[Rezension] Jürgen Roth & Thomas Roth – Kritik der Vögel


Autor: Jürgen Roth & Thomas Roth
Titel: Kritik der Vögel. Klare Urteile über Kleiber, Adler, Spatz und Specht
Verlag: Blumenbar
ISBN: 978-3-351-05032-0

„Von der Fisch- bis zur Dschungelkrähe: ‚De facto findet man sie überall auf der Welt – abgesehen von der Antarktis.‘… Und dort haben wir Pinguine. O Elend der Welt.“

Die Brüder Roth stellen verschiedene Vogelarten vor – allerdings völlig anders als man es erwarten mag. Wer hier tabellarische Infos zu Größe und Fressverhalten, Karten des Verbreitungsgebietes und Fotos aus der natürlichen Umgebung sucht, wird nicht fündig.
Nein, Roth und Roth werfen ein völlig anderes Bild auf die Vögel und bedienen sich dabei an Zeitungsartikeln und aktuellen Dokumentationen ebenso wie an klassischen Texten. Dabei entsteht eine erheiternde Vogelkunde der besonderen Art, ein bisschen wie extra3 und Heute Show treffen auf bekannte und skurrile Vertreter der Vogelwelt.

„Unter den Tieren saufen nur Elefanten und Polizeihunde mehr als [der Eichelhäer].“

Spatzen und Pinguine werden aufs Korn genommen wie meine Lieblingsvögel, die Krähen, oder auch der Dodo. Voller Ironie und Sarkasmus müssen sich die Vögel einiges gefallen lassen. Trotzdem spürt man immer wieder, dass sich die Autoren den Vögeln mit einer gewissen Zuneigung nähern – immerhin sind sie „Vogelkundschafter von Kindesbeinen an“ (Verlagsseite). Es macht unfassbar viel Spaß, ihren Ausführungen zu folgen, auch wenn man z.B. den Spatzen gerne zur Seite springen möchte, wenn von ihrer „Lecktunsamarschhaftigkeit“ die Rede ist, oder dem Dodo, wenn gefragt wird: „Dodo, wie kann man dein Aussterben verstehen? Als Selbstkritik der Natur?“, oder den Pinguinen, die ein „echter Fehlschlag der Evolution“ seien. Klingt ganz schön fies? Keine Sorge, man wird oft genug versöhnt, z.B. wenn Roth und Roth schreiben:

„Im übrigen ist ein Spatz, der sich, Filmaufnahmen belegen es, an seinem Ebenbild in einem Autorückspiegel nicht sattsehen kann, das Köpchen leicht zur Seite geneigt, die schwarzen Augenperlen schimmern teichtief fein, ein herzerwärmender, ein herzsprengender Anblick.“

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3 Gedanken zu “[Rezension] Jürgen Roth & Thomas Roth – Kritik der Vögel

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