ich getroffen habe, war der Samstagabend Tagesthema! Wieder andere wollen oder können sich erst später äußern.
Und vermutlich sehr, sehr viele, werden es leider gar nicht tun. Deswegen aber erstmal blind auf alle anwesenden Messeblogger einzudreschen verfehlt für mich das Ziel. Es wurde nicht differenziert wurde, auch nicht differenziert werden konnte, weil Twitter dafür einfach nicht die geeignete Plattform und das Thema einfach zu aufgeladen und wichtig ist. Doch sogar ich, die sich sonst gut aus der Bloggerblasendefinition ausklammern kann, fühlte mich angegriffen. Vielleicht, weil ich auch schon Samstag mehr schreiben wollte als ich konnte, weil ich das Gefühl hatte, mich positionieren zu müssen, obwohl meine Position zu Nazis allen klar sein dürfte, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte obwohl ich keins zu haben brauchte. Ich fühlte mich angegriffen, denn obwohl ich mich zu den Personen zähle, die politisch interessiert und auf welche Art auch immer engagiert sind, so auch von anderen wahrgenommen werde, wurde mir, als Teil der Buchbloggerblase, vorgeworfen nicht politisch zu sein, dass mir die Nazis wohl egal und Kuschelparties mit Bloggern wohl wichtiger sein. Da hilft es auch nichts, mir hinterher zu sagen, ich sei nicht gemeint. Ich WEISS dass ich nicht gemeint bin. Aber ich werde mitbezeichnet.

Das ist ein fieses Gefühl, ganz besonders, weil ich weiß, was die kritischen Stimmen meinen: Die Buchblogszene ist allgemein sehr unpolitisch, manchmal zu unpolitisch, und, wie Elif anmerkte, oft zu still. Und sie hat Recht. Ob man das allerdings ändert, indem man innerhalb kürzester Zeit mit einem Baseballschläger virtuelle Schellen verteilt, bevor überhaupt irgendwer Zeit gefunden hat, was zu sagen, bezweifle ich an dieser Stelle einmal.

Und jetzt?

Die Ereignisse der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt zeigen, dass die Literaturszene nicht unpolitisch ist (und übrigens niemals war), und dass auch wir als Buch- und Literaturblogger uns positionieren müssen. Auch diejenigen, die lieber nichts politisches schreiben und ihre rosarote Zuckerwattewolke von Bloggerszene behalten wollen, denn diese Zuckerwattewolke wird schnell verschwinden wenn Nazis mehr und mehr Raum bekommen. Denn Nazis sind vieles, aber bestimmt nicht zuckerwatteflauschig.

Es hilft aber auch nicht, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen. Gerade jetzt, wo die AfD in Bundestag sitzt, Bernd Höcke doch nicht aus der AfD ausgeschlossen werden soll, Nazis von der Polizei unbehelligt jetzt auch auf Buchmessen prügeln können und die Politik in den westlichen Industrienationen allgemein rechter wird, müssen wir zusammenhalten. Wir als Blogger haben mit unseren Blogs und anhängigen Social Media Kanälen eine Plattform, eine Stimme. Ich nutze sie schon länger für gesellschaftliche Themen wie Feminismus oder Solidarität mit Flüchtlingen. Elif schreibt regelmäßig über Rassismus in der Literatur. Anna und viele andere Bloggerinnen setzen sich mit Sexismus auseinander. Fabian und Jan fordern immer wieder mehr Diversity und Sichtbarkeit von LGBTQ*. Ich würde mich freuen, wenn andere Blogger*innen nachziehen.

Übrigens hilft es meiner Meinung nach auch nicht, die FBM jetzt boykottieren zu wollen. Wegen dieser Vorfälle? Ernsthaft, wenn ich jedes Mal das Feld räumen würde, wenn Nazis, Rassisten, Sexisten und andere mir das Leben schwer machen, könnte ich das Haus nicht mehr verlassen. Außerdem, und das ist noch viel wichtiger, entzieht man dann auch linken Verlagen wie dem Verbrecherverlag, Edition Nautilus sowie Stiftungen wie der Amadeu-Antonio-Stiftung die Unterstützung und ggf. Solidarität, die sich auch auf den Messen gegen Rechts einsetzen.

Ich fordere genau drei Dinge:

  1. Ich fordere Blogger*innen auf einzusehen, dass die Literaturwelt politisch ist und auch die Buch/Literaturblogs davon auf lange Sicht nicht unangetastet bleiben. Es war seit Jahrzehnten nicht so wichtig wie jetzt, politisch zu sein und sich für eine demokratische, vor allem freie Gesellschaft einzusetzen.
  2. Ich fordere Geduld und ehrlich gesagt auch Verständnis von Blogger*innen, die bereits politisch unterwegs sind, für Blogger*innen, die jetzt erst langsam anfangen. Ich fordere, dass wir uns nicht gegenseitig zerfleischen. Auf andere pauschal einzudreschen, nur weil manche Blogger*innen die Nazi-Stände nicht permanent bewacht und es gewagt haben, Spaß auf der Messe zu haben. Seid solidarisch.
  3. Keine rechten Verlage, keine Nazis auf den Buchmessen! Der Vollständigkeit halber: Nazis braucht keiner irgendwo.
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57 Gedanken zu “Nazis auf der FBM, Blogger gegen Blogger, und was wir tun sollten

  1. Hallo Mareike, danke für deinen Beitrag!
    Ich habe ja auch diejenigen kritisiert, die sich nicht zu Samstagabend oder anderen Vorfällen geäußert haben, richtete mich da allerdings hauptsächlich an Beiträge, die „Oh, wie wunderschön war alles auf der FBM!“ als alleinige Aussage hatten. Dass es nicht realistisch ist, schon Samstag um 22 Uhr einen langen Beitrag zu veröffentlichen, ist ja klar. Aber auch Sonntag, gestern und heute kam so was. Jeder einseitig flauschig-fröhliche Beitrag fühlt sich immer noch an wie ein Schlag ins Gesicht und es gibt leider nach wie vor Blogger*innen, bei denen ich einfach keine Auseinandersetzung mit dem Thema erwarte. Umso mehr freue ich mich dann am Ende, falls sie doch was sagen. Aber ich hoffe, dass ich mit meiner Kritik zeigen konnte, was ich meine, nämlich deine Forderungen am Ende: Bitte werdet laut, bitte nutzt eure Plattform.

    Liebe Grüße, Cindy

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    • Hey Cindy,

      Ich habe auch schon mit Elif gesprochen, die ja auch kritisiert hatte, dass sich so wenige äußern. Inzwischen kann ich das auch besser verpacken, aber in dem Moment, also Samstag und Sonntag, ging bei mir gar nichts mehr. Und genausowenig, wie ich die FBM17 100%ig supidupi fand finde ich sie zu 100% scheiße. Ich befürchte, dass sich da noch ein Graben auftun könnte, frei nach dem Motto „Wie konntest du auf dieser FBM Spaß haben“. Von mir aus können die Leute auch erstmal ihre schönen Erlebnisse posten, aber wie du schon sagst, irgendein Statement, und wenn es nur auf Twitter/FB ist, wäre toll um zu sehen: den Literaturbloggern geht es nicht nur um die Neuerscheinungen…
      Insgesamt denke ich aber, dass wir politischen/politisch interessierten Blogger*innen uns einig sind: Fresse halten geht nicht mehr, und es frustriert, dass so viele in „unserer Szene“ es tun. Hoffen wir auf eine Besserung 🙂

      Cheerio und fühl dich gedrückt,
      Mareike

      Gefällt 3 Personen

  2. Hallo,
    einen sehr schönen Beitrag hast du geschrieben. Ich war auch auf der FBM und fand es auch wirklich toll, aber dieses riesige Polizeiaufgebot fand ich ganz furchtbar. Und auch die brüllende Masse habe ich am Samstag gehört, aber nur vom weitem. Und das alles hat mir die FBM etwas madig gemacht. Klar möchte ich gerne wieder nächstes Jahr hin, aber dann ohne Nazis. Und dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen und drückt so vieles aus, was ich nicht so gut schriftlich ausdrücken kann.
    Aber wenn ich mein Fazit zur FBM schreibe, wollte ich mich auch dazu äußern. Denn wenn mich einer gefragt hat, wie ich denn die Buchmesse fand, habe ich gesagt: „Es war wieder sehr schön, aber ich bin der Meinung, das Nazis nicht auf eine Buchmesse gehören.“ (Sinngemäß jetzt.)
    Und das Aber hinter dem es war sehr schön hat einfach diesen fahlen Beigeschmack.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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  3. Du sprichst hier etwas an, was mir die letzten Tag negativ aufgefallen ist. Scheinbar macht(e) man den Besuchern indirekt Vorwürfe, weil sie nur nette Sachen von der Messe gepostet haben. Auch diese LeserInnen werden die Vorfälle sicher später (aus dem Netz) erfahren haben und entsetzt gewesen sein. Trotzdem äußern sie sich evtl nicht dazu, weil sie nicht möchten/können/wollen – sind ja auch einige junge Blogger dabei, wo sicher nicht jeder dem Mum hat, online sich offen zu äußern.
    Ich selbst war nur Donnerstag da. Ich werde in meinem kleinen Bericht nur kurz auf diesen Vorfall eingehen – Eine Notiz am Ende – und im restlichen Beitrag die feine Buchmesse wiedergeben. Was nicht heißt, dass ich so etwas nicht verurteile! Ich war nur nicht dabei. Komme aber aus einem Beruf, wo ich mit so was bereits mehrfach konfrontiert wurde (Meinungsfreiheit, man „darf“ so lange nichts machen, bis eine Straftrat vorliegt) aber man kann so etwas auch geschickt als Veranstalter umgehen 😉

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    • Ahoi!
      Ich denke auch, dass viele junge Blogger*innen sich nicht politisch äußern werden. Sei es aus Angst vor rechten Kommentaren oder weil sie ihren politischen Standpunkt noch nicht richtig in Worte fassen können. Das ist auch absolut okay, ich wusste mit 16 auch nur, dass ich gegen Nazis bin. Trotzdem möchte ich auch dem Bloggernachwuchs signalisieren, dass man auch mit einem Buchblog politisch sein kann. Nicht in jedem Beitrag, vielleicht auch nicht jeden Monat, aber man kann Stellung beziehen.

      Und ganz ehrlich: eine kleine Notiz reicht (zumindest mir). Es zeigt einfach, dass die Vorfälle nicht egal sind, egal ob man dabei war oder nicht 🙂

      Cheerio
      Mareike

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  4. Pingback: Die Buchmesse: von Vielfalt und Reaktion - ~Schreibtrieb~

  5. Hi Mareike,

    auf den Beitrag habe ich schon gewartet, seitdem du ihn auf Twitter angekündigt hast. Vielen Dank für die Zusammenfassung, ich finde du bringst es auf den Punkt.

    Ich bin ehrlich gesagt ganz geschockt davon, wie viele hetzerische Kommentare unter den Tweets zu den Vorfällen auf der FBM waren. Das rechtes Geschwafel im Internet zu finden ist, war mir klar, aber jetzt nutzen die echt jede Möglichkeit sich zu äußern und werden darin auch noch bestärkt.. mir macht das richtig Angst.

    Mal abgesehen davon kann man dan erst recht nicht noch Gegenwind aus den eigenen Reihen gebrauchen..

    Mit deiner Aufforderung zum politischen Bloggen hast du vollkommen Recht. Wir brauchen zu dieser Zeit eine klare politische Haltung und anscheinend auch noch jede Menge Aufklärung..

    Fühl dich gedrückt
    Melli

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    • Hallo Melli,

      Ich kann verstehen, dass die Zunahme von rechten Kommentaren und vor allem der immer offenere Umgang damit Angst macht. Trotzdem muss man dagegen stehen, denn Angst lähmt in der Regel, und dann kann man nichts mehr machen. Mal sehen wie sich das alles entwickelt…

      Cheerio
      Mareike

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  6. Super Beitrag!! Ich war nicht in Frankfurt, allerdings gab es dieses Jahr in Leipzig ja auch schon kleinere „Tumulte“ um dem Compact-Stand. Was auch einen bitteren Beigeschmack hinterließ. Die Veranstalter und Sicherheitsleute wirkten relativ überrascht – soweit man das als Besucher natürlich beurteilen kann. Aber derartige Vorfälle machen eine andere Planung / Organisation sowie öffentliche Debatten für künftige Buchmessen und ähnliche Veranstaltungen unumgänglich.
    Kultur und Literatur sind immer auch politisch gewesen – und es ist gut möglich, dass dieses Sprachrohr aufgrund aktueller gesellschaftlicher wie politischer Entwicklungen wieder umso wichtiger wird. Und das sollte sich, wie du geschrieben hast, auch in der Blogwelt widerspiegeln!

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  7. Hallo meine Liebe,
    erst einmal vielen Dank, dass du in aller Ausführlichkeit darüber geschrieben hast. Jetzt habe auch ich die letzten Puzzlestückchen um die Twitterstückchen zusammen zu setzen.
    Und dann vielen Dank für deine Worte. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen und hoffe, dass du niemals den Mit verlierst!
    Du bist eine großartige Bloggerin und man kann dich wirklich nur bewundern.
    Ich für meinen Teil habe zum Thema Bundestagswahl einen Beitrag gemacht und werde wohl in diesem Sinne weiterhin politisch Posten, wenn ich einen Beitrag zusammen geschrieben bekomme.
    Mach weiter so.
    Alles Liebe,
    Deine Ella ♡

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    • Hallo Ella!
      Danke für die Komplimente 🙂 Ich finde es toll, dass du etwas zur BTW geschrieben hast. Wenn du mal wieder was politisches schreibst, gib mir gerne bescheid 🙂

      Cheerio
      Mareike

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      • Hallo Mareike:)
        Ich gebe dir gerne Bescheid und ich werde auf jeden Fall wieder etwas schreiben, es gibt einfach viele Dinge, die einen heutzutage aufregen 🙂 Und du mach auch weiter ♡
        Ella ~

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  8. Du hast einen sehr interessanten Beitrag geschrieben und ich stimme dir in vielen Punkten zu. Allerdings vertrete ich zum einen oder anderen Punkt doch eine etwas andere Meinung.

    Zuerst noch kurz zu meiner politischen Einstellung, damit wir uns nicht zu Beginn schon falsch verstehen. Ich wähle schon seit langer Zeit die Linke (abwechselnd mit den Grünen), kann mit rechter Ideologie überhaupt nichts anfangen und verurteile die Geschehnisse auf der FBM zutiefst.

    ABER… da kommt das große aber… ich akzeptiere unsere Grundrechte auf Meinungsfreiheit und die demokratischen Werte mit allem was dazu gehört, ungeachtet dessen ob sie mir gefallen oder nicht. Das nennt man Toleranz anders denkender gegenüber. Denn das, was man von anderen einfordert, das muss man auch Menschen zugestehen, die eine gänzlich andere Meinung vertreten. Egal wie verdreht das Gedankengut auch sein mag. Es zwingt mich ja keiner die Meinung zu teilen und ich kann auch friedlich dagegen demonstrieren.

    Ich mag keine Nazis, ich mag sicher keine AfD. Dennoch haben auch diese Gruppierungen ihre Rechte und Freiheiten. Deswegen haben sie auch das Recht auf einer kommerziellen Messe vertreten zu sein. Sollte unsere Bundesregierung eines Tages den Eindruck haben, der Verlag müsse verboten werden und er wird es in Folge dessen auch, DANN muss er auch von der Büchermesse fern bleiben. Bis dahin darf der Verlag durchaus seinen kommerziellen Interessen nachgehen.

    Ich fand im September schon befremdlich, wie man auf eine demokratisch gewählte Partei so dermaßen verbal einprügeln kann wie es tatsächlich passiert ist. Diese Reaktionen hatten weder etwas mit den Grundrechten noch mit Demokratie zu tun und sind ebenfalls zu verurteilen, weil man damit versucht, die Rechte unliebsamer Individuen zu beschneiden und die der eigene Position zu stärken. Das ist in meinen Augen einfach nicht richtig.

    Der letzte Punkt „Buch-Blogger müssten sich politisch zeigen“ . Ich hab nicht so ganz verstanden warum?

    Jeden Tag wird man von politischen Themen aus den diversen Medien nahezu tot geprügelt. Warum kann ein Blog nicht ein Ort sein, an dem es einfach nur um unser Hobby und dessen schöne Seiten gehen kann? Mein Blog und alles was ich bis jetzt jemals im Internet gemacht habe (auf Internetseiten eingeschränkt) , war schon immer unpolitisch.

    Ich schreibe lieber über Bücher oder alles andere was mir sonst Spaß macht. Meinungen natürlich auch, nur keine politischen. Ich habe als Blogger keinen journalistischen Auftrag und wüsste nicht, warum ich meinen Freiraum, in dem ich mich einfach kreativ entfalten kann und möchte, zur politischen Bühne werden lassen müsste?

    Und so werde ich es in Zukunft auch halten. Und nur weil ich mich auf meinem Blog nicht politisch äußere, heißt das nicht automatisch mir wären Politik oder Nazis egal. Ein Buch-Blog ist nur einfach keine Plattform dafür.

    Meine Meinung dazu wird jetzt sicher nicht jedem gefallen, aber auch da geht die viel geforderte Toleranz bereits los. Andere Meinungen anhören, aber man muss sie eben nicht teilen 😉

    Liebe Grüße,
    Alex

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    • „Ich fand im September schon befremdlich, wie man auf eine demokratisch gewählte Partei so dermaßen verbal einprügeln kann wie es tatsächlich passiert ist. Diese Reaktionen hatten weder etwas mit den Grundrechten noch mit Demokratie zu tun und sind ebenfalls zu verurteilen, weil man damit versucht, die Rechte unliebsamer Individuen zu beschneiden und die der eigene Position zu stärken.“

      So lange sich das ganze innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit bewegt, sehe ich hier keinene Konflnkt zu unserer Demokratie. Die „geprügelte“ Partei dürfte ja genauso fromm frei prügeln und hatte auch kein Problem damit auf andere Verbal loszugehen.
      Also ich denke diese Aussage widerspricht so dem was du oben noch vertrittst? Oder nicht?

      Zum anderen, ein Messeveranstalter hat eine gewisse Verplichtung seinen Besuchern über, und auch wenn man eventuell den Verlagen keine direkte Schuld an den Auseinandersetzungen kann, wenn ihre Anwesenheit bereits genügt die Wohl der Besucher zu gefährden, dann muss man eben darüber nachdenken hier ein Hausverbot auszusprechen.

      Allerdings, die im Bericht genannte provakante Gegenüberstellung zeugt schon Grundsätzlich von einem sehr kurzsichtigen Messemanagment hier.

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      • Naja, der Wahlkampf zur Bundestagswahl war insgesamt eher beschämend. Da war keine Seite besser als die andere und niemand hat sich mit Ruhm bekleckert.

        Was natürlich richtig ist, die beiden Fronten in einer Halle direkt gegenüber zu platzieren. Da kann man in der Tat nur mit dem Kopf schütteln, denn die Folgen hätte die FBM selbst erkennen müssen. Diesen Fehler werden sie hoffentlich nächstes Jahr nicht mehr machen 🙂

        Liebe Grüße,
        Alex

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    • Ich sehe es ähnlich wie du. Ich finde nicht, dass ein (Buch-)Blogger politisch äußern muss. Dafür sind wir ja Buchblogger und keine Politikblogger. Ich finde es aber gut, wenn man seine Reichweite nutzt und auf (gesellschaftliche) Missstände aufmerksam macht und Stellung bezieht

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      • r. Ich finde es aber gut, wenn man seine Reichweite nutzt und auf (gesellschaftliche) Missstände aufmerksam macht und Stellung bezieht

        Das ist „sich politische äußern“ 😀 Du musst nicht sagen „Ich wähle die Grünen und finde das Wirtschaftsprogramm der FDP doof“ um politisch zu sein.

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      • Ich weiß 😉 ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ein Buchblogger sich meiner Meinung nach nicht politisch äußern/positionieren MUSS, ich es aber gut finde, wenn er es tut. Ich reagiere auf dieses Wörtchen „muss“ manchmal ein bisschen allergisch. Weil es indirekt impliziert „Wer als Buchblogger keine politische Position ergreift, ist kein richtiger Buchblogger“

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  9. Hallo Mareike,

    definitiv ein toller Beitrag und ich gebe dir auf jeden Fall Recht Nazis braucht niemand irgendwo.
    Auch was die Buchblogger betrifft, die auf der Messe waren: Mir ging es auch so. Ich habe von diesen Übergriffen erst gelesen als ich spätabends im Bett war und wahrscheinlich hatte ich das größte Kontrastprogramm, was man überhaupt dazu haben kann. Ich habe mir draußen die ganzen bunten Cosplayer und ihre Kostüme angeguckt, weil es mir in den Hallen viel zu voll war.
    Natürlich wusste ich, dass Verlage der sogenannten Neuen Rechten auf der Buchmesse vertreten sein werden, aber ich habe diese eben auch ignoriert, da sie nicht meine Meinung repräsentieren.
    Ich finde es toll, dass du so politisch engagiert bist. Über die letzten Jahre gerade auch in Bezug auf die AfD und ihre Erfolge merke ich selber auch an mir, dass ich politischer werde und mich auf jeden Fall auch mehr für Demokratie einsetzen möchte, aber ich habe da noch nicht den für mich klaren Weg gefunden. Da scheinst du auf jeden Fall schon weiter zu sein und eine für dich klare Linie zu haben. Das finde ich bewundernswert.
    Ich finde, es ist einfach ein wahnsinnig schwieriges Thema, mit dem man sich natürlich dennoch auseinandersetzen sollte und muss. Letztes Jahr im April gab es hier in meinem Ort beispielsweise eine rechte Demo und da bin ich schon ein wenig stolz auf meine Stadt, dass die Gegendemonstration deutlich größer war und die Rechten gar nicht vom Fleck gekommen sind. Bei der Demo durch die Stadt und den Kundgebungen war ich dabei, aber am Bahnhof, wo Rechte und Linke aufeinander getroffen sind, habe ich mich doch lieber ausgeklinkt. Glücklicherweise blieb es hier weitestgehend ruhig, dennoch war es auf der anderen Seite auch bedrückend, weil ich mitten in dem Gebiet gewohnt habe und ich nicht wusste, ob es nicht vllt doch noch zu Gewalt kommt und es war auch ziemlich komisch, morgens Brötchen zu holen, bei wirklich sehr hoher Polizeipräsenz. Ich habe glaube ich noch nie so viele Polizisten auf einem Haufen gesehen.

    Ich werde sicher noch länger über deinen Beitrag und die Forderungen nachdenken. Chapeau, dass du den Mut hast deine Meinung so deutlich zu äußern. Ich finde es gut, auch wenn ich da selber noch nicht so klar bin wie du.

    LG, Moni

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    • Hallo Moni!

      Man muss nicht immer schon den perfekten Weg gefunden haben, wie man sich gegen Nazis und Faschisten einsetzt. Ich habe den übrigens auch nicht 😉 Aber das für mich einfachste ist, den Mund aufzumachen. Wenn Linke und Rechte aufeinandertreffen und es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt bin ich auch nie dabei. Ich habe in so einer Gemengelage einfach keine Chance. Man muss schlichtweg abwägen, wo die eigenen Stärken liegen, und meine liegen im Schreiben und Schnacken. Lautstärke ist variierbar 😀

      Alles Liebe,
      Mareike

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  10. Ich war nicht auf der Buchmesse und bin auch nicht auf Twitter, wodurch ich gerade erst von den Geschehnissen erfahren habe. Im Vorfeld habe ich die Diskussion jedoch auch verfolgt und schon einmal woanders meine Meinung dazu geäußert.

    Ich denke auch, dass eine offene Gesellschaft auch unliebsame und weniger offene Meinungen aushalten muss. Zudem muss sie sich diesen Meinungen entgegenstellen und die Werte einer offenen Gesellschaft „verteidigen“ (ich denke, es ist klar, dass ich damit keine Gewalt etc. meine) Es wäre also eine große Chance seitens der Veranstalter gewesen, einen Diskurs vor Ort zu ermöglichen, um ein Signal an betreffende Verlage zu senden.
    Unverständlich finde ich daher, warum „verfeindete“ Verlage gegenüber platziert werden, nicht auf die allgemeine Sicherheit stärker geachtet wird und es keine thematische Aufarbeitung gibt.

    Grundsätzlich bin ich aber ein Freund davon, auch das positive in solchen Momenten zu sehen, nämlich die Diskussion. Was uns selbstverständlich erschien, was wir als allgegenwärtig hinnehmen, entspricht nicht der Realität: Toleranz und Respekt sind nicht allgemeingültig – nicht in Bezug auf die Herkunft, das Geschlecht , die Religion etc.

    Rassismus, Diskriminierung – all das gab es schon immer und wir alle haben es nur zu gerne kleingeredet oder übersehen. Doch inzwischen können wir das nicht mehr und hier liegt die große Chance.
    Dass hat nichts mit Politik zu tun, links, rechts, grün oder kariert – sondern mit der ganz einfachen Fragen: Was für ein Mensch möchte ich sein?
    Andere Menschen unterstützen, ihnen Respekt entgegenbringen oder sie vielleicht ganz schlicht in Frieden zu lassen kann jeder, als Blogger oder Leser, mit Zuckerwatte oder Ecken und Kanten.

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  11. Liebe Mareike
    Dein Beitrag löst folgende Emotionen bei mir aus:
    1. Stolz. Dein Beitrag ist super geschrieben und ich bin doch etwas stolz auf dich, dass du dich so gekonnt und gut ausdrücken kannst. Stolz, dass ich so eine tolle Bloggerfreundin habe und du solche wichtige Themen ansprichst. Fühl dich virtuell auf die Schulter geklopft.
    2. Dieses „Ich hol meine Mistgabel hervor, setze mich vor den Laptop und schreibe einen politischen Beitrag.“ Besonders dein Apell am Ende ist sehr motivierend und ich will mich nun etwas mehr mit Politik auseinander setzen.
    3. Etwas Hilflosigkeit und Scham. Ich habe mich nie gross für Politik interessiert. Erst seit ich abstimmen darf, befasse ich mich bei jeder Abstimmung intensiv damit (Die Schweiz hat immer wieder irgendwelche Abstimmungen). Aber durch die Gespräche die wir auch in der Messe WG hatten, musste ich feststellen, dass ich keine Ahnung von Politik habe, zumindest nicht von eurer. Ich kenne in der Schweiz die Parteien, weiss welche wo steht, welche ich nie wählen würde und welche ich unterstütze. Aber ich will und muss mehr wissen was gerade läuft, mich nicht nur mit der Schweiz beschäftigen sondern auch mit anderen Ländern, was wo wieso abläuft. Für meine Unwissenheit schäme ich mich ein bisschen. Aber das will ich aufholen.
    4. Tatendrang. ich will gerade sämtliche Bücher über Feminismus, Sexismus, Diskriminierung etc. lesen. Excuse me während ich deinen Blog durchforste und meinen Horizont erweitere.

    Danke für deinen Beitrag. ❤

    Fühl dich umarmt.
    Julia

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    • Huhu Julia!
      Soll ich dir was sagen? Ich habe null Plan von der Schweizer Politik! Ich bekomme nur das mit, was ab und an in der Presse landet, wie die Abstimmung zu den Minaretten vor ein paar Jahren. Deswegen finde ich es gerade sehr bewundernswert, dass du dich neben der Politik bei dir zu Hause auch mit der Deutschen beschäftigen willst. Und du bist NEUNZEHN! Ich wollte mit 19 auch schon immer am liebsten alles wissen, aber das geht einfach nicht 😀 Ich beschäftige mich seit 16 Jahren mit verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Themen, dass ich und andere da vllt etwas mehr wissen liegt schlichtweg am Alter. Fang einfach an 🙂 Und wenn es dir mit zwei Ländern zu viel wird (ehrlich, mir reicht „unsere“ Politik), dann beschäftige dich „nur“ mit der Schweiz 🙂

      Cheerio ❤
      Mareike

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  12. Hi Mareike,
    ich persönlich finde den Beitrag sehr zutreffend und passend. Ich war schon im ICE nach Hause, als ch überhaupt irgendetwas von allem mitbekommen habe und selbst davor ist praktisch alles irgendwie an mir vorbei gegangen…
    Deine Forderungen finde ich alle sehr gut! Vor allem in letzter Zeit interessiere und engagiere ich mich immer mehr politisch, was ich vorher nicht wirklich getan habe. Daher brauche ich, wie vermutlich viele andere auch, immer etwas mehr Zeit, um überhaupt zu verstehen, was gerade los ist und ein bisschen Zeit brauche, bis ich meinen Senf zu irgendetwas dazugeben kann. Dafür angegriffen zu werden finde ich daher nicht unbedingt klasse. Aber daran merke ich mal wieder, dass ich mich noch viel zu lernen habe und gerade die Ereignisse auf der Messe haben mir mal wieder klargemacht, wie wichtig das auch ist. Deshalb finde ich es auch toll, auf solche DInge noch einmal explizit aufmerksam zu machen und auch wirklich anzusprechen. Danke daher für diesen Beitrag, ich kann das alles einfach total nachvollziehen und verstehen.
    Ganz viele Grüße,
    Katja

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    • Ahoi Katja!

      Ich finde es toll, dass du anfängst dich für Politik zu interessieren. Bei jeden ist es ein anderer Zeitpunkt (bei manchen kommt er nie), und dass man sich erstmal umgucken muss ist auch klar. Gerade deswegen finde ich Angriffe in diese Richtung kontraproduktiv, denn so „vergrault“ man Interessierte ganz schnell wieder. Mach weiter so, informiere dich, und wenn es Fragen gibt sind jede Menge Blogger*innen und andere Stellen da um zu helfen 🙂

      Cheerio und alles Liebe,
      Mareike

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  23. Ich sehe es wie Alex.
    Ich finde es an manchen Stellen auch nicht in Ordnung, wie man mit dem Wort „Nazi“ umher wirft und dabei gar nicht mehr wirklich weiß, was es überhaupt bedeutet. Rassismus ist nicht gleich Nationalismus.
    Vor allem finde ich es überhaupt recht witzig, wie die „Rechten“ sagen, man müsse gegen die „Linken vorgehen und die „Linken“ sagen es genau anders herum.
    Fakt ist: Wir sollten weder gegen rechtes noch linkes Gedankengut und dessen Verbreitung vorgehen. Wir müssen gegen den allgemeinen Extremismus auf beiden Seiten vorgehen. Extremismus ist das, was mit Gedankengut nichts mehr zu tun hat und auch das, was eigentlich den Menschen schadet. Gewalt braucht keiner und sich dagegen einzusetzen schränkt auch niemandem in seinen Grundgesetzen ein.
    Auch, wenn das hier viele Leute aus dem Buch-Blog-Bereich nicht hören wollen, so ist auch die Antifa eine Bewegung die Gewalt verherrlicht. Da können die Mitglieder noch so oft sagen „Nein, wir sind friedlich!“. Toll, die Rechten Extremisten sagen auch, sie seien friedlich.
    Was ich auch nicht toll finde, ist, das – auch wenn das Gedankengut der Rechten doof ist – bei den vermutlich rechten Verlagen Sachbeschädigung in Höher mehrerer hunderte von Euros passiert sind und sich darum keiner gekümmert hat. Das ist auch Extremismus. Und das ist auch eine Straftat.
    Von daher sollte man lieber gemeinsam den Extremismus bekämpfen, als Gedanken, gegen die man so oder so nichts machen kann. „Die Gedanken sind frei…“
    Außerdem bin ich kein Fan davon, seine „Reichweite“ zu nutzen, um andere in ihrer Meinung zu beeinflussen, denn hier geht es mittlerweile nicht mehr nur um eine objektive Aufklärung. Die Blogposts zu diesem Thema sind schon viel weiter. Viele von euch vergessen auch einfach, dass ihr sehr viele junge Menschen unter euren Followern habt, die ziemlich leicht zu beeinflussen sind. Vor allem die YouTuber unter euch. Deswegen unterstütze ich diese politischen Posts wie diese nicht. Es gibt einen Grund, weshalb Lehrer ihren Schülern ihre politischen Ansichten nicht verraten dürfen. Das sollte eigentlich unter Bloggern/YouTubern/etc genauso gehalten werden.
    Wer aufklären will, soll das bitte objektiv und ohne Wertung/Meinung tun, damit sich der Lesende/Zuschauer eine eigene Meinung bilden kann und nicht die des Verfassers.

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    • Puh…ich fange mal am Anfang an.

      Wieso soll man Nazis nicht Nazis nennen? Versteh ich nicht. Okay, ich kann noch ein „Neo“ davor packen um sie nicht mit den Nazis aus dern 193034n und 40ern zu verwechseln. Das ändert aber nichts daran, dass Menschen, die rassistische, demokratiefeindliche und faschistische Meinungen unterstützen und verbreiten Nazis sind. Oder wie möchtest du Leute wie Björn Höcke, Alexander Gauland und Götz Kubitschek nennen?

      Auch wenn viele das nicht hören wollen: Die Antifa gibt es nicht. Es ist kein Verein, der eine Satzung hat, die alle bei Eintritt unterschreiben. Du bist gegen Faschismus? Glückwunsch, du bist in der Antifa. Das ist keine homogene Gruppe! Von „Wir machen Lichterketten um die Alster gegen Rechts“ bis hin zu „Wir sprayen einen Thor Steinar Laden pink“ ist so ziemlich alles dabei. Das letzte nennt man übrigens, wie auch die von die angesprochene Sachbeschädigung, Vandalismus oder eben Sachbeschädigung. Ist vielleicht nicht das Nonplusultra, das muss jeder selbst entscheiden, aber ich ganz persönlich finde Sachbeschädigung bei weitem nicht so schlimm wie Körperverletzung! Aber gut, soll Menschen geben, die finden brennende Autos schlimmer als krankenhausreif geschlagene Menschen.

      Zu dem Punkt Reichweite nutzen, Beeinflussung, neutral und objektiv bleiben, etc.
      1. Dies ist ein Meinungsbeitrag. Vielleicht sollte ich den Titel ergänzen durch das Stichwort „Kommentar“, aber ich erhebe keinen Anspruch auf 100%ige Objektivität. Auch bei den anderen Beiträgen meiner Bloggerkolleg*innen ging es darum, eine Meinung zu äußern. Die dürfen wir als Blogger haben und auch äußern, wir sind nicht die dpa oder ein Polizeibericht.
      2. „Die Bücherkrähe“ ist ein Blog, nicht die Tagesschau (und auch dort wirst du nie 100%ige Objektivität finden, aber das nur nebenbei). Wie gesagt, ich erhebe keinen Anspruch auf Neutralität, sonst wäre dieser Artikel widersinnig
      3. Hast du dir meinen Blog mal angeguckt? Ich schreibe ständig über politische und gesellschaftliche Themen, ich äußere durchweg klar meine Meinung und bin ziemlich deutlich in meinen politischen Positionen. Sowohl hier auf dem Blog als auch auf meinen Social Media Kanälen. Ich gehe davon aus, alle meine Follower wissen das, auch die „jungen“. Ich hatte nie den Anspruch, ein politikfreier Kuschelblog zu sein. Wer das sucht, wird woanders fündig aber nicht bei mir.
      4. Ich bin keine Lehrerin. Warum sollte ich mit meiner Meinung hinterm Berg halten? Check ich nicht.

      Deswegen unterstütze ich diese politischen Posts wie diese nicht.

      Hat keiner von dir verlangt, aber dann bist du auf meinem Blog schlichtweg falsch!

      Gefällt 3 Personen

    • Ich bin ja ein ganz großer Fan von dem Ansatz „Mit großer Reichweite kommt große Verantwortung“. Die Buchblogwelt wie insgesamt die Literaturszene ist ja eher rosaflauschig unpolitisch. Deshalb fallen gerade auch so viele aus den Wolken und man liest Beiträge wie „Das ist nicht meine Buchmesse! Nazis? Was? Wie? Wiesooooo??“

      Zeit, die Flauschzone zu verlassen. Die Nazis sind da, sie waren immer da und werden auch immer da sein. Damit sie aber nicht noch weiter an Einfluss gewinnen – und glaube mir, liebe Annemarie, auch du willst das nicht – müssen wir ihnen alle uns verfügbaren Mittel entgegensetzen.

      Toleranz? Pfeif drauf, wenn sie auf Intoleranz trifft. Warum das so ist, kann dir Karl Popper gut erklären:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

      Meinungsfreiheit? Genau das ist es, was Linke tun und wofür sie von Rechts eines auf die Fresse bekommen – so geschehen übrigens zuletzt auf der Frankfurter Buchmesse. Wenn ich mir hier die Beiträge so durchlese, dann rate ich so einigen dringend, sich mal mit der rechten Szene auseinander zu setzen. So aus der Komfortzone, wenn man sich noch nicht mit Nazis angelegt hat (durch freie Meinungsäußerung übrigens), ist das sehr bequem.

      Im Nachgang der Buchmesse sieht man das übrigens ganz nett. Da werden die DemonstrantInnen des Börsenvereins öffentlich verunglimpft. Fotomontagen machen in den rechten Netzwerken die Runde. Fotos von Personen, die an den linken Ständen waren und mit den verschiedenen Stiftungen geredet haben, werden ebenfalls herumgereicht mit der Frage „Kennt jemand diese Personen?“ Ich überlasse es eurer Phantasie, warum Nazis die Namen dieser Menschen herausfinden wollen.

      Bei den Rechten brennen Menschen, bei den Linken Autos, gilt immer noch. Rechte Ideologien sind menschenverachtend, während linke Ideologien sich gegen das System ansich richten. Also beschäftigt euch verdammt nochmal mit dem Thema, bevor ihr hier Linksextremismus und Rechtsextremismus in einen Topf werft!

      Wenn wir die Nazis gewähren lassen, mit ihnen reden, dann geben wir ihnen Bedeutung. Sie müssen aber kapieren, dass sie völlig bedeutungslos sind. Kleine, intolerante, narzißtische Würstchen, die Freiheit, Meinung und Toleranz abschaffen wollen – außer für sich selbst.

      Es wird Zeit, dass die Buchszene mal aus ihrer Flauschzone kommt. Sonst gibt es die nämlich bald nicht mehr.

      Gruß
      Suse

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    • Hier wurde ganz viel schon dazu gesagt. Muss ich da unbedingt nochmal den Mund aufmachen? Ja, muss ich.
      Wir sind alle politisch. Selbst wenn du sagst, dir ist Politik egal, selbst wenn du dich nie politisch äußerst, bist du politisch, weil du das akzeptierst und stillschweigend unterstützt, was „Politik“ gerade macht.
      Dein Kommentar hier zeigt aber, dass du auch politisch bist.
      Meinungsbildung besteht aus zwei Komponenten. Meinung und Bildung. Meinung zeigt schön, dass sie individuell, „mein“ ist, Bildung, dass sie zusammengestellt wird. Weil wir uns informieren. Manche hören vielleicht nur Stammtischgesprächen zu, andere schreiben, lesen, hören Nachrichten. Dieser Beitrag ist Teil davon und das ist wichtig. Weil Mareike sehr gut ausmacht, wo das Problem liegt und auch, dass wir nicht zuschauen dürfen. Zuschauen ist stillschweigendes Einverständnis. Und nur weil dieser Beitrag eine Meinung vertritt, verliert er nicht an Wert. Im Gegenteil. Viele von uns stimmen Mareike zu,, denken genauso, fühlen sich hier bestätigt und verbunden. Das ist wichtig!
      Wer glaubt, dass wir deswegen den guten Teil der Messe vergessen, hat es auch nicht begriffen. Wir hatten tolle Erlebnisse, während auf der anderen Seite schreckliches passiert ist. Die Messe war, wie die Welt, nicht nur schwarz oder weiß, und so sollten wir sie auch zeigen.
      Wir haben das Bloggen lange als Wohlfühlzone betrachtet. Wir doch nicht, wir bekamen Buchblogger, wir sind aufgeklärt und lassen uns nicht den Kopf verdrehen. Unsere Bücherwelt ist aber nicht geschützt. Wir müssen Stellung beziehen. Wer das noch nicht sieht, den kann ich zwar nicht verstehen, aber ich bin ihm nicht böse. Wer aber gegen eine klare Linie gegen Rassismus und Diskriminierung angeht, bezieht auch Stellung. Und zwar eine andere, als Mareike, ich und viele andere, die hinter der Botschaft dieses Beitrags stehen.

      LG und danke an Mareike für ihren Artikel! Du hast absolut Recht!
      Eva

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  24. Erst einmal zu den Nazi’s auf der Buchmesse. Der einzig wirklich „zusammengeschlagene“ Mensch, von dem ich über Twitter und Bekannte gehört habe, die auf der FBM waren, war Nico Wehnemann. Der hat behauptet, von einem Nazi verprügelt worden zu sein und zeigte dies auch auf Twitter mit einem angeblichen Beweisfoto. Und dann kommentierte zuständiger Journalist das hier: https://twitter.com/nico_wehnemann/status/919259329953456128
    Also wird nicht nur bei den Rechten mit Fake News, Fotomontagen etc gearbeitet.
    Beide Seiten haben scheiße am stecken und nur weil die Antifa keine „Geordnete“ Gruppierung ist, macht sie das nicht weniger gefährlich, oder? Hat Hamburg nicht gereicht?
    Damit will ich weder rechts noch links bestärken. Ich will nur aufweisen, dass diese Hetzjagd zu nichts führt. Ihr sprecht in jedem eurer Blogposts von Rassismus, Homophobie etc. Dabei sind das Gedanken. Es sind äußerst blöde Gedanken, da stimme ich jeden zu. Aber es sind nun einmal Gedanken. Die werden vom Grundgesetz geschützt. Wenn ihr eure Reichweite dafür nutzt, um dieses Grundgesetz außer Kraft zu setzen, dann geht ihr in diesem Moment gegen die Demokratie vor und macht genau das, was diese Menschen tun – nicht gedanklich, sondern aktiv. Vielen ist das nicht klar.

    Diskriminierung und Rassismus hingegen sind kein Gedankengut, dass vom GG geschützt wird. Dagegen könnt ihr gerne vorgehen. Das meine ich ernst. Das sind beides Handlungen die ihr gern im Keime ersticken könnt.
    Rechte und Linke Gewalt bleiben zu verabscheuen und nicht zu tolerieren. Und nur weil Verlag A rechtspopulistische Bücher auf der FBM zeigt, heißt das doch noch lange nicht, dass ich dahingehen muss oder?
    Außerdem: Auf der FBM wurde der sehr weit rechte Verlag gegenüber von dem sehr weit linken Verlag gestellt. Natürlich führt das zu Spannungen. Oder was dachte sich das Management dabei? Das sich diese zwei Grüppchen nett ’nen Kaffee trinken? Nein, die linken beschädigten und klauten Inventar des rechten Verlages und dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die andere Seite sich wehrt. Simple Kausalitäten. Aktion folgt auf Reaktion.

    Natürlich hast du Recht. Auf deinem Blog kannst du machen was du willst. Es ist ja deiner. Und ich wollte dir damit überhaupt nicht zu nahe treten. Ich habe lediglich meinen Standpunkt dargelegt und warum ich es nicht vernünftig finde, solche schwierigen Themen auf einem Blog anzusprechen.

    Weißt du, ob jeder von den „Nazis“ auch Antisemitisch, Antikommunistisch, Rassistisch und Antidemokratisch ist? Ich rede nicht von einzelnen Individuen sondern von allen. Fakt ist, die meisten sind überhaupt nicht antidemokratisch oder antisemitisch. Rassismus und Antikommunist mag vielleicht zutreffen, aber wer mag schon den Kommunismus? Rassismus und Antikommunist machen einen nicht zum Nationalsozialisten per se. Um genau fest zu stellen, ob wirklich jeder einzelne der Rabauken wirklich ein Nazi ist, müsste man das prüfen. Und in einer Zeit, wo falsche Ansichten wieder Karriere & Beruf ruinieren können, finde ich nicht, das man so etwas dann noch unterstützen sollte. Denn genauso lief es damals ab. Und das alles wiederholt sich langsam, auch wenn die Masse vermeintlich glaubt für das „gute“ anzutreten.

    Die Tagesschau war nie objektiv. Das sind Medien im Allgemeinen nicht. Sie richten sich nach der Meinung ihres Geldgebers und das ist – oh, Wunder – die GEZ. Und die GEZ bekommt zwar ihre Gelder von uns, die Meinung aber des deutschen Staates. Das war immer so und wird auch immer so bleiben.

    Bei den Rechten brennen Menschen, bei den Linken brennen Autos.
    Bei den Rechten haben bisher keine Menschen gebrannt, bei den Linken eine ganze Stadt. Die Linken rühmen sich damit, Antikommunisten zu sein und zünden Hab und Gut der umliegenden Menschen an, welche sich daraufhin neues Hab und Gut zulegen müssen, was wiederum die Wirtschaft und den Konsum anregt und genau gegen den Antikommunismus geht. Aber die Methoden der Linken sind an manchen Stellen eh nur zu belächeln.

    Ich beschäftige mich mit dem Thema bevor ich antworte. ^^
    Wie gesagt: Hamburg. Wer nicht weiß, was der schwarze Block ist, sollte sich mit der Materie auseinandersetzen.

    Das Toleranz-Paradoxon ist ja schön und gut, und um ehrlich zu sein, kannte ich das schon.
    „Das Toleranz-Paradoxon wird wirksam, wenn eine tolerante Macht aufgrund ihrer Toleranz intoleranten Kräften erlaubt, die eigene Toleranz einzuschränken oder gar abzuschaffen.“
    Wenn also die Tolerante Macht der Intoleranten erlaubt, die Toleranz der Toleranten Macht einzuschränken, dann haben wir keine Tolerante Macht mehr, meine Freunde. Hier wird ganz und gar nichts eingeschränkt. Nur weil man sagt, die Rechten sind auf einer Buchmesse wird nicht die komplette Toleranz Deutschlands eingeschränkt. Andererseits dürfen wir aber auch nicht für ein sogenanntes höheres Wohl die intoleranten Menschen aufgrund dessen verbieten, weil sie nicht an dasselbe Glauben wie wir. Und da ist nun einmal das Problem.

    Wenn wir alle also genauso intolerant werden, wie jene die ihr versucht zu bekämpfen, dann versteift sich die Lage, beide Seiten sind intolerant und meinen aber selber von sich tolerante zu sein. Was beide nicht sind.
    Dazu wird auf beiden Seiten Fake News verbreitet und es resultiert zu Dingen wie auf der FBM und Hamburg.

    Rechtsextremisten auf der FMB, Linksextremisten in Hamburg. Was ist besser oder schlechter? Beides ist – auf gut Deutsch gesagt – scheiße. Gewalt ist keine Lösung, auf beiden Seiten.

    Und an variemaa: Du hast Recht – bis zu dem Punkt mit dem stillen Einverständnis. Gewalt hast du nicht zu akzeptieren und egal in welchem Glaube diese Gewalt begangen wird, sie ist nicht recht. Das darf man nicht akzeptieren und da darf man nicht wegsehen. Das ist richtig. Aber nur weil ein „Nazi“ oder ein „Kommi“ auf einer Buchmesse ihr Ständchen aufschlagen, muss man sie nicht gleich verbieten. Wenn es ruhig und vernünftig zugeht, hat man sie zu tolerieren. Wenn man dann allerdings sagt „Ich habe nichts zu tolerieren“, so wie es sowohl links als auch rechts taten, was will man dann erwarten?

    Ich verstehe nur nicht, weshalb so viele Blogbeiträge mit der Einleitung schreiben „Ich war nicht dabei, habe nichts gesehen, will aber meinen Senf dazutun.“ Wenn ihr euch gut informiert habt und eure Anschuldigungen mit Quellen belegen könnt ist daran ja nichts falsch. Aber wenn ihr euch mit Hörensagen abfindet, kommt es nun einmal zu Missverständnissen, so wie mit dem Fall Wehnemann.

    Was ich auch nicht verstehe ist, warum sich die meisten ihr so angegriffen fühlen und so… vehement argumentieren. Das ist eine sachliche, meinungsbasierende Diskussion und ich weiß gar nicht weshalb sich so viele auf den Schlips getreten fühlen. o.0

    Ich habe die Buch-Community auch nie als eine Art von „Flauschezone“ betrachtet, aber das Wort ist niedlich. Werd ich mir definitiv merken, danke. ^^

    Ich hoffe, ihr habt – trotz unser anscheinend sehr weit – auseinandergehenden Meinungen noch einen angenehmen Montag. 😀

    Liebe Grüße!

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    • Darf ich mal kurz anmerken, dass du gerade Mareike nichts von Hamburg erzählen brauchst? Sie wohnt da. Sie war mittendrin. Und trotzdem wirst bei ihre keine „linke Gewalt ist genauso schlimm wie rechte Gewalt“-Phrase zu sehen bekommen, weil sie im Gegensatz zu dir wirklich antirassistisch agiert. Das, was du machst, ist Nazis in Schutz zu nehmen. Würdest du dann auch sagen, dass die im NS-Regime, die „nur“ Mitläufer_innen waren, die nicht direkt antisemitisch, antikommunistisch, blabla waren, dass die keine Nazis waren? Geschichtsvergessenheit steht Deutschen nicht. Nazis sind Nazis sind Nazis.
      Und bitte tu nicht so, als seist du Politologin. „Ihr sprecht in jedem eurer Blogposts von Rassismus, Homophobie etc. Dabei sind das Gedanken. Es sind äußerst blöde Gedanken, da stimme ich jeden zu. Aber es sind nun einmal Gedanken. Die werden vom Grundgesetz geschützt. Wenn ihr eure Reichweite dafür nutzt, um dieses Grundgesetz außer Kraft zu setzen, dann geht ihr in diesem Moment gegen die Demokratie vor und macht genau das, was diese Menschen tun – nicht gedanklich, sondern aktiv. Vielen ist das nicht klar.“ <- Dieser Absatz ist einfach falsch, verbreite keine Fehlinterpretationen. Wer sich gegen Diskriminierung ausspricht, handelt im Sinne des GG, das damit beginnt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Ich wünschte, du würdest die Energie, die du hierfür aufbringst, genauso gegen Nazis aufbringen. Denn das sind die, die wirklich demokratiefeindlich handeln. Du bist mit deinen Ansichten pseudo-liberal und lässt zu, dass Nazis sich bestärkt fühlen.

      Ich wünschte mir fast, ich könnte wie du den Luxus genießen, sagen zu können, dass ich nicht politisch bin oder Politik hier und da nichts zu suchen hätte. Leider ist mein ganzes Dasein politisch – so wie deins eigentlich auch, aber da du (noch) nichts zu befürchten hast, kannst du so etwas von dir geben. Ich wünsche dir, dass es so bleibt und dass deine Freiheit nicht bedroht wird, aber rechne nicht damit, wenn du dich nicht klar gegen rechts stellst.

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      • a) Wo nehme ich bitte jemanden in Schutz?
        b) Wo setze ich irgendetwas mit dem NS-Regime gleich oder beziehe es ein?
        c) Was an meinen Aussagen deutet auf Geschichtsvergessenheit hin?
        d) Woher soll ich wissen, woher jeder Blogger kommt?
        e) Also unterstützt sie laut deiner Aussage linken Extremismus?
        f) Wieso mime ich die „Politologin“, wenn ich mich auf Allgemeinwissen beruhe?

        Aber gut. Und Fun Fact: Ich bin Zentrist. Ich mag weder rechts noch links. Deswegen passt das mit dem „Righties“ verteidigen irgendwie nicht. Ich sage nur das, was Fakt ist und berufe mich nirgendwo auf Hörensagen.

        Ich wünsche dir dennoch einen erholsamen Abend, eelifant, und hoffe, dass du dich aufgrund unserer Meinungsverschiedenheit nicht persönlich angegriffen fühlst.
        Liebe Grüße!

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      • @ Annemarie
        Ich werde nicht auf alle deine Punkte eingehen, das haben Melli und Suse schon getan. Aber: Bei Anna (Ink of Books) fragst du, ob die Leute wegen des Hitler-Grußes jetzt Nazis seien. Allein diese Aussage von dir deutet auf Relativierung und Geschichtsvergessenheit hin und wenn du das nicht siehst, bist du nicht „Zentrist“, wie du glaubst, zu sein (was auch immer das sei, diese Bezeichnung gibt es heutzutage nicht; aber ich weiß, dass du damit „die Mitte“ meinst – die übrigens immer die ist, die rechte Ideologien duldet und es dann bereut…)
        Das, was du als Allgemeinwissen verkaufen willst, ist gefährliches, unvollständiges Halbwissen. Auch keine Fakten. Ich würde dir dringend anraten, dich näher mit rechten Ideologien und ihren Strategien zu befassen – ob du dich danach noch in der vermeintlichen Mitte wiederfindest? Ich glaube jedenfalls nicht an eine Mitte. Wer sich genauso stark gegen links macht, wie gegen rechts, hat mindestens eine Rechtsneigung.

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  25. Liebe Annemarie, ein paar Deiner Fragen sind sehr leicht zu beantworten, ein paar nicht:

    1. „Dabei sind das Gedanken. Es sind äußerst blöde Gedanken, da stimme ich jeden zu. Aber es sind nun einmal Gedanken. Die werden vom Grundgesetz geschützt. Wenn ihr eure Reichweite dafür nutzt, um dieses Grundgesetz außer Kraft zu setzen, dann geht ihr in diesem Moment gegen die Demokratie vor und macht genau das, was diese Menschen tun – nicht gedanklich, sondern aktiv. Vielen ist das nicht klar.“

    –> Mir ist auch nicht klar, wie das ganz realistisch betrachtet aussehen wird. Du bist also der Ansicht, dass es sich auf der einen Seite um Gedanken handelt, die du zwar doof findest, aber hey, es sind halt Gedanken (dir ist dabei egal, dass diese Gedanken tatsächlich das Grundgesetz gerne aushebeln würden, aber egal). Auf der anderen Seite sind es aber Keine Gedanken, die sich gegen diese Gedanken wehren, sondern .. öhm. Reichweite, die das Grundgesetz aushebelt. Ich glaube, du solltest das ganze jetzt rein logisch nochmal genauer betrachten. Das eine sind Gedanken, das andere aber nicht?

    Meine Meinung dazu:

    a) Das eine sind Gedanken, die diskriminieren. Aus Gedanken folgen Worte, aus Worten Taten. Du als Leserin weißt sicherlich, welche unglaubliche Symbolkraft alleine das Verbrennen von Worten im Dritten Reich hatte, oder?
    b) Das andere sind Gedanken, die sich gegen diese Diskriminierung vehement aussprechen. Ich hoffe, das muss ich nun nicht erklären.

    2. Dein Absatz zu Nazis, die „Antisemitisch, Antikommunistisch, Rassistisch usw.“ sind ist mir ein bisschen zu verstrubbelt. Vielleicht ist nicht jeder Nazi Antisemit. Nicht jeder Antidemokrat. Ich befürchte zwar, dass du dir da etwas vormachst, denn ich habe bisher noch keine Ausnahme kennen gelernt, aber dein Glaube sei dir unbenommen. Jede rechte Ideologie baut aber dennoch auf der Herabsetzung anderer Menschen auf. Das sauge ich mir nicht aus den Fingern, sondern ist einfach so.

    3. Hamburg, Schwarzer Block. Was genau ist denn der schwarze Block für dich? Das würde mich nun wirklich interessieren. Denn bisher kann ich nur herauslesen, dass du den schwarzen Block mit der Antifa gleichsetzt. Und das stimmt ja nicht.

    4. Fake News: Nico Wehnemann hat das übrigens alles erklärt. Wer schon mal in so einer Lage war, weiß, dass sich seine Erklärung sehr schlüssig anhört.

    5. „Was ich auch nicht verstehe ist, warum sich die meisten ihr so angegriffen fühlen und so… vehement argumentieren. Das ist eine sachliche, meinungsbasierende Diskussion und ich weiß gar nicht weshalb sich so viele auf den Schlips getreten fühlen“

    –> Ich glaube, du hast da einen falschen Eindruck. Ich fühle mich kein bisschen angegriffen. Vehement argumentiere ich allerdings alleine deshalb, weil ich weiß, worum es geht. Es geht hier um Menschen, die in seit Jahren in Angst leben. Mitten unter uns in Deutschland. In Angst vor rechten Übergriffen, vor Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, davor von besoffenen Nazis angepisst oder zusammengeschlagen – oder totgeprügelt zu werden. Die rechten Straftaten werden mehr und die Gesellschaft toleriert das ja gerne, indem sie sagt: Aber die Linken sind auch voll schlümm. Vehement argumentiere ich, weil ich weiß, wie priveligiert ich bin. Vehement argumentiere ich, weil es wichtig ist, die Stimme zu erheben für diejenigen, die keine so laute Stimme haben.

    Also, liebe Annemarie, wenn du der Ansicht bist, dass dieses ganze politische übertrieben wird, dann solltest du uns vielleicht einfach mal machen lassen und uns für euch kämpfen lassen (ja, ich kämpfe auch für dich, obwohl es dir offensichtlich nicht bewusst ist), anstatt uns auszubremsen.

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  26. Annemarie, das dürfte deine Fragen hoffentlich beantworten.

    c)
    „Bei den Rechten haben bisher keine Menschen gebrannt, bei den Linken eine ganze Stadt.“

    Warum fragst du dich nach so einem Satz, dass dir von Elif Geschichtsvergessenheit vorgeworfen wird?

    Schauen wir mal in die jüngste Vergangenheit: Im Jahr 2016 gab es 797 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, darunter einige Brandanschläge und sogar Sprengstoffsätze, die innerhalb oder in der Nähe von besagten Unterkünften explodierten (http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-10/asylunterkuenfte-angriffe-800-straftaten-fluechtlingsheime)

    Sagt dir der Name Mölln etwas? Im Jahr 1992 wurden dort Türken durch einen Brandanschlag von Rechtsextremisten ermordet (http://www.sueddeutsche.de/politik/moelln-jahre-nach-dem-anschlag-stadt-mit-stigma-1.788533)

    Nicht zuletzt wurden in der NS-Zeit Geschäfte und Synagogen in Brand gesteckt, Stichwort Reichsprogromnacht (https://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Angeordneter-Terror-Die-Reichspogromnacht,novemberpogrom100.html).
    Um die 6 MIO Juden wurden durch Nazis systematisch ERMORDET.

    a,b) Indem du diese Taten leugnest nimmst du Nazis in Schutz! Ich zitiere dich nochmal: „Bei den Rechten haben bisher keine Menschen gebrannt“ …

    d) Wer sagt, dass du das wissen musst?

    e) Mareike weigert sich linke und rechte Gewalt in einen Topf zu werfen. Genauso weigern sich andere Kommentator*innen und ich dies zu tun.

    f) In deinem Post steht: „Ihr sprecht in jedem eurer Blogposts von Rassismus, Homophobie etc. Dabei sind das Gedanken. Es sind äußerst blöde Gedanken, da stimme ich jeden zu. Aber es sind nun einmal Gedanken. Die werden vom Grundgesetz geschützt.“ Du beziehst dich hier auf das Grundgesetz und tust so als wäre es im Einklang mit dem GG sich rassistisch oder homophob zu äußern.

    FYI: Hier ist der Mensch, der von einem Rechten auf der Buchmesse geschlagen wurde: Achim Bergmann (http://www.taz.de/!5455120/)

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