[Dokumentation + Gastrezension] Malala. Ihr Recht auf Bildung // Ich bin Malala

Heute gibt es zwei Rezensionen. Zum einen stelle ich euch die Dokumtantation Malala. Ihr Recht auf Bildung vor. Außerdem war Tasmin so freundlich, die Biografie Ich bin Malala kurz zu rezensieren. Ihre ausführliche Rezension ist natürlich auch verlinkt. Vielen Dank, Tasmin!


Titel: Malala. Ihr Recht auf Bildung
Originaltitel: He named me Malala
Regisseur: Davis Guggenheim
Jahr: 2015

Jeder kennt Malala, die jugen Frau, die vor ein paar Jahren einen Mordanschlag der Taliban überlebte. Die damals 15jährige hatte den Zorn der Terroristen auf sich gezogen, weil sie sich lautstark für das Recht von Mädchen und Frauen auf Bildung einsetzte. Eine Kugel traf sie im Kopf, doch sie Überlebte und wurde nach England ausgeflogen. Dort lebt sie seitdem mit ihrer Familie im Exil.

Der Regisseur Davis Guggenheim begleitete Malala einige Zeit und zeigt in seiner Dokumetation eine sehr private Malala, die sich mit ihren Brüdern streitet, im Koran liest und verlegen wird, wenn sie nach Roger Federer gefragt wird.
Vor allem ihr Verhältnis zu ihrem Vater wird in den Vordergrund gestellt, was vielfach kritisiert wurde. Gerade bei Malala, die sich für das Recht von Mädchen und Frauen auf Bildung einsetzt, scheint es verwunderlich, dass ihre Mutter eine so kleine Rolle zu spielen scheint. Dazu muss man aber auch verstehen, dass Malalas Vater selbst Aktivist im Swat-Tal war und gegen die Taliban gesprochen hat. Er hatte Jahre zuvor eine Schule gegründet, in der auch Mädchen unterrichtet wurden, und Malala früh mit Schulbildung in Kontakt gebracht. Malalas Mutter hingegen hat keine Schulbildung. Sie wurde von Malalas Großvater zwar in der Schule angemeldet, aber sie fand es schnell langweilig und ging nicht mehr hin – was keiner bemerkte oder keinen interessierte.
Malalas Vater unterstützte seine Tochter immer in ihren Protesten ohne sie dazu zu zwingen, wie Malala sagt, und das Verhältnis zwischen den beiden scheint allgemein einfach enger zu sein. Trotzdem betont sie, dass sie, wäre sie die Tochter konservativerer Eltern und wären ihr Vater und ihre Mutter nicht so aufgeschlossen, wäre sie eine andere Malala.

Bei der Dokumentation gibt es andere, kritischere Punkte.
Es gibt immer wieder Rückblenden in verschiedene Zeiten von Malalas Leben. Wenn man sich nicht mit der Chronologie auskennt, ist das zeitweilig sehr verwirrend, da keine Jahreszahlen angegeben werden.
Etwas zu kurz kam für meinen Geschmack das pakistanische Bildungssystem, dass allgemein recht erstarrt ist und, so wie ich es verstehe, vor allem durch Privatschulen geprägt ist, die selbst über Zulassung ihrer Schüler*innen und den Lehrplan entscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bildung von Mädchen allgemein nicht als wirklich wichtig eingestuft wird, und nur reiche Familien sich das für ihre Töchter leisten können. Stattdessen wird in der Dokumentation der Terrorismus durch die Taliban als einziges Hindernis genannt, was aber zu kurz greift. Allerdings liegt der Fokus der Dokumentation auf dem Swattal und wie die Taliban dort Fuß fassen konnten und sich das Leben unter ihnen langsam veränderte.

Insgesamt ist Malala. Ihr Recht auf Bildung eine nette Dokumentation über die junge Frau, die sich vehement für Bildung einsetzt, und sie vor allem von ihrer privaten Seite zeigt. Ich denke aber, dass ihre Biografie gehaltvoller ist. Für Kinder und Jugendliche oder Lesefaule stellt die Dokumentation aber ein gutes, erstes Portrait der Bildungsaktivistin dar.


Bild (c) Tasmin Hansmann


Titel:
Ich bin Malala
Autorin: Malala Yousafzai
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-78689-5
Ausführliche Rezension von Tasmin

Wer bei diesem Buch eine langweilige Biographie eines jungen Mädchens erwartet, wird eine Überraschung erleben. Denn Malala erzählt nicht nur die Geschichte ihres Lebens und von der Gewalt, der sie durch die Taliban ausgesetzt war. Stattdessen lehrt sie uns viel über Pakistan (bzw das Swat Land), ihre Familie, das Leben inmitten eines von Extremisten terrorisierten Gebiets, den Islam und von der Stärke, die Wissen inne wohnt. Und das, ohne dabei langweilig oder ausschweifend zu werden. Obwohl sie so jung ist, ist ihre Stimme in diesem Buch genauso beeindruckend, laut und friedlich wie in ihren Reden. In jeder Zeile spürt man ihren Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und ihr Traum ist es, das durch Bildung – vor allem für Mädchen und Frauen – möglich zu machen. Doch sie spricht nicht nur davon, sie setzt es auch in die Tat um. Eine wahre Heldin und ein unglaubliches Vorbild.

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5 Gedanken zu “[Dokumentation + Gastrezension] Malala. Ihr Recht auf Bildung // Ich bin Malala

  1. Ich habe „Ich bin Malala“ vor zwei Jahren gelesen und fand es unglaublich bewegend und ermutigend! – Tasmin hat das wirklich super zusammen gefasst und auch die Dokumentation klingt ganz interessant, wobei ich wohl immer dem Buch den Vorzug geben würde! ^^

    LG
    Hanna

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  2. Hallo,

    ein toller Beitrag, der mich dazu gebracht hat, ernsthaft darüber nachzudenken, ob ich das Buch nicht auch endlich mal lesen soll. Danke! 🙂

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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  3. Pingback: [Federlesen] Das Feminismusspecial ist zu Ende, die Diskussion nicht | Die Bücherkrähe

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