[Behind the Screens] #30: BtS-Urlaubsvertretung, Lange Nacht der Zeit und Lieblingsmenschen

Behind the Screens ist ein Format, das Belle von Stehlblüten und Philip von Bookwalk ins Leben gerufen haben. Da die beiden im Moment derart von Uni, Job und Prüfungsstress eingebunden sind, übernehme ich quasi als Urlaubsvertretung die Organisation von Behind the Screens, und ich gebe mein Bestes, es in ihrem Sinne weiterzuführen.
Es wird sich fast nichts ändern, es wird weiterhin wöchentlich stattfinden mit wechselnden Fragen und wenn ich es hinbekomme, gibt es unten auch das Formular, in dem ihr eure Beiträge eintragen könnt.
Belle hat mich allerdings ermuntert, selbst auch was zum Format beizutragen, insofern gibt es eine neue Kategorie: Song der Woche. Ich habe das schon öfter gemacht und letzte Woche erst wieder begonnen, und ich bin schon sehr neugierig, was ihr euch alle auf die Ohren haut.
In diesem Sinne: lasset die Screens erleuchten.
Und danke an Belle und Phil für das Vertrauen!

1. Wie war deine Woche

Vom Gefühl her ziemlich anstrengend, ich bin ständig am frühen Abend eingeschlafen und hatte, als ich ins Bett ging, trotzdem keine Schwierigkeiten einzuschlafen. Im Moment sind meine Tage gut ausgefüllt mit Prüfungsvorbereitung (im Juli sind die mündlichen Prüfungen), arbeiten und bloggen. Ach ja, und für meine Social Credibility muss ich auch immer mal was tun.

Diese Woche habe ich einer Freundin beim Umzug geholfen, und mal abgesehen davon, dass ich noch nie einen derart entspannten Umzug erlebt habe, traf ich dort alte Freunde, die ich seit Ewigkeiten nicht gesehen hatte, und neue Menschen, die ich über zig Ecken aber trotzdem kannte. Ich habe beschlossen, eine alte Tradition wieder aufzunehmen, und regelmäßig zu kochen oder zu backen und dann Freunde einzuladen. Außerdem bin ich jetzt wieder sehr motiviert, meine Wohnung weiter auszumisten. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an Januar, als ich angefangen habe, meine Bude zu entrümpeln. Irgendwie wird es aber nicht weniger, und ich will mich wieder mit Müllsack und Altpapierbox bewaffnen.

Gestern fand in Hamburg Die lange Nacht der Zeit statt, ein Tag voll mit kulturellen Veranstaltungen, die man kostenlos besuchen konnte. Ich wollte unbedingt zu Mohamed Amjahid, aber Dank Umzug war ich so k.o., dass ich den Termin verpennt habe. Abends traf ich mich mit Johnny, weil wir zu einer weiteren Veranstaltung wollten. Bei „Jetzt Aber!“ sollten Jack Urwin, dessen Buch Boys Don’t Cry im März erschienen ist, Mithu Sanyal, Susanne Meyer und Chris Köver über die Notwendigkeit von Feminismus sprechen. Ich habe mich auf die Diskussion gefreut wie ein Schnitzel.
Und dann habe ich nach 10 Minuten den Saal verlassen. Warum? Ganz einfach. Die Veranstaltung sollte auf Englisch stattfinden, was mir persönlich wumms ist, da ich die Sprache ziemlich gut beherrsche. Die Moderatorin Marie Schmidt anscheinend weniger. Dass jemand Lampenfieber hat und nervös wird, wenn sie/er auf der Bühne eine Diskussion leiten muss, ist verständlich. Dass man sich krampfhaft an seinen Zetteln festhält und in monotonem Singsang bar jeglicher Betonung ein Englisch vorliest, das zum Fremdschämen einlädt, und damit das Publikum fast in den Schlaf redet, ist weniger cool. Nicht falsch verstehen. Nicht jeder muss perfektes Englisch sprechen, aber man sollte dem/der Sprecher*in folgen können, was tlw. schlicht unmöglich war. Und wenn man eine Veranstaltung in Englischer Sprache veranstaltet, sollte man eine*n Moderator*in hinsetzen, die/der sich sicher mit der Sprache fühlt.
Als Schmidt schließlich die erste Frage stellte, war ich erleichtert, denn nun konnte die Diskussion endlich beginnen – allerdings schwafelte die erste Rednerin völlig an der Frage vorbei, warum Feminismus heute „cool“ sei. Wenn eine Diskussionspartnerin kein Ende findet und dennoch nicht zum Punkt kommt, ist es meiner Meinung nach die Aufgabe des/der Moderator*in, das Gespräch wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Johnny und ich haben kurzerhand beschlossen, das Ganze sein zu lassen und lieber bei mir noch was zu kochen. Ich war unglaublich enttäuscht und traurig, weil ich mich so auf Jack Urwin und Mithu Sanyal gefreut habe, aber das war einfach nicht zu ertragen. Eine Mitarbeiterin der Zeit hatte mir vor der Veranstaltung gesagt, dass die Veranstaltung aufgezeichnet werde, also werde ich mir, sobald das Video online ist, die Runde einfach am Laptop anschauen.

Die lange Nacht der Zeit im Mojo Club. Da war die Bühne noch leer und ich voller Vorfreude

2. Gibt es Bücher, bei denen du dich im Nachhinein schämst, sie gelesen zu haben?

Ich schäme mich auch nicht für Twilight – egal, was ich von den Büchern halte!

Über diese Frage musste ich ein bisschen nachdenken, denn natürlich habe ich auch Bücher gelesen, die man im Bus am liebsten hinter einer Zeitung verstecken möchte. Ich erinnere mich da an diverse Erotikbücher, die ich als Teenager gelesen habe. Ihr wisst schon, diese Nackenbeißer mit den komischen Covern, die „Die Liebe des Highländers“ oder „Das Geheimnis des Söldners“ hießen oder so. Aber im Nachhinein schämen? Nö. Wieso auch?

Man sollte sich nicht schämen müssen für das, was man liest. Ich finde das eine schreckliche Entwicklung, vor allem auf Twitter, dass Leute dafür angegriffen werden, welche Bücher sie lesen. Ich kann verstehen, dass bestimmte Bücher auf Unmut stoßen, und die Bücher selbst darf (und muss) man kritisieren, auseinandernehmen, verdammen. Aber nicht die Leser*innen.
Ja, Bücher wie Paper Princess und ACOTAR, die katastrophale Beziehungsmuster als völlig normal und sogar schön darstellen, sind kritisch. Aber diese Arroganz, mit der sich manche hinstellen und sagen, man solle sich schämen, sowas zu lesen, geht mir gehörig auf den Keks. Wer bestimmt denn, was unter jeglichem Niveau ist und was nicht? Ich wurde früher von Lehrern belächelt, weil ich Jugendromane und Thriller las, heute werde ich belächelt, weil ich auch gerne Sachbücher lese und damit nicht „in bestimmte Kreise“ passe. Diverse Menschen, die mir zum jeweiligen Zeitpunkt nahestanden, warfen mir vor, zu intellektuell zu sein und mich damit über zu stellen (was gar nicht meine Intention war, ich mag einfach Philosophie und Geschichte), und es gab regelmäßig Streit. Um den zu vermeiden, las ich solche Bücher nur noch heimlich – und das kann’s ja nun auch nicht sein.

Nein, ich schäme mich nicht für ein einziges Buch
, das ich gelesen habe. Weder für 50 Shades of Grey (das ist allerdings abgebrochen habe), noch für Twilight (das ich immerhin gucke, wenn ich Liebeskummer habe, und es gibt kein besseres Mittel), noch für die Nackenbeißer oder irgendwas anderes. Und ihr solltet das auch nicht!

3. Highlight der Woche

Der Donnerstag. Es war ein fast perfekter Tag.
Ich habe in der Bibliothek viel geschafft, kopiert, gelesen, Notizen gemacht. Auf einmal bekam ich eine Fotonachricht in der Familien-Whatsapp-Gruppe (ungemein praktisch, glaubt mir). Mein Bruder saß beim Tätowierer und ließ sich die Geburtsdaten meiner Schwester und mir samt unserer Sternzeichen auf den Torso stechen. Ich habe panisch versucht, ihn anzurufen, denn auf dem Foto sah es aus, als wären die Daten falsch. Bruder nicht erreicht, Nummer des Studios stimmte nicht mehr, ich war kurz davor, hinzufahren, da es nur 15 Minuten von der Bibliothek weg war. Dann rief mein Bruder auch schon an und lachte mich aus. Die Daten stimmten, ich solle nicht so eine Welle schieben, und wir haben uns spontan für Kaffee und Brause getroffen. Ich sehe ihn recht selten, deswegen habe ich das sehr genossen.
Danach traf ich mich mit Johnny, und wir haben uns erst was zu futtern besorgt und haben anschließend im Park den endlich angekommenen Frühling/Sommer genossen. Bei Bier haben wir wieder ordentlich diskutiert. Es ist etwas, das ich sehr genieße. Wir können völlig unterschiedlicher Meinung sein, bis auf’s Mark diskutieren und streiten – aber das Bier wird dann trotzdem zusammen getrunken.
Als ich nach Hause kam, war ich von der Sonne und dem Bier so k.o., dass ich auf der Couch eingeschlafen bin…

4. Song der Woche


Und bei euch so? Wie war eure Woche, und gibt es Bücher, für die ihr euch schämt?

Leider funktioniert bei mir das wundervolle Listen-Widget nicht, ich denke, es liegt daran, dass ich bei wordpress.com und nicht bei .org hoste. Das macht nichts, ist nur ein bisschen umständlicher: ich erstelle eine manuelle Liste. Schickt mir einfach die Links zu euren Beiträgen oder postet sie in den Kommentaren, ich werde sie dann hier eintragen.

Tabi von Ein Buch kommt selten allein
Diana von Lesewelle

Die Fragen für nächste Woche

1. Wie war deine Woche?
2. Welche Autorin oder welchen Autor würdest du gerne mal treffen? Was würdest du sie/ihn fragen?
3. Was war dein Wochenhighlight?

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7 Gedanken zu “[Behind the Screens] #30: BtS-Urlaubsvertretung, Lange Nacht der Zeit und Lieblingsmenschen

  1. Hello, hello!
    Iiich freu mich ja riesig, riesig, riesig über den Song der Woche! 🙂 Man ist ja immer auf der Suche nach neuer/alter Musik und spricht gern über die eigenen Lieblingsstücke. Juhu!!
    Ich hab mich dann heute auch endlich dazu entschieden mitzumachen: https://einbuchkommtseltenallein.wordpress.com/2017/05/14/behind-the-screens-riesen-wald-und-ein-epischer-soundtrack/

    Frohes Bloggen und ich freu mich auf die nächsten Behind the Screens,
    Tabi 🙂

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    • Ahoi!
      Ich spreche eigentlich nie drüber, ich knalle einfach nur das Video hin 😀
      Schön, dass du auch dabei bist, den Link habe ich eben in den Artikel eingebunden.

      Cheerio
      Mareike

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  2. Pingback: [Behind the Screens]: Riesen, Wald und ein epischer Soundtrack – Ein Buch Kommt Selten Allein

  3. Pingback: [Behind the screens] #30: Krümel, eine Hochzeit und ein ziemlich albernes Lied

  4. Hey! Ich find Behind the Screens eigtl echt ne coole Aktion! Aber so wie ich das jetzt schon gelesen hab ist das wirklich nur was für Buchblogger oder?
    Grüßle Daisy

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  5. MAREIKE!
    (Ich werde jetzt jeden Kommentar so beginnen, damit du im Geiste immer meine Stimme hörst und den sächsischen Dialekt! >:D)
    Schöner Beitrag und ich finde es toll, dass du die Urlaubsvertretung machst!
    Mein Song der Woche… hmmm… Da ESC war… „Grab the moment“ von JOWST
    Ich könnte es in Dauerschleife hören!

    xoxo

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