[Rezension] Peer Meter/David von Bassewitz – Vasmers Bruder

wp-1488223679651.jpgTitel: Vasmers Bruder
Autor: Peer Meter
Illustration: von Bassewitz
Verlag: Carlsen
Jahr: 2014
ISBN: 978-3551729699

Ein Mann namens Vasmer macht sich auf den Weg nach Ziebice, um dort nach seinem Bruder zu suchen. Der wollte einen Dokumentarfilm über den Serienmörder Karl Denke drehen, der dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts um die 30 Menschen tötete und aß. Bevor man ihn genauer befragen konnte, erhängte er sich in seiner Zelle.

Peer Meter zeichnet sich für die Storyboards von Haarmann (2010, ebenfalls bei Carlsen erschienen) und Gift (2010, erschienen bei Reprodukt) verantwortlich, zwei weiteren Graphic Novels, die deutsche Serienmörder portraitieren. Er arbeitet bei jeder Graphic Novel mit einem anderen Illustrator zusammen.

Doch während vor allem die Bilder in Haarmann und Gift klar waren und die Story unterstützten, ist letztere in Vasmers Bruder verworren und die Bilder so düster, dass man nur mit einer sehr hellen Lampe oder bei Sonnenlicht (bewölkter Himmel? Keine Chance) ein wenig erkennt. Die Bilder sind extrem dunkel und undeutlich, die allerdings nicht zur Düsternis der Geschichte beitragen, sondern das Lesen fast unmöglich machen und dem Verstehen maximal abträglich sind. Details sind nicht erkennbar, die einzelnen Figuren kaum auseinanderzuhalten.
wp-1488220723461.jpgEin weiterer Kritikpunkt ist, dass große Teile des Textes auf Polnisch sind. Das kann ein durchaus gutes Stilmittel sein, um ein bisschen Pfiff in die Geschichte zu bringen. Vorteilhaft wären aber Übersetzungen, z.B. mit Sternchen unten auf der Seite, damit Menschen ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse verstehen, was gerade passiert. Selbst wenn das Gesprochene nicht relevant für die eigentliche Story ist, irritiert dieser Punkt doch sehr.
Schade ist auch, dass im Klappentext zwar der Serienmörder und Kannibale Karl Denke groß angekündigt wird, im Endeffekt aber fast keine Rolle spielt. Er wirkt eher nach und übt auf manche Menschen eine düstere Faszination aus. Die Geschichte hat zwar eine unerwartete Wendung, die hat allerdings nichts mit dem Serienmörder zu tun und im Nachhinein fragt man sich, ob es überhaupt eine Story gab. Schade, aus dem Stoff hätte man vermutlich mehr machen können. Dass er das kann, hat Peer Meter ja bereits in Haarmann und Gift gezeigt.

Wer sich für Serienmörder, insbesondere deutsche, interessiert, kann mal einen Blick reinwerfen, aber nicht zu viel erwarten.wp-1488220767028.jpg

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