[Federlesen] Ich kaufe meine Bücher nicht überall

Immer wenn eine Buchhandelskette in die Kritik gerät, werden die obligatorischen Hände in die Luft geworfen und melodramatisch gefragt, wo man denn noch einkaufen könne. Man könnte sich auch einfach mal mit den jeweiligen Kritiken auseinandersetzen und für sich prüfen, ob man mit dieser Kritik übereinstimmt – oder ob diese einen nicht tangieren. In den letzten Jahren war Amazon immer wieder in der Kritik, Thalia war 2016 in den Schlagzeilen, und vor ein paar Jahren auch Weltbild (zu diesem Konzern gehört auch Jokers), was allerdings an vielen vorbeigegangen zu sein scheint. Diese Kritiken haben mich dazu veranlasst, diese Konzerne zu meiden bzw. im Fall von Amazon auf das nötigste herunterzufahren. Warum? Lest selbst.
Ein Anmerkung noch: Ich lasse Kapitalismuskritik außen vor. Dass der gesamte Handel dem Kapitalismus unterliegt sollte jedem klar sein.

Eine Gefahr für den lokalen Handel: Amazon

Amazon ist der weltweit größte und erfolgreichste Onlinehandel für so ziemlich alles, was legal ist (für alles andere müsst ihr ins Dark Web, sorry). Vor allem für Musik, DVDs und natürlich Bücher ist Amazon die erste Anlaufstelle. Was verständlich ist, denn es gibt vermutlich keine größere Datenbank für Bücher als Amazon. Durch die globale Vernetzung und auch den Marketplace ist es möglich, Bücher neu und gebraucht überall auf der Welt zu kaufen.
Die Objekte der Kritik an Amazon sind vielfältig. Ausgelagerte Steuern, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, und nicht zuletzt die Knebelverträge mit Verlagen und die Gefahr für den lokalen Handel.
Es scheint logisch: alles, was man online kauft, kauft man nicht mehr vor Ort im Laden. Nun mag mancher sagen, dass, wenn man im Laden Schmidt sein Buch kauft, das Geld nicht im Laden Schulze nebenan landet. Das ist richtig. Die Initiativen, den lokalen Handel zu stärken, konzentrieren sich aber vor allem darauf, überhaupt offline zu kaufen, damit die Vielfalt erhalten bleibt. Vor allem auf den Buchhandel bezogen (der der gesetzlich verankerten Buchpreisbindung unterliegt) geht es vor allem auch darum, Individualität zu fördern. Es gibt Gründe, warum Menschen bestimmte Buchläden den anderen vorziehen, und nicht immer liegt es daran, dass diese die einzigen vor Ort sind. Es geht um persönliche Empfehlungen der Buchhändler, die nicht von Algorithmen vorgegeben werden und man seinen Horizont erweitern kann. Es geht um die Auswahl des Programms in den einzelnen Buchläden – mein Lieblingsladen hat ausgewählte, gute politische, gesellschaftskritische Bücher, viel Philosophie, Belletristik außerhalb der Bestsellerlisten. Ein anderer Laden, den ich gerne aufsuche, hat die perfekte Literatur vorrätig, um mich in meinem Studium zu unterstützen. Und es geht auch darum, das Stadtbild zu erhalten, bummeln gehen zu können und eine Auswahl zu haben – und nicht nur das, was man in Bahnhofsbuchhandlungen findet.

In diesem Sinne: Support your local Dealer!

wp-1485381180457.jpgRechtspopulistische Literatur bewerben? Mensch, Thalia

Wer nicht bei Amazon kauft, aus welchen Gründen auch immer, geht meistens zu Thalia. Der Hamburger Konzern ist nach eigenen Angaben „Marktführer im Sortimentbuchhandel“, und hat in den letzten Jahren vor allem kleine Buchläden vom Markt gedrängt. Besonders in kleinen Städten ist Thalia oft der einzige stationäre Buchladen. Wie kommt es, dass jetzt viele zum Boykott dieser Kette aufrufen?
Im Oktober 2016 bewarb Thalia Bremen Publikationen aus dem Kopp-Verlag. Zur Info: der Kopp-Verlag ist bekannt für seine rechtspopulistischen Bücher, rechten Verschwörungstheorien und das restriktive Verhältnis zu den Medien. Laut TAZ vom 09.10.2016 wurden die Bücher unter „Aktuelles“ beworben. Thalia gab in der Stellungname an, der freien Meinungsbildung zu dienen und ein umfassendes Bild der aktuellen Diskussionen bieten zu wollen. Allerdings hat Thalia auch eine Verantwortung als Marktführer, und den derzeit eh aufgeheizten Debatten und rechten Hetzen in Politik und Medien noch eine weitere Plattform zu geben, ist schlichtweg verantwortungslos.
„Jetzt werden sich einige denken „Ja, ist uncool, aber muss man ja nicht übertreiben. Schließlich wird niemand zum Kauf gezwungen und jeder muss selber wissen, was er liest“. Ich rate mal ins Blaue, dass jene, die das denken, keiner Minderheit angehören. Zumindest die meisten nicht. Ignorieren können ist ein Privileg und ein Luxus. Darüber schweigen zu können ist ein Privileg und ein Luxus. Ich kann nicht schweigen, wenn aktiv Bücher beworben werden, die meine Existenz als „Bedrohung“, „Islamisierung“, perfiden Plan und was nicht noch alles darstellen. Und deswegen schweige ich auch nicht. Heute ist es der eine Buchhandel, der die Bücher doch bloß ausstellt oder der AfD-Wähler, der halt eine Flüchtlingsunterkunft anzündet – morgen könnte es etwas ganz anderes sein. Ich mag keine deutsche Familienvergangenheit haben, aber so viel Geschichtsbewusstsein habe ich wohl doch, dass ich so etwas nicht tatenlos hinnehme.“
Das schrieb Elif auf ihrem Blog als Antwort auf Thalias Aktionen. Sie ist von der Hetze des Kopp Verlages direkt betroffen, ebenso wie andere Freunde von mir, weil sie nicht in das rassistische „du bist deutsch, du nicht, also gehörst du nicht hierher“ Schema von Rechtspopulisten und Rechtsextremen passen.
Oh, und guess what: man muss keine türkischen, rumänischen, äthiopischen, etc. Freunde haben um Rassismus, rechtspopulistische Verschwörungstheorien und rechte Hetze gegen Minderheiten scheiße zu finden.

Ja, ich bin mir bewusst, dass Thalia vor allem verkaufen will. Man muss das aber nicht um jeden Preis, oder warum kommen andere Buchhandlungen gänzlich ohne Kopp im Programm aus? Únd ja, ich weiß, es gibt die Presse- und Meinungsfreiheit, aber kein Händler ist verpflichtet, alles zu führen.

„Aber Thalia ist der einzige lokale Buchladen in meinem Ort, wo soll ich denn kaufen?“ Geduld, dazu komme ich später!

wp-1485381164379.jpgHomophobie ist übrigens auch ungeil, nicht wahr, Weltbild und Jokers?

Jokers gehört zu Weltbild. Weltbild gehört der katholischen Kirche. 2013 nahm Weltbild homosexuelle Literatur aus dem Programm. Laut queer.de wird das wie folgt begründet: „Der Verlag führe schwule Bücher, Weltbild sei aber eine Firma, „die im Besitz der Katholischen Kirche in Deutschland ist“. Daher sei man eher an „traditionellen Werten“ interessiert, heißt es in der Mail.“
Dass die katholische Kirche nicht gerade offen für Homosexualität ist, ist nichts Neues, und dass sie ihren Überzeugungen auch im Buchhandel Ausdruck verleiht scheint nur natürlich. Zudem scheint auch mein Argument von oben, kein Händler sei verpflichtet, alles zu führen. Es ist allerdings ein Unterschied, ob man mit seiner Entscheidung einer menschenrechtsverachtenden Linie folgt oder nicht. Homosexuelle als Menschen zweiter Klasse zu betrachten ist menschen(rechts)verachtend.(1) Wenn eine Buchhandelskette beschließt, solche Ansichten als Verkaufsprinzip anzuwenden, ist das ihr gutes Recht. Und mein Recht ist es, in diesen Läden nicht mehr zu kaufen.
Delikates Detail: 50 Shades of Grey ist übrigens nicht so sehr gegen die katholischen Traditionen, dass man es aus dem Programm nimmt…

„Und wo soll ich jetzt meine Bücher kaufen?“

Unabhängige Buchhandlungen. Bücher, die nicht vorrätig sind, können in der Regel bis zum nächsten Tag bestellt werden, oder zumindest innerhalb weniger Tage.
Es gibt bei euch nur Thalia? Schmeißt einmal Google an, vielleicht gibt es doch noch einen anderen Buchladen. Der ist doof oder es gibt wirklich keinen? Nun, dann muss es doch der Gang online sein. Viele Buchläden haben einen Onlineshop, mal mehr, mal weniger gut geführt. Ihr findet keinen, der euch zusagt? Dann empfehle ich euch den Online-Shop von Cohen&Dobernigg. Es ist mein Stammdealer, super sortiert, unfassbar kompetente Mitarbeiter und eine angenehme Stöberathmosphäre. Der Online-Shop ist super, und was ihr dort nicht findet, könnt ihr in der Regel telefonisch bestellen.

Ihr seht, man ist als bibliophiler Mensch nicht auf große Ketten angewiesen wenn man es nicht sein möchte. Ich möchte euch auch nichts vorschreiben, jeder muss selbst überlegen, mit welchen Unternehmensphilosophien er leben kann und mit welchen nicht. Aber vielleicht könnt ihr jetzt besser nachvollziehen, warum ich bestimmte Läden versuche zu meiden bzw. es tue. Nicht nur als Bücherwurm, auch als Mensch habe ich eine Verantwortung, und gerade bei Homophobie und rechten Ideologien habe ich keinen Toleranzrahmen.


(1) Bevor sich Protestanten jetzt selbstgefällig auf die Schulter klopfen: die evangelische Kirche ist da auch nicht einheitlich fortschrittlich. Ich erinnere nur an den Brief einiger Bischöfe Anfang 2011 anlässlich einer Gesetzesänderung in der Evangelischen Kirche, deren Gesetzesbegründung die homosexuellen Pastorenpaaren mehr Rechte einräumte. Die Bischöfe sprachen da auch von der den „Gründe[n] der Heiligen Schrift, mit denen die Kirche Homosexualität als widernatürlich und schöpfungswidrig zu beurteilen hat…“ [sic!]. Nachzulesen hier.

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23 Gedanken zu “[Federlesen] Ich kaufe meine Bücher nicht überall

  1. ps zu amazon: der konzern verlangt von verlagen höhere % als die buchhändler ansonsten bekommen. bei grossen verlagen (selbst meist teil einer grossen holding) nicht unbedingt ein problem. die machen das geschäft durch masse. für kleine, d.h.unabhängige, verlage tödlich!

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  2. Ich liebe solche Beiträge, egal wie oft sie schon gepostet wurden, denn sie sind wichtig, um immer wieder daran zu erinnern, dass man eben nicht überall, wo man ein Buch über die Kassentheke reicht auch etwas Gutes für den Buchhandel oder sogar die Gesellschaft tut. Das Kaufen von Büchern bei amazon ist für mich persönlich ein ziemlich großes Thema, da ich genau in diesem Punkt immer sündige. Ich bin diesem schnellen Versand und dem per 1-Click-Kaufen-Button verfallen. Das liegt aber vor allem daran, dass ich einfach keine Zeit habe, stundenlang in der Buchhandlung zu schmökern – was natürlich sehr schade ist – und ich ebenso wenig Zeit habe, überhaupt Buchhandlungen zu besuchen. Wenn das mal passiert, dann höchstens ganz fix in der Mittagspause und dann auch nur, wenn ich schon weiß, was ich haben möchte. Wenn ich dann mal richtig Zeit habe, fahre ich auch gerne in einen kleinen Buchladen in meiner Nähe, bei dem ich eben viel lieber einkaufe, als bei Thalia, Hugendubel & Co. Das Klima dort bekomme ich nirgendwo anders, die Verkäuferinnen sind total nett, lächeln einen an, wenn man den Laden betritt. Das Personal bei Thalia lässt – meiner Meinung nach – überall zu wünschen übrig. Du bist eben nur ein Kunde und fertig. Für kleine Buchläden ist man der Erhalt ihrer Existenz und das zeigen sie einem auch.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich würde so gerne öfter in kleinen Buchläden einkaufen, allerdings fehlt mir einfach die Zeit und es ist eben einfach bequemer abends nach Hause zu kommen und dort das Päckchen von amazon vorzufinden. Natürlich könnte ich auch bei Thalia bestellen, aber da habe ich schon oft beschädigte Ware bekommen…

    Liebste Grüße
    Ellen

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    • Ahoi Ellen!

      Entschuldige bitte, dass ich jetzt erst antworte.

      Der Zeitfaktor ist bei vielen ein Thema, was ich gut verstehen kann. Online zu bestellen ist da sehr viel einfacher, und ich mache das ja auch. Allerdings bestelle ich dann meistens eben im Online-Shop meines Buchhändlers (Link ist im Artikel ;)), das geht so schnell wie Amazon (oft so schnell wie Prime, wenn auch nicht immer) und ich unterstütze meinen Lieblingsladen.
      Was ich bei Amazon allerdings kaufe sind gebrauchte Fachbücher. Wenn ich da aus den Staaten ein Buch für 7€ inkl. Versand bekomme statt für 40, 50, 60€ Neupreis, dann ist das für mich als Studentin ein eindeutig ökonomischer Faktor. Das passiert allerdings sehr selten, vllt ein, zwei Mal im Jahr. Ich bin mir durchaus bewusst, dass man manchmal gar nicht oder nur sehr schwer um diesen Konzern herum kommt, aber es gibt eben doch genügend Alternativen 🙂

      Und was mir auch ganz wichtig ist: ich verurteile niemanden dafür, wo er kauft. Mal abgesehen davon, dass es mir nicht zusteht, will ich das auch gar nicht. Ich möchte nur ins Gedächtnis rufen, dass, wie du schon sagst, Buchladen nicht gleich Buchladen ist 🙂

      Edit: Was mir gerade noch einfällt: Ich kenne zwei unfassbar gute Buchhändler mit Plan von dem, was sie tun. Einer arbeitet bei meinem Stammdealer – der andere bei Thalia. Den vermisse ich manchmal, weil der was Geschichtsbücher angeht unglaublich Ahnung hatte und mir immer wieder Tips gegeben hat. Als ich traurig war (vor der Kopp-Geschichte), dass ich auf ein Buch so lange warten musste, meinte er „Liest du nicht auf Englisch? Das haben wir da, und kostet sogar weniger als die Hälfte!“ Der denkt halt mit, und dem ist schnurzpiepe, ob ich 25€ da lasse oder nur 9€ für die englische Ausgabe.
      Sorry, ich hatte das Gefühl, einmal eine Lanze brechen zu müssen…

      Cheerio und ein zauberhaftes Wochenende,
      Mareike

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      • Ich wünschte mein kleiner Buchladen hätte einen Online-Shop. Dann würde ich wohl nur noch dort kaufen ^^ Aber leider ist der wirklich nur ganz klein, weshalb die nicht mal eine eigene Website haben. Ich kann dort nur anrufen und mir Bücher bestellen, die ich dann allerdings abholen muss. Da haben wir dann wieder den Zeitmangel. Allerdings werde ich mir mal den Online-Shop deines Buchladens näher ansehen. Dann muss ich amazon nicht immer mein Geld in den Hals schieben. ^^

        Ich muss zugeben, dass ich jetzt nicht ganz verstanden habe, für wen genau du eine Lanze brechen musstest. ^^‘ Für die Thalia-Mitarbeiter oder für die kleinen Buchhändler? Meine Kritik bezog sich nämlich nicht auf das Fachwissen der Verkäufer oder deren Geldgier, sondern auf deren Auftreten gegenüber Kunden. Ob in Hamburg oder Schwerin, mich begrüßt niemand im Thalia. Die Mitarbeiter gehen arrogant an einem vorbei (vor allem in Schwerin). In Schwerin existiert sogar das Phänomen, dass alle Mitarbeiter so ein klimperndes Ding um den Hals tragen, so dass man immer hören kann, wenn die durch die Räume gehen. Als ob sie so richtig wichtig sind. Einfach nur nervig.
        Ich wurde dort und auch in Hamburg noch nie gefragt, ob man mir helfen könne. Ich stehe nämlich teilweise echt lange vor Regalen und stöber. Ist das nicht ein Zeichen für einen Verkäufer, dass er mich mal ansprechen könnte oder so? Mich beraten könnte?
        In kleinen Buchläden und vor allem in meinem Lieblingsbuchladen werde ich eben ganz anders behandelt. Ich komme rein und die Augen der Verkäufer dort strahlen. Finde ich länger nichts werde ich angesprochen. Ist das Buch nicht dort, wird es sofort bestellt und ich kann es nach Wunschtermin abholen. Ich fühle mich dort einfach wohler. 🙂

        Liebste Grüße
        Ellen

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      • Ahoi Ellen!

        Ich hatte das Gefühl, für den Buchhändler eine Lanze brechen zu müssen. Interessanterweise sind die Mitarbeiter in speziell dieser Thalia-Filiale alle so drauf, dass sie dich nach einer gewissen Zeit fragen, ob sie helfen können. Vor allem, wenn man völlig verloren oder verwirrt aussieht (wie ich eben). In den anderen großen Filialen war mir das aber auch aufgefallen…
        Allerdings muss ich aber auch gestehen, dass ich gerne stöbere OHNE gefragt zu werden. Darum mag ich meinen kleinen Laden so gerne. Die lassen dich einfach gucken, fragen höchstens, ob du einen Kaffee möchtest. Sie sind immer ansprechbar und signalisieren das auch, das finde ich sehr angenehm. Und da wird auch in einer Engelsgeduld alles nachgeguckt, was ich haben will und nicht da ist. Außerdem organisiert der Laden auch Lesungen (z.B. gestern die mit Jonathan Safran Foer, oder letztes Jahr mit Laurie Penny), das ist einfach toll. Ich könnte noch ewig weiterschwärmen, vielleicht sollte ich einfach mal einen Artikel über meinen Dealer schreiben…
        Du siehst, ich kann deiner Liebe zu deinem Laden absolut folgen. Solche Läden sind toll und sollten gefördert werden, UND es sollte definitiv mehr davon geben.

        Cheerio,
        Mareike

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  3. Ich bestelle vllt 2 Mal im Jahr ein Buch bei Amazon. Also genau: nie.
    Ansonsten bin ich im Hugendubel zu finden, wenn ich konkrete Bücher bestellen muss – für die Schule oder so – gehe ich in den Buchladen in meiner Parallelstraße. Bei meinen Großeltern im Ort gibts auch einen richtig tollen Buchladen, es gibt insgesamt 2 Filialen glaub ich. Super groß und ganz gute Auswahl.
    Ansonsten: Mängelexemplare bei Arvelle.

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  4. Super Beitrag. Das mit Thalia und Weltbild/Jokers ist mir ehrlich gesagt nicht bewusst gewesen. Komplett an mir vorbeigegangen.
    Ich gehe aber trotzdem zu Thalia und zu Hugendubel, weil es einfach schön ist, in einer großen Buchhandlung nach den neuesten Sachen uz gucken. Und das ist nun mal bei diesen beiden Konzernen gegeben. Sie haben die aktuellste Ware. Das kann man nicht bestreiten.
    Und ich finde es immer noch besser, als online die Bücher zu kaufen.
    Trotzdem kaufe ich auch bei amazon mein Zeug. Auch Bücher bzw Mangas. Warum? Weil ich arbeitstechnisch so eingespannt bin, dass ich es nicht schaffe, in Läden zu gehen. Und dann bestelle ich.
    Am liebsten jedoch, da hast du Recht, gehe ich in meine Buchhandlung in der Stadt. Sie kennen mein Lesegeschmack und empfehlen mir Sachen, die ich so vielleicht nie angeguckt hätte. Und ich unterstütze sie einfac gerne, weil ich weiß, dass sie es nötig haben und weil ich sie mag.

    xoxo

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    • Ahoi Vera!

      Ja, das ist es an vielen. War mal aufgefallen, als Philip ein Video mit Saskia (Who is Kafka) und anderen gepostet hat und die bei Jokers unterwegs waren. Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gestoßen bin. Vielleicht im Rahmen zu einer Recherche vom Umgang der Kirchen mit Homosexualität… Wurscht, mir persönlich ist halt wichtig, sowas nicht zu unterstützen, und gerade um Weltbild und Jokers kommt man gut herum.

      Was die Auswahl bei Thalia angeht (Hugendubel gibt es in Hamburg nicht) magst du Recht haben. Neue Sachen und vor allem die Bestseller und „Mainstream“ haben sie da en masse. Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass ich in einer Legebatterie für Bücher bin. Ich habe selten etwas entdeckt, das mich überraschte, und wenn ich gezielt nach bspw. Klassikern gesucht habe, wurde ich oft enttäuscht. Deutsche Klassiker habe ich damals im Alexa in Berlin vergeblich gesucht, in einem Hamburger Thalia gab es kein Cormac McCarthy (der zwar nur Pulitzerpreisträger ist, aber heeey). Der einzige Thalia, der wirklich toll war, war der in Europapassage. Super sortierte Geschichts, Jugendbuch- und Romanabteilung, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, und einer meiner Lieblingsbuchhändler arbeitet da auch.

      Und wie schon bei Ellen gesagt: ich will hier über niemanden richten 🙂 Nur erklären, warum ich manche Buchläden eher nicht so prall finde…

      Cheerio, bis morgen,
      Mareike

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  5. Guter Beitrag!
    Ich finde, wie du auch, den Umgang von Weltbild mit einigen Themen schwierig. Die Kette gehört der Kirche, ist schon klar, aber ich unterstütze diese Kirche nicht weil ich ihre Werte indiskutabel finde, dann muss ich ihre Läden auch nicht unterstützen.
    Abgesehen davon fand ich es unmöglich, was mit den MitarbeiterInnen in der Fast-Insolvenz 2015 passiert ist. Das hat damals wenig Widerhall in der Presse gefunden, deswegen fasse ich das nochmal kurz zusammen:
    2015 stand Weltbild kurz vor der Insolvenz, einige Filialen wurden geschlossen und 67 Filialen verkauft an Rüdiger Wenk. Das ist natürlich super, die MitarbeiterInnen waren damit ja untergebracht und man musste sich keine Gedanken über Sozialpläne, Übernahmen oder Abfindungen machen. Die Läden liefen von da an unter LesensArt und das war’s. Die meisten Filialen haben nicht mal neue Schilder bekommen, da hing nur ein A4-Zettel in der Tür, die Website bestand aus einer einzigen Seite mit einer Liste der Filialen. Sorry, aber das sieht nicht aus, als hätte da jemand ernsthaft eine neue profitable Buchhandelskette aubauen wollen.
    Wenige Wochen später wurden die ersten Filialen geschlossen, das haben die MitarbeiterInnen zum Teil erst am Tag der Schließung erfahren. Einige haben berichtet, dass sie morgens zur Arbeit kamen und Leute antrafen, die damit beschäftigt waren, die Ware auszuräumen. LesensArt war dann erwartbar sehr schnell insolvent und die Leute arbeitslos. Weltbild hat sich gefangen, Rüdiger Wenk hat anschließend in ein defizitäres Tiefbau-Unternehmen investiert, das jetzt auch nicht mehr existiert.
    Und die MitarbeiterInnen der 67 betroffenen Filialen müssen halt gucken was sie machen. Christliche Nächstenliebe hatte ich anders verstanden.

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  6. Toller Beitrag – sehr informierend.
    Und ich gestehe – ich kaufe viel zu oft bei Amazon. Bücher meine ich. Mein Bücher lese ich in der Regel gebraucht und erstehe sie auf dem Flohmarkt oder auf Bücherflohmarktseiten im Netz, hin und wieder aber greife ich zu neuen Büchern, die ich in Bücherläden mitnehme.
    Thalia, Hugendubel und wie sie alle heißen sind in meiner Nähe nicht vertreten, lediglich Weltbild, dort fühle ich mich aber unwohl und nicht willkommen, so dass der Laden mich nicht begrüßen darf.
    Da ich für den Besuch im Buchladen aber stets das Auto benötige und ich es blöd finde, lediglich für ein Buch in die Stadt zu fahren (das Benzin und das Parkgeld gebe ich lieber für Bücher aus), ist es eben manchmal Amazon.
    Aber mir ist bewusst, dass Amazon keineswegs gut ist und ich bin sehr bemüht, es in Zukunft noch weiter zu reduzieren und letztendlich komplett einzuschränken.

    Liebe Grüße,
    Linda

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  7. Ich kaufe inzwischen auch so gut wie keine Bücher mehr bei Amazon und Thalia gibt es hier sowieso nicht. Meistens gehe ich bei mir um die Ecke zu der kleinen Buchhandlung, aber gerne auch in die Mayersche in Aachen. Die ist zwar jetzt kein kleiner Buchladen, aber ich fühle mich trotzdem gut dort aufgehoben. Die engagieren sich auch immer wieder für soziale Projekte (an Weihnachten haben sie Geschenke gesammelt für die Tafel oder sowas, damit die Kinder Bücher und Spielzeug bekommen). Außerdem positionieren sie sich ganz klar was das Thema Tihange betrifft. Falls dir das nichts sagt, Tihange ist ein Atomkraftwerk in Belgien (und Aachen liegt ja direkt an der Grenze), welches dauernd ausfällt und erhebliche Mängel aufweist. Die Aachener Politiker fordern immer, dass es abgeschaltet wird, aber Belgien weigert sich. Letztes Jahr wurden überall in der Stadt dann so Plakate aufgehängt, auf denen „Tihange abschalten“ stand und da hat sich auch die Mayersche beteiligt und einen sehr großen Banner aufgehängt. Außerdem konnte man dort eine Petition unterschreiben. Und naja wenn wir mal ehrlich sind, würden viele große Unternehmen sich wahrscheinlich gar nicht so damit beschäftigen, aber die Mayersche halt schon. Und außerdem gibt es dort fast immer die Bücher, die ich suche 😜

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  10. Hey. 🙂
    Seit dieser Post online ging, hab ich ihn mir in meinem Postfach als dringlich markiert, es jetzt aber erst geschafft, wirklich bewusst zu lesen, was du hier schreibst. Sorry… 😉
    Amazon versuche ich zu vermeiden, wo es geht. Vom Kapitalismus mal ganz abgesehen – schließlich will jeder Handel Geld verdienen, wie du schon sagst – ist es mir zu undurchsichtig, wo mein Geld hingeht, wer an welchem Hebel sitzt und so weiter. Die Firma ist einfach zu groß geworden, als dass ich mich da überhaupt gut betreut fühle. Erst neulich musste ich via Amazon ein Buch für mein Studium bestellen, weil ich es nirgendwo sonst in dieser speziellen Ausgabe kriegen konnte. Ziemlich blöd.
    Die Diskussion um Thalia habe ich mitbekommen, als es aktuell war, und ich kann die Reaktionen darauf verstehen. Ich persönlich fühle mich nicht zu einer angesprochenen Minderheit zugehörig und gönne mir den Luxus, darüber hinwegzusehen. Allerdings bin ich jetzt definitiv aufmerksamer und habe mich mehrfach ertappt, als ich nach Anzeichen für solche Werbung Ausschau hielt – in der Bereitschaft, falls ich solche entdecken sollte, den Händler zu wechseln.
    Dass Weltbild und Jokers der katholischen Kirche gehören, wusste ich gar nicht! Und ich werde wohl auch nicht viel mehr erfahren müssen, denn die Entscheidung, die Religion in der Auswahl der verfügbaren Bücher zu unterstreichen, kann ich zwar verstehen, aber das ist mir dann doch etwas zu homophob. Das Detail mit 50 Shades gefällt mir übrigens sehr. Interessant, interessant… 😉
    Ich glaube von diesen angesprochenen Händlern stört mich das Problem mit Weltbild am meisten.
    Allerdings fällt mir auf, dass du hier einerseits kritisierst, dass Weltbild bestimmte Bücher aus dem Programm ausschließt, während du andererseits bemängelst, dass Thalia genau das nicht tut. Daran wird nur zu deutlich, dass es auch für die Buchhändler nicht unbedingt leicht ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich bin ganz deiner Meinung, versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin mir aber auch sicher, dass auf Seiten der Händler lange darüber nachgedacht wurde, ob man diesen oder jenen Schritt wagt, oder eben nicht. Sie werden ihre Gründe dafür haben – wir müssen diese aber nicht teilen oder gar unterstützen.
    Ich finde den Beitrag ziemlich gut, sehr informativ. Kannst das meinetwegen gern irgendwann wiederholen mit weiteren größeren (Online-) Händlern oder Plattformen. Oder mit einer aktualisierten Version dieser drei, falls bis dahin viel Zeit vergeht. Ich wäre gespannt, was dabei herauskäme.
    Liebe Grüße!

    PS: Ich gestehe, ich kaufe nicht immer lokal. Oft kaufe ich gebrauchte Bücher über eBay, reBuy oder Arvelle. Aber beinah alles, was neu bei mir einzieht, wird in Großeinkäufen vom lokalen Dealer, wie du es so schön nennst, bezogen. Leider hat der, der etwa 300 Meter von mir war, kürzlich geschlossen. Vermutlich zieht ein neuer dort ein, aber bis dahin dauert es wohl noch..

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