[Rezension] Petra Ahne – Wölfe

wp-1483903532972.jpgTitel: Wölfe. Ein Portrait
Autorin: Petra Ahne
Verlag: Matthes&Seitz Berlin
ISBN:978-3-95757-333-9
Preis: 18.00€

Wie kommt eigentlich das eigentümliche und teils widersprüchliche Bild des Wolfes zustande, das wir von ihm haben? Auf der einen Seite gilt er als starkes Seelentier, ist mythisch und esoterisch stark aufgeladen. Auf der anderen Seite steht das sehr viel ältere Bild des kinderfressenden Monsters, das den Wald unsicher macht und von dem man sich fernhalten sollte. Petra Ahne geht in ihrer Monografie der Kulturgeschichte des Wolfes nach und zeichnet ein Bild, das auf viele Tiere zutrifft, die weder Nutz- noch flauschige Haustiere sind: dreckig, niedere Natur, gefährlich, entbehrlich, im schlimmsten Fall und vor allem im Mittelalter verbreitet ein Bote des Teufels. Wölfe galten, weit weniger bekannt als schwarze Katzen, als Begleiter von Hexen oder Hexen verwandelten sich in diese Tiere um Menschen zu schaden. Während im Mittelalter der schnöde Pöbel im Wald nicht jagen durfte, war der Wolf von diesem Jagdverbot ausgenommen. Er durfte bei Sichtung sofort getötet werden.

wp-1483903507333.jpgErst mit der Entdeckung der Natur als schützenswertes Gut wurde der Grundstein für einen Schutz des Wolfes gelegt. Doch erst Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Forscher, den Wolf eingehender zu studieren, und formten so ein neues Bild. Stichwort: Alphatier, Leitwolf. Neueste Forschungen und Beobachtungen zeigen allerdings, dass auch dieses Bild, wenn auch sehr viel positiver, nicht korrekt ist. Die Sozialstrukturen eines Wolfsdrudels sind komplexer, und vor allem wurde ein Aspekt bis zum Kuscheltierfaktor verklärt: Der Wolf ist und bleibt ein Raubtier, bei der Nahrungssuche ist nichts Kuscheliges dabei.

Petra Ahne versucht, den Wolf so darzustellen, wie er ist bzw. wie man es nach aktuellem Forschungsstand erkennen kann. Dabei ist die Kulturgeschichte wichtig, denn wie der Wolf wahrgenommen wurde war Jahrhundertelang sein Schicksal, das ihn fast bis in die Ausrottung trieb. Die Monografie ist nicht dick, sie hat keine 150 Seiten, aber diese Seiten sind vollgepackt mit Informationen und wundervollen Grafiken aus den Jahrhunderten. Man darf keine umfassende Abhandlung zu jedem erdenklichen Ansatz des Themas erwarten, das ist auf den paar Seiten nicht machbar. Als Einstieg oder einfach, um etwas mehr über dieses Tier zu erfahren, ist das Buch aber bestens geeignet. Highlight sind natürlich die Portraits am Ende des Buches. Hier werden neben dem Eurasischen Grauwolf, den wir alle kennen, zehn weitere Wolfsarten kurz vorgestellt und mit einem ganzseitigen Bild illustriert.wp-1481658833652.jpg

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