[Behind the Screens] #21: Bibliotheksrant und meine erste Blogtour

screensphilipblogblau-1Wie war deine Woche?

Mal wieder recht unspektakulär. Im Moment verlaufen meine Tage und Wochen nach dem gleichen Muster: lernen, arbeiten, Haushalt, lesen, Blog.
Donnestag hat meine Schwester mit einer Freundin bei mir übernachtet, um Germany’s Next Topmodel zu gucken. Das ist bei mir und meiner Schwester seit Jahren Tradition, wenn auch mit Unterbrechungen, und weil wir beide sonst immer viel zu tun haben ist die GNTM-Zeit deswegen so toll, weil wir feste Termine miteinander haben und wieder rumblödeln können. Die beiden Mädels (beide 14 Jahre alt) haben mich zwischendurch geschminkt. Jede machte eine Seite und ich sollte hinterher entscheiden, wer es besser gemacht hatte. Himmel, ich sah aus, sag ich euch. Aber es war lustig, und so wie es aussieht, wird das jetzt häufiger vorkommen. Es tut gut, einen Abend einfach mal nur Blödsinn zu machen, ungesundes Zeug zu futtern und anspruchsloses Fernsehen zu gucken. Wobei es manchmal gar nicht so anspruchslos war.
Dieses Jahr nimmt eine Kandidatin teil, die früher ein Mann war. Als ich meinte, dass man das an ihrem Gesicht z.B. null erkennen würde, klärte mich meine Schwester erstmal über Gesichtoperationen bei Geschlechtsumwandlungen auf. Woher sie das weiß? Sie folgt einer Youtuberin, die über ihre Geschlechtsumwandlung vloggt. Spannend. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Pyjamapartys, bei denen ich der Anstandswauwau bin!

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Zwei volle Beautybags um mich…aufzuhübschen…

Allerdings wäre meine Woche durchaus produktiver gewesen, wenn die Bibliothek nicht permanent das Lernen boykottieren würde.
Achtung, ich rege mich in epischer Breite auf, man kann es auch überspringen und zum näxhsten Punkt übergehen.
Unsere Bibliothek ist zweistöckig, der Eingang ist im Keller. Seit Anfang des Jahres sind die Toiletten in der Bib gesperrt, wenn man auf die Toilette muss heißt es für viele: Treppe runter in den Keller, raus aus der Bib, zwei Stockwerke hoch in den 1. Stock (wie gesagt, Eingang im Keller, im EG sind die Toiletten in der Bib) und dort die Toiletten benutzen, oder runter in den Keller, raus aus der Bib, ins Nachbargebäude, dort die Toiletten finden und benutzen. Nachdem die Damen-Toiletten seit zwei Wochen zwar nicht schön, aber immerhin geöffnet waren, waren sie jetzt wieder gesperrt – wie übrigens jede andere verdammte Toilette meines Fachbereichs.
Nagut, dann eben immer in der Kaffeepause, kann man sich drauf einstellen.
An unseren Arbeitstischen gibt es Steckdosen für Ladegeräte und Laptops. Gerade in dem Bereich, wo ich mit den anderen Examenskandidaten sitze, sind die permanent in Gebrauch, wir leben zuweilen fast in der Bibliothek. Nun passierte Folgendes: Bibliotheksleitung an meinem Tisch „Benutzen sie gerade den Strom?“ „Nein, im Moment nicht.“ „Okay.“ Und zieht dem Tisch den Strom ab. Die Steckdosen waren so alt, dass sie inzwischen eine Gefahr darstellten. Als Ersatz gab es große Steckleisten. Fand ich super, denn oft brauchen man doch mehr Steckdosen. Doch dann merkte ich, dass ich keine Steckleiste bekommen hatte. Es gibt derzeit nicht genügend, um alle Tische zu versorgen. Da ist es natürlich total logisch, den Examenskandidaten, die auf die Bibliothek und die Arbeit dort angewiesen sind um sich vernünftig vorzubereiten, das Lernen so unangenehm bzw. unmöglich zu machen wie es nur geht. Für den Baustellenlärm draußen kann die Bibliotheksleitung nicht, aber für die Sicherstellung, dass der einzige Kopierer für Studenten und der Buchscanner funktionieren schon. Das ist in letzter Zeit aber auch eher Lottospielen.
Ich bin im Moment echt gepestet. Ich weiß, ich kann zu Hause lernen, aber in der Bibliothek ist die Arbeitsatmosphäre eine ganz andere und ich habe bei weitem nicht so viele Ablenkungen.
Ich hoffe, nächste Woche wird das besser, denn ab 15.02. schreibe ich eine Arbeit auf Zeit (zwei Wochen), deren Note in die Examensnote eingeht. Bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie das wohl wird, aber ich stelle mich schon auf einen Aufstand ein.

Gehst du auf die Leipziger Buchmesse? An welchen Tagen wirst du da sein? Und falls nicht: Wie vertreibst du dir die messefreie Zeit?

Ja, ich gehe auf die LBM, ich wurde sogar akkreditiert. Das hat mich sehr gefreut, denn meinen Blog gibt es ja gerade mal ein Jahr und ein paar zerquetschte. Ich werde ab Mittwoch in Leipzig sein und natürlich alle Tage auf der Messe verbringen. Was genau ich machen werde weiß ich immer noch nicht, da nach wie vor so wenig Programme online sind, aber das werde ich nächste Woche endlich genauer planen. Bisher stehen zwei Bloggertreffen auf dem Plan, und natürlich will ich ganz viele von meinen Bloggerkollegen treffen. Wo sonst wenn nicht auf den Messen bekommt man sich denn zu fassen, vorausgesetzt, man lebt nicht in der gleichen Stadt?
Ich hoffe, ich werde ähnlich tolle Dinge erleben wie auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr.

Was war dein Wochenhighlight?

Ich denke, das war die Blogtour, die Vanessa von Bilbiomethasia veranstaltet hat. Sie hat mich netterweise gefragt, ob ich teilnehmen möchte, und nachdem sie mir das Konzept erklärt hatte, war ich Feuer und Flamme. Ich bin bei Blogtouren immer Skeptisch, weil sie oft nach dem gleichen Schema verlaufen und mich nicht wirklich reizen (sorry, Mädels und Jungs, nicht persönlich gemeint). Unsere Blogtour drehte sich um die Erzählung Uns geht’s allen total gut von Daryl Gregory, in der es um eine Therapiegruppe geht, die Übernatürliches überlebt hat. Unsere Blogtour sollte eine Therapiegruppe sein mit Leserinnen, die aus den Buchwelten nie ganz zurückgekommen sind, oder Buchcharaktere, die traumatisches erlebt hatten. Ich war letzeres und habe einen Serienmörder überlebt. Himmel, machte es Laune, den Beitrag zu schreiben. Meine Gruppenmitglieder fanden es tlw. ziemlich creepy – und damit hatte der Text seinen Zweck erfüllt.

wp-1486901028497.jpgNoch ein kleines Alltagshighlight: die neue Werbung der Telekom, in der es um Familie geht. Da gibt es ein homosexuelles Pärchen mit Baby, Spießerfamilie mit Punkersohn, Dragqueens und und und. Im Radiospot wird gesagt „Wenn es sich wie Familie anfühlt, dann ist es auch Familie“. Ich finde es toll, dass ein so großer Konzern neben den traditionellen Familienbildern auch andere Konstellationen zeigt bzw. anspricht (im Radiospot bspw. auch die Patchwork-Familie). Einen kurzen Artikel gibt es hier, den Werbespot dort, und im (nervigen) Song wird nicht „Pussy“ sonder „Posse“ gesungen.
Hinweis: Ja, ich weiß, Werbung und Kapitalismus, „die wollen doch nur verkaufen“. Das wollen andere auch, und machen solche Spots trotzdem nicht.

Song der Woche


Behind the Screens ist eine Aktion von Belle von Stehlblüten und Philip von Book-Walk. Die zweite Frage ändert sich von Woche zu Woche und ist bei Belle und Phil vermerkt.

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3 Gedanken zu “[Behind the Screens] #21: Bibliotheksrant und meine erste Blogtour

  1. Huhu!
    Deine Schwester folgt wahrscheinlich der Jolina Kennen auf YouTube? Letztes Jahr habe GNTM geschaut, da eine Schulkameradin mitgemacht und gewonnen hat 😄 Habe gar nicht mitbekommen, dass es wieder läuft. Werde vielleicht nächste Woche mal reinschauen.
    Ich habe dir ja eben schon geschrieben, dass ich deinen Beitrag für die Blog Tour super fand. Normalerweise bin ich auch nicht so der Fan davon.
    Ich hoffe wir sehen uns auf der LBM 🙂
    Schöne Woche!

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  2. Ich fand unsere Blogtour auch ganz supertoll! Mal was ganz anderes!
    Mein Wochenhighlight war übrigens so viel, dass ich es gar nicht aufgezählt kriege 😀 Aber sicherlich auch, dass ich gestern mein Bücherregal umsortiert habe, dass wir gestern einen ganzen Abend Beatles-Songs mit Gitarre und Klavier gesungen haben und dass ich einfach gut gelaunt war.
    Eine ganze Woche!

    Viele liebe Grüße,
    Anna

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