[Kurzrezensionen] Eine Reise durch die Genres

Heute gibt es zur Abwechslung mal keine einzelne, lange Rezension, sondern ein paar kurze. Vertretene Genres: Horror, Fantasy, Thriller, (moderner) Klassiker

wp-1479661582547.jpgLeigh Bardugo – The Demon in the Woods
Wie ist der Darkling zu dem grausamen, berechnenden, bösen Magier geworden, den man aus der Grisha-Trilogie kennt? In dieser Kurzgeschichte führt Bardugo den Leser in die Jugend des Darklings, als er noch mit seiner Mutter von Ort zu Ort zieht, immer darauf bedacht, emotional niemandem zu nahe zu kommen. Gerade bei anderen Grisha kann das für ihn lebensgefährlich werden. Doch dann trifft er im verschneiten Norden auf Annika, die ihn endlich zu verstehen scheint.
Die Geschichte ist überraschend kurz, doch auf diesen paar Seiten spinnt Bardugo eine spannende Geschichte und zeigt den übernatürlichen Darkling auf eine menschliche, verletzliche Weise.
The Demon in the Woods ist bisher nur als eBook verfügbar.

wp-1479661553932.jpgChris Carter – One Dead
Robert Hunter startet als jüngster Detective in der Geschichte der Mordkommission des LAPD. Normalerweise arbeitet man erst in einem anderen Dezernat, bevor man zum schweren Kaliber wechselt, doch da Hunter diesen Schritt überspringt, wird er von seinen neuen Kollegen skeptisch beäugt. Keiner nimmt ihn ernst, sogar sein Chef nennt ihn Grünschnabel. Der Selbstmord, den er an seinem ersten Tag bearbeiten soll, ist eigentlich eine undankbare und wenig spannende Aufgabe, die schnell erledigt sein sollte, doch Hunter sieht die Chance, sich zu beweisen.
Auch wenn Robert Hunter noch ganz am Anfang seiner Karriere als Detective der Mordkommission steht, sind seine Methoden schon jetzt unverkennbar und sein Verstand so scharf wie man es aus den Thrillern gewohnt ist. Eine tolle Kurzgeschichte für Zwischendurch, und für Fans natürlich ein Muss.

wp-1479661285410.jpgBertolt Brecht – Mutter Courage

Mutter Courage zieht während des 30 Jährigen Krieges mit ihren drei Kindern durch Polen, immer den Regimentern nach. Als Marketenderin hat sie einen Planwagen, von dem aus sie Handel mit allem möglichen betreibt. Im Laufe der Zeit gehen ihre beiden Söhne zur Armee, nur ihre stumme Tochter bleibt in den Jahren bei ihr. Das Stück schildert, wie sich die Lage für Arme Leute im Krieg ständig verändert, und auch, wie es Mutter Courage und ihren Kindern ergeht.
Brecht schrieb das Stück 1938/39 im Exil, und übt darin viel Kritik am Krieg und vor allem an jenen „kleinen Leuten“, die am Krieg verdienen wollen. Ein sehr berührendes Stück, das zu Recht oft im Deutschunterricht gelesen wird. Wer es, wie ich, nicht in der Schule hatte, sollte es nachholen.

wp-1478986957966.jpgRobert L. Stevenson – Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Im Viktorianischen London laufen die Einwohner immer wieder einem seltsamen Mann über den Weg, dessen bloßer Anblick Abscheu und sogar Hass in seinen Mitmenschen hervorruft. Zur gleichen Zeit zieht sich Dr. Jekyll immer mehr von seinen Freunden zurück, ist kaum noch erreichbar, hat aber eben jenen seltsamen Mr. Hyde als Alleinerben in seinem Testament bestimmt. Sein Notar und gleichzeitig alter Freund Mr. Utterson macht sich große Sorgen, und sucht seinen Freund regelmäßig auf. Als Mr. Hyde eines Tages einen Mord begeht, und Dr. Jekylls Butler völlig aufgelöst bei Utterson auftaucht, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung.

Dr. Jekyll & Mr. Hyde wollte ich schon länger lesen, da die Figuren in einer meiner Lieblingsserien, Penny Dreadful, vorkommen, wenn auch etwas anders als in der ursprünglichen Geschichte. Vermutlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn ich fand den Roman weder spannend noch gruselig, und war froh, als ich endlich durch war.

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