[Rezension] Kate Tempest – Hold Your Own

wp-1480165462526.jpgTitel: Hold your Own
Autorin: Kate Tempest
Übersetzerin: Johanna Wange
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-12706-3

Vor einiger Zeit habe ich auf 54Books einen Artikel gelesen, in dem einige Gedichtbände vorgestellt werden. Mit dabei war auch Hold Your Own von Kate Tempest, von der ich zwar schon gehört hatte, deren Bücher mich mit ihren Klappentexten bisher aber nicht zum Kauf überzeugen konnten. Aus einer lyrikpositiven Laune heraus – ich hatte aktuell wieder große Lust auf Gedichte – bestellte ich Tempests Gedichtband und war neugierig.

Hold Your Own ist in der deutschen Ausgabe zweisprachig. Normalerweise stört mich sowas, ich lese auch Gedichte lieber im Original, sofern ich die Sprache beherrsche. Eine Übersetzung, egal aus welcher Sprache und egal welche Sorte Text, ist immer auch eine Interpretation, und gerade bei Gedichten fällt dieser Aspekt sehr ins Gewicht. In diesem Fall war es manchmal allerdings genau deswegen spannend und hilfreich, weil ich so die Umgangssprache besser verstehen konnte (Umgangssprache entwickelt sich schneller und hat regionale Unterschiede. Egal, wie sehr man eine Fremdsprache beherrscht, Umgangssprache entwickelt sich rasend schnell, den Überblick zu behalten ist außerhalb des Sprachraums schwer möglich).

Die Gedichte selbst sagten mir bis auf wenige dennoch nicht zu. Es ist schwer zu sagen, woran es lag. Mag sein, dass mir die Übung in moderner Lyrik fehlt, um das gefeierte Genie Kate Tempest zu verstehen. Einige Gedichte kamen mir nichtssagend vor, andere verstand ich vermutlich einfach nicht, nur einige lösten in mir das Gefühl aus, das ich beim Lesen von Gedichten so gerne spüre: eine klare Wahrheit in wenige Verse oder Sätze komprimiert. Interessanter Weise empfand ich diese wenigen Gedichte als unglaublich gut.
Ballad of a Hero erinnerte auch mich, wie 54books, an Hero of War von Rise Against (siehe Videros unten), auch wenn weder das eine noch das andere meiner Meinung nach „Anti-Kriegs-Kitsch“ ist. Wirklich gut sind auch Cruise Control, der Zweizeiler Sigh, und These Things I Know.

Auch wenn mich dieser Gedichtband von Kate Tempes nicht gerade überzeugt hat, gefällt mir ihre politische und gesellschaftskritische Art. Ich werde sie weiter im Auge behalten, und vielleicht auch die deutsche Poetry Slam Szene oberflächlich beobachten. Vielleicht finde ich ja doch noch den Zugang zu moderner Lyrik.

Neben den Besprechungen von Tilman auf 54books und Mario Osterland auf Signaturen ist auf Das Filter eine wirklich gute Rezension von Kristoffer Cornils zu Hold Your Own erschienen, die man auf jeden Fall auch lesen sollte!

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