[Federlesen] Das Feminismusspecial ist zu Ende, die Diskussion nicht

Einen Monat lang habe ich habe ich mich, zusammen mit Gastautorinnen, dem Thema Feminismus gewidmet. Einen Monat lang wurde kommentiert und diskutiert, und natürlich hoffe ich, dass der Austausch weitergeht. Was ich in dieser Zeit gelernt habe: es gäbe noch so viel mehr zu besprechen, vorzustellen, noch mehr Austausch, auf noch mehr Themen noch mehr aufmerksam zu machen.

Im Eingangsartikel habe ich gesagt, dass auch Männerstimmen zu Wort kommen. Leider habe ich das im Laufe des Monats doch nicht geschafft. Ich wäre auch gerne noch mehr auf das Thema „Reproduktion“, speziell Verhütung, Abtreibung und Regretting Motherhood, eingegangen. Dazu fehlten Platz und Zeit. Und ganz allgemein bin ich bei meinen Recherchen und im Austausch mit euch über weitere Themen gestoßen, über die ich sprechen will.
Vielleicht ahnt ihr, worauf das hinauslaufen wird: man wird nicht nur weiterhin von mir zu dem Thema hören, ich habe jetzt schon fast genug Material für ein zweites Feminismusspecial, das allerdings erst nächstes Jahr stattfinden wird.

Wo bleibt der Spaß?

Was bei keinem politischen oder gesellschaftlichen Kampf fehlen darf, ist der Spaß. Ohne Spaß, ohne Witz und Humor wird man schnell frustriert und verbittert, denn gesellschaftliche Bewegungen erzielen nie Ergebnisse von heute auf morgen. Es kann sehr zermürbend sein, immer und immer wieder die gleichen Argumente zu erklären. Manchmal fühlt man sich ohnmächtig wenn man denkt, man hat was erreicht, und dann kommt ein Politiker und macht mit einer einzigen Unterschrift die Arbeit von Jahren kaputt.

Was da hilft? Sehr viel schwarzer Humor. Für den Anfang empfehle ich zwei Dinge.
Zum einen das dünne aber fantastische Buch Das Problem mit den Frauen von Jacky Fleming. Es trieft vor Ironie und Sarkasmus, und auch wenn das Thema bzw. die Geschichte der Frauen durchaus traurig ist, hier kann und soll man schallend lachen. Oder sich an den Kopf fassen ob der Überzeugungen, die Männer gegenüber Frauen hatten und haben.

Zum anderen habe ich auch als Abschiedsgeschenk einen feministischen Bullshit Bingo gebastelt. Ihr dürft den gerne teilen und verbreiten. Außerdem habe ich noch eine Literaturliste zusammengestellt, auf die man oben in der Menüleiste jederzeit schnell zugreifen kann und die stetig erweitert wird.

Ich hoffe, euch hat das Special gefallen. Ich bedanke mich nochmal ganz herzlich bei Elif für den tollen Artikel zur Intersektionalität, bei Tasmin für die Rezension zu Malala, und bei Rike für ihren Artikel aus Sicht einer Mutter. Und natürlich auch bei euch, für das Teilen, den Austausch und auch die aufbauenden Worte bei vielen Artikeln.

Da kommen neue Bücher

In den Herbstvorschauen sind mit zwei Bücher aufgefallen, die auf meiner „definitiv kaufen“-Liste gelandet sind.
Zum einen erscheint Anfang September im Nautilus Verlag das neue Buch von Laurie Penny, Bitch Doktrin. Laurie Penny ist eine meiner wenigen Instant-Buy-Autorinnen und ich kann ihr neuestes Buch kaum erwarten.

Zum anderen erscheint am 01. Februar 2018 Das Beherrschte Geschlecht. Warum sie will was er will von Sandra Konrad bei Piper. Ich bin sehr gespannt auf das Buch!

Die Artikel des Specials im Überblick

Artikel

Was soll der Quatsch mit dem Feminismus?
Ain’t I a Woman? (von Elif)
„Mit den Beinen kannst du aber keine Hotpants tragen!“ – Lookism is real!
Warum ich Blümchenstirnbänder schon immer scheiße fand (von Rike)

Bücher

Sammelrezension Feminismus für Anfänger
Mary Talbot/Kate Charlesworth – Votes for Women
Malala. Ihr Recht auf Bildung//Ich bin Malala (mit Tasmin)
Sonja Eismann – Ene, mene, Missy
Sammelrezension Essaybände
Andi Zeisler – Wir waren doch mal Feministinnen

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10 Gedanken zu “[Federlesen] Das Feminismusspecial ist zu Ende, die Diskussion nicht

    • Hallo Jennifer

      Toll dass es dir so gut gefallen hat 🙂 Der zweite Teil kommt auf jeden Fall, ich muss nur schauen wann. Dieses Jahr wie gesagt nicht mehr, aber ich werde zwischendurch bestimmt immer mal wieder feministische Themen bloggen.
      Cheerio,
      Mareike

      Gefällt 1 Person

  1. Liebste Mareike,
    vielen Dank, dass ich Teil deines Specials sein durfte und danke für das tolle Special an sich! Ich weiß schon, warum du zu meinen Lieblingsblogger*innen gehörst. ❤ Bitte bleib nie still und mache dich weiterhin stark!
    Allerliebste Grüße,
    Elif

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Mareike
    Vielen lieben Dank für dieses tolle Special, es sind einige Bücher auf meine Leseliste gewandert und ich freu mich schon sehr sie alle zu lesen 😊 Ich finde es super toll wie du diese Themen hier auf dem Blog besprichst und passende Bücher empfiehlst! Wirklich grossartig ❤
    Liebe Grüsse
    Julia

    Gefällt 1 Person

      • „Ene mene Missy“ ist bereits auf dem Weg zu mir, sonst steht auch „ich bin malala“ ganz weit oben auf meiner Liste. Den Link zu deinen Beiträgen sind bei mir schön gespeichert, damit ich bei Bedarf darauf zurückgreifen kann. Ich will mich Schritt für Schritt in das Thema einlesen 🙂
        Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende!

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  3. Ha! Und wer hat am Wochenende „Das Problem mit den Frauen“ in der Bücherei entdeckt? Ohne deinen Tipp hätte ich das nie ausgeliehen, weil es auch noch im Regal für „Frauenliteratur“ stand. Es hat mir aber sehr gut gefallen und ich habe nun eines für eine Freundin gekauft. Vielen Dank!

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  4. Ich bin über einen Hinweis auf Deine Feminismus-Aktion auf diesem Blog gelandet und habe mich einmal durch die Beiträge gelesen. Zunächst einmal vielen Dank für die Mühen, die sich sowohl Du als auch Deine Gastschreiber*innen gemacht haben und danke für einige sehr gute Literaturtipps, die ich bisher nicht so ganz auf dem Schirm hatte. Und ich hoffe, dass Du wie auch die anderen Schreiber*innen an dem Thema dran bleiben, weil das mehr als wichtig ist.

    Allerdings habe ich einen kleinen Kritikpunkt vorzubringen:
    Gerade bei den Kurzkritiken fehlten mir vielleicht ein oder zwei kurze Sätze über die Autor*innen, um zu sehen, aus welcher Perspektive geschrieben wird, und um es letztlich entsprechend rezipieren zu können. Und das finde ich persönlich im Umgang mit Literatur zu Feminismus aber auch anderen -ismen unglaublich wichtig.
    Ein konkretes Beispiel aus dem Pool der Autor*innen, die im Rahmen dieser Aktion vorgestellt wurden, wäre direkt Laurie Penny, die du auch im obigen Beitrag erwähnst. Ja, Fleischmarkt, was an anderer Stelle vorgestellt wurde, hat sich auf dem Markt feministischer Literatur in den letzten Jahren etabliert und das vermutlich auch nicht unbegründet. Ich habe das Buch nie gelesen, kann und möchte mir entsprechend kein Urteil darüber bilden, kenne aber einige Artikel, die an anderen Stellen erschienen sind, und ja,sie tragen ihren Teil zum modernen Feminismus bei. Allerdings stoße ich mich trotzdem stark an ihr und vielleicht auch ein bisschen an dem, zumindest erscheint er auch hier als solcher, doch ziemlich unreflektiertem Hype um ja, ihre Person, weil die Trennung zu ihrem Werk in einem dermaßen politisch und gesellschaftlich aufgeladenem Bereich nicht vollständig möglich ist.
    Denn: Laurie Penny ist Unterstützerin der BDS-Kampagne, die sich dafür einsetzt, Israel kulturell, politisch und wirtschaftlich zu isolieren. Teils geht es soweit, dass dem Staat Israel das Existenzrecht aberkannt wird und das hat definitiv antisemitische Züge. Und entschuldige, wenn ich das so sage, aber ich bekomme da persönlich Bauchschmerzen, wenn jemand Laurie Pennys Buch empfiehlt, das aber unerwähnt lässt, weil es wichtig ist. Denn hier zeigt sich genau das, mit dem sich Elif in ihrem Beitrag auseinandergesetzt hat. Und das folgende Zitat trifft eigentlich den Nagel auf den Kopf: „Wenn wir über Feminismus reden, müssen wir immer auch über weitere -ismen reden: Rassismus, Ableismus und Klassismus sind die gängigen Beispiele. Wenn dir Feminismus wichtig ist, du aber keinen wert auf Antirassismus legst, dann ist dein Feminismus nicht ausreichend und exkludierend.“
    Genau dieses Problem sehe ich bei Laurie Penny und denke, dass das auf jeden Fall in der Auseinandersetzung mit ihrem Werk bedacht werden muss, was hier leider, aus welchem Grund sei dahingestellt, nicht passiert ist. Vielleicht ist das ein Punkt, den man bei zukünftigen Rezensionen von derartigen Büchern einfach mal im Hinterkopf haben sollte. Das soll keine Kritik an deiner Art zu rezensieren sein, sondern einfach ein kleiner Hinweis.

    Falls Interesse besteht, hier noch eine vertiefende Hörempfehlung u.a. zu dem Thema um Laurie Penny:
    http://lila-podcast.de/lila077-antisemitismus-im-feminismus/ . Auch die Leseliste bietet da einen guten Überblick – und allgemein geben die Damen, die den Podcast machen, immer wieder sehr gute Literaturempfehlungen, die sich mit Themen des Feminismus auseinandersetzen.

    Entschuldige die Länge des Kommentars, aber es musste einfach raus und ich denke, kürzer wäre das Thema leider zu knapp gekommen.

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    • Ahoi!
      Sorry, dass ich dir jetzt erst anworte, aber dein Kommentar ist weißdergeier wieso im Spam gelandet.

      Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Laurie Penny im Zusammenhang mit BDS gar nicht auf dem Schirm hatte. Da werde ich jetzt mal tiefergehend nachforschen, deswegen auf jeden Fall schonmal danke für den Hinweis und den Linktip. Denn in einer Sache hast du Recht: Israel das Existenzrecht abzusprechen ist, bei aller Kritik, ein absolutes No Go. Ich bin im September auf einer Lesung von Laurie Penny zu ihrem neuen Buch, vielleicht habe ich bis dahin ein paar knackige Fragen, die ich stellen kann.

      Und entschuldige dich nicht für die Länge des Kommentars, ganz im Gegenteil. Über solche Kommentare werden Austausch und Diskussion erst ermöglicht, und wie du siehst, hast du mir schon mal einen kleinen Tritt in den Hintern gegeben 😉

      Cheerio,
      Mareike

      Gefällt mir

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