[Rezension] Roxanne Gay – Bad Feminist. Essays

Titel: Bad Feminist. Essays
Autorin: Roxanne Gay
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0-06-228271-2

Gay befasst sich in ihren Essays mal mehr, mal weniger offensichtlich mit Feminismus.
In ihren sehr praktischen Analysen der Popkultur nimmt sie bspw. gehypte Filme wie Django Unchained unter die Lupe und analysiert treffend, warum auch dieser Film rassistisch ist. Rape Culture in Songs wird ebenso analysiert wie Fifty Shades of Gray. In einem Essay verurteilt Gay die Banalisierung der Sprache, mit der in den Medien sexuelle/sexualisierte Gewalt beschrieben wird, in einem anderen ist dick/fett sein ein Thema, mit dem sie sich auseinandersetzt.

Vor allem schafft es Gay, durch ihre tlw. sehr persönlichen Bezüge zu den Themen einen Zugang zu schaffen, auch wenn man keine PoC ist, und so bei PoC betreffenden Themen die Sichtweise zu erweitern. Gerade für weiße gibt es mehr als einen Aha-Moment in dieser Essaysammlung. Dabei werden die Essays nicht trocken, sondern sind regelmäßig mit einer gut dosierten Prise Sarkasmus gewürzt. So antwortet Gay auf den Vorschlag, sich angesichts von Rape Culture und Übergrifflichkeiten zu entspannen („Lighten Up!“ – Entspann dich!): „It’s hard to be told to lighten up because if you lighten up any more, you’re going to flow the fuck away.“ (S. 189)

Bei aller Kritik ist vor allem eine Kernaussage von Gay immer wieder wichtig (und wird auch an unterschiedlichsten Stellen wiederholt): Es ist absolut okay, nicht DIE perfekte Feministin zu sein und auch an seinen eigenen Erwartungen zu scheitern. Menschen sind als Charaktere komplex und durchaus auch widersprüchlich, und das ist so völlig in Ordnung: „…it’s okay when I do not live up to my best feminist self.“ (S. xiii)Während sie den Feminismus sehr ernst nimmt, ist sie der Meinung, dass man selbst nicht die perfekte Feministin sein muss, gerade weil wir in einer Gesellschaft leben, die von jeder*m jederzeit Perfektionismus erwartet.

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3 Gedanken zu “[Rezension] Roxanne Gay – Bad Feminist. Essays

  1. Pingback: [Behind the Screens] #36: Blog geht in die Examenspause | Die Bücherkrähe

  2. Pingback: #7 Quergelesen – Was war los in meiner Woche | Lesen in Leipzig

  3. Ich muss das Buch echt endlich mal lesen. Roxanna Gray taucht als Name bei mir immer wieder auf allen möglichen Dashboards auf (zum Großteil allerdings tatsächlich, weil die Menschen von bisexual-books sehr, sehr große Fans zu sein scheinen xD).

    … ach, mir fällt grad ein, eine lokale Buchhandlung kriegt eh grad Stunk von rechts, weil sie ein sexistisches Buch nicht ins Sortiment genommen hat, ich geh einfach mal bestellen. 8)

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