[Behind the Screens] #37: I’m back

Wie war deine Woche?

Extrem anstrengend und nicht gerade die beste für meine Nerven. Aber von Anfang an.

G20. Welcome to Hell

Letzte Woche fand in Hamburg der G20 Gipfel statt, und selbst die Menschen, die sich null für Politik interessieren, haben auch im letzten Zipfel der Bundesrepublik mitbekommen, dass es in Hamburg hoch her geht. Polizei, Demonstrierende, Ausschreitungen und Gewalt auf beiden Seiten, zwischendrin das überlaute Schweigen der Hamburger Regierung, und über allem schwebte mein neuer, penetranter Freund, der Polizeihelikopter. Ab Mittwoch (ja, einen Tag vor der berüchtigten Welcome to Hell Demo) knatterte er mich in den Schlaf, und ab Freitag früh weckte er mich auch mit ebenso rabiaten Feingefühl.
Elif bot mir einen Exilplatz in Bremen inkl. Hasenkuscheln an (kennt ihr Jane? Das bissige aber obersüße Kaninchen?). Problem: Als ich los wollte, fuhren schon seit Stunden keine U-Bahnen mehr, seit kurzem keine S-Bahnen, und Busse und Taxen gab’s eh keine. „Sie können ja zu Fuß zu Hauptbahnhof“, meinte ein Berliner Polizist. Nun, der Hauptbahnhof ist eigentlich wirklich nicht weit weg, aber mit nem Koffer voller Bücher einen Spießrutenlauf um die Polizeiketten… nee danke. Ich hätte meine Verbindung nach Bremen verpasst. 10 Minuten später erfuhr ich von meiner Mum, die auf dem Weg zur Arbeit war, dass man auch zu Fuß nicht aus dem Viertel kam. Es war vollständig abgeriegelt.
Habt ihr schon mal versucht, euch bei andauerndem Sirenengeheul, Hubschraubern und Sorgen um Freunde auf eure Prüfungstexte zu konzentrieren? Eben, geht nicht.
Im Grunde kostete mich der G20-Gipfel vier Tage Vorbereitung, die ich verzweifelt in die zwei Tage danach zu pressen versuchte.

PS: Welcome to Hell wird in einer Abwandlung auch auf dem Millerntor gerufen: „Welcome to the Hell of St. Pauli“ Keine Ahnung, ob es daran angelegt ist, aber das nur am Rande…

…und dann kam das Examen!

Und plötzlich war er da, mein persönlicher Doomsday: Prüfungstag. Sechs mündliche Prüfungen an einem Tag, und entweder war ich am Ende des Tages eine diplomierte oder eine gescheiterte Theologin. Mir war hundeelend, ich habe gezittert und sah ein bisschen aus wie ein Gespenst. Mit der Zeit kam ich aber in die Prüfungen rein, ich konnte auch nicht anders und habe zwischendurch auch ein paar Witze gerissen (und ja, die Profs haben gelacht), und die meisten der Prüfungen machten mir richtig Spaß.
Am Ende des Tages kam dann aber doch wieder die Bischöfin, und ich ahnte was kommt. Nicht bestanden. Ich bin allerdings nicht mit wehenden Fahnen untergegangen, ich bin „nur“ durch die erste Prüfung gerasselt. Heißt: Nachprüfung im Winter. Na denn man tau.
Aktuell sammle ich mich ein bisschen, aber jeder, der mich ein wenig kennt weiß: ich halte nichts davon, heulend in der Ecke zu sitzen. Das ändert nichts an der Situation, und die Zeit kann ich auch besser mit einem Buch verbringen.

Und sonst?

Ich habe endlich Zeit, meine Wohnung auf Vordermann zu bringen und nicht nur notdürftig zu putzen. Außerdem bin ich die nächsten Wochen ausgebucht mit Freunden, die ich endlich treffen kann. Da wird viel Kaffee fließen. Und was Bücher und Blog angeht habe ich natürlich auch Pläne ohne Ende!

Hast du eine aktuelle Urlaubslektüre bzw. eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Sommerurlaub?

Sagen wir so: aktuell lese ich drei Bücher, die auch zum Sommer passen. Die Philosophie des Meeres (Hallo, Meer, der Inbegriff von Sommer), was allerdings etwas anspruchsvoller ist. Dann Die Kritik der Vögel, ein Buch, das ich bisher einfach nur erheiternd finde. Zuguterletzt ist da noch Junktown. Das ist kein explizites Sommerbuch, aber mir fiel auf, dass ich Dystopien verstärkt im Sommer lese.

Eine Leseempfehlung für jeden Sommerurlaub… Spontan fiel mir Der Roboter, der Herzen hören konnte ein. Ich habe es letztes Jahr gelesen und war mein Jahreshighlight in der Sparte Roman. Es ist einfach ein zauberhafter Roman, bei dem man viel kichert, ein wenig weint, und sich hinterher einen klapprigen Roboter wünscht.
Außerdem bin ich der Meinung, dass ein guter Thriller zu jeder Sommerlektüre gehört. Empfehlen kann ich da, wie sollte es anders sein, meinen Lieblingsthriller-Autor Chris Carter. Gleich der erste Band, Der Kruzifixkiller, ist ein Kracher.

Was war dein Wochenhighlight?

Eindeutig: Menschen. Und zwar ein paar ganz bestimmte

Kaddy

Kaddy, die verrückte Nudel, hat mir ein Anti-Examenspanik-Paket geschickt. Sie hatte mir davon erzählt, aber wegen G20 wurden auch Postlieferungen bei mir ausgesetzt. Es kam einen Tag vor der Prüfung an – und ich bin fast aus den Latschen gekippt. Es war RIESIG. Und schwer.
Was soll ich sagen: Kaddy hat an alles gedacht, sogar an Bier. 8 oder 9 kleine Päckchen waren drin, und zu jedem gab es noch einen kleinen Erklärungszettel. So kam ich zu Stuttgarter Bier, einem neuen Lieblingsduschgel (ernsthaft, probiert es, es ist wunderbar), Einhornschokolade von Ritter Sport (die ich heillos überbewertet finde, aber Pummelhorst liebt sie) und Badezusätzen, die ich demnächst testen werde.
Nochmal: Danke, liebe Kaddy, für dieses zauberhafte Paket. Ich bin immer noch sprachlos, wieviel Liebe du da reingepackt hast – und vor allem, dass du dich an mein Feierabendbier von der FBM16 erinnert hast… Ich habe sehr gelacht 🙂

Meine Schwester

Meine Schwester ist ja regelmäßig mein Highlight. Sie ist einfach ein wundervoller Mensch, der mir sehr am Herzen liegt, und umgekehrt genauso. Wir haben ein sehr enges Verhältnis, Blödsinn, ausheulen und gegen Regeln verstoßen inklusive. Am Mittwoch, nach meinen Prüfungen und der kleinen Katastrophe, wollte ich abends nicht alleine sein. Das ist eher ungewöhnlich für mich, aber irgendwie brauchte ich Familie.
Als ich ankam, wurde ich erst von meiner Mum, dann von meiner Schwester so doll gedrückt, dass meine Wirbel knackten. Danach hat sich meine Schwester fast rührend um mich gekümmert (als würde ich im Sterben liegen…hm…). Normalerweise, wenn ich sie bitte mir was zu trinken zu holen, sagt sie „Aber es ist soo. Weit. Weg…!“ Dieses Mal betüddelte sie mich von A bis Z. Es war irgendwie rührend.

Wie war eure Woche?
Welches Sommerbuch könnt ihr mir empfehlen?
Und was ist sonst so bei euch passiert?

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6 Gedanken zu “[Behind the Screens] #37: I’m back

  1. Liebe Mareike,
    macht dir nichts aus deiner verpatzen Prüfung. Das kann passieren und solange man nicht den Kopf in den Sand steckt, kommt man auch schnell wieder auf die Beine. Ich drücke die Daumen für deinen Nachprüfung!
    Empfehlen kann ich aktuell Kirio von Anne Weber. Hat zwar nichts mit dem Sommer zu tun, aber ist super locker geschrieben und daher geeignet für diese Jahreszeit 😉
    Auch gefallen hatte mir Das geheime Leben des Monsieur Pick, das ja gerade eifrig durch viele Blogs ging 😉 Zu recht, wie ich finde 🙂 Es ist sehr schön geschrieben und hat mich tatsächlich mehrfach überrascht in der Handlung, was ich nicht erwartet hatte.
    VG und eine entspannte nächste Zeit, Jennifer

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    • Ahoi Jennifer,

      danke für deine Worte. Ich bin eh nicht so der Typ, der sich dann verbuddelt. Vielleicht mal für einen Tag, aber davon ändert sich ja auch nichts 😀

      Deine Buchtips gucke ich mir gleich mal an!

      Cheerio und einen guten Start in die Woche,
      Mareike

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  2. Moin!
    Eine Nachprüfung im Winter? Also nur eine von den Sechsen? Das ist doch zu 5/6 bestanden! 😉
    Dass Du mit der Philosophie des Meeres auch noch nicht viel weiter bist, beruhigt mich. Es ist halt doch deutlich anspruchsvoller als z.B. Kapitän Schwandts Kolumnen.

    Tschüs und eine gute Woche!
    Andre

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    • Ahoi!

      Jaaa, alle sagen mir, dass ich fünf von sechs bestanden habe, aber so richtig toll finde ich das trotzdem nicht 😀

      Philosophie des Meeres ist halt, wie du schon sagst, anspruchsvoll. Das liest man nicht an einem Stück wie einen Thriller. Auf welcher Seite bist du denn?

      Cheerio
      Mareike

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  3. *grins& da suche und suche ich und erfahre das der Beitrag erst noch kommt 🙂
    Egal, wenn ich schon mal da bin und deinen Beitrag lese kann ich ja auch ein Kommi dalassen.
    Prüfung vermasselt? Ärgerlich aber es gibt schlimmeres, ja ich weiß doofer Spruch aber im Winter schaffst du es. Vielleicht war der ganze Trubel der da bei dir geherrscht hat ein Auslöser.

    Dystopien lese ich seltsamerweise vermehrt in der dunklen Jahreszeit. Warum kann ich gar nicht sagen.
    Aber bald lesen wir ja 900 Meilen, Zombies…arg….War nicht meine Idee 😉 wenn das mal nicht dystopisch ist!

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und lasse liebe Grüße da. Bis bald dann
    Kerstin

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    • Ahoi!
      Ja, der Trubel um G20 hat echt dazu beigetragen. Wenig Schlaf, kaum lernen können, maximale Examenspanik… Im Winter klappt es dann hoffentlich.

      900 Meilen mit lauter Zombies…na denn man tau 😀 Aber spannend, dass wir beide unsere bevorzugten Jahreszeiten für Dystopien haben. Ich habe gerade eine neue gekauft, die will ich am liebsten sofort lesen!

      Cheerio
      Mareike

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