FBM. Tag 2: Was für ein Gerenne

wp-1476993554714.jpgDer Messetag fing super an. Nicht. Meine Bahn hatte Verspätung, die sie auf dem Weg nach FFM fleißig weiter ausbaute. Insgesamt war ich eine halbe Stunde später auf der Messe als geplant. Wurscht, denn ich habe zwei Freunde getroffen, die ich sonst nur auf den Cons sehe. Ihre Mission: neue Verlage für die ComicCon Stuttgart finden (bitte nicht verwechseln mit Comic Con Berlin und Dortmund, das sind die falschen). Ich habe sie einige Zeit begleitet, mit Verlagsvertretern gesprochen und die Hallen im Gegensatz zu gestern systematischer abgegrast.

In all der Freude habe ich einen Termin durcheinander bekommen und Ian Kershaw auf der Weltempfangbühne verpasst. Ich war ziemlich niedergeschlagen, denn nach der Lesung in Hamburg wollte ich ihn gerne noch einmal sehen. Außerdem hoffte ich auf eine Signierung, immerhin schleppte ich das verdammt schwere Buch mit mir rum. Bedröppelt bin ich erstmal wieder zu meinen Freunden gegangen, die gerade am Stand von Wir machen Druck waren. Als Trostpflaster habe ich dort ein Buch gewonnen, eine Comic Anthologie. Das half ein wenig.
Vor meiner nächsten Veranstaltung hatte ich noch ein wenig Zeit und machte die Hallen unsicher. Ich bin mit einem Vertreter vom Avant-Verlag ins Gespräch gekommen, ursprünglich über die ComicCon Stuttgart, dann aber sehr viel mehr noch über Graphic Novels und wie unterschätzt der europäische Markt ist. Ich habe allerdings diesen sehr viel besser auf dem Schirm als bspw. den amerikanischen. Ich habe mir prompt auch eine Graphic Novel von Erik Kriek aufschwatzen lassen, von dem ich schon Murder Ballads zu hause habe. Kriek kam später zum signieren, und ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen, auch wenn ich selbst nicht anwesend sein konnte (Termine, Termine, Termine…).

wp-1476993545619.jpgSchließlich stand das Gespräch von Mithu Sanyal und Jo Schück auf dem Blauen Sofa an. Sanyal sprach über ihr aktuelles Buch, Vergewaltigung (das ich demnächst rezensieren werde, stay tuned!), den gegenwärtigen Stand der Rape Culture in Deutschland und den Fall von Gina Lisa Lohfink. Ich habe noch nie jemanden so entspannt und gleichzeitig so leidenschaftlich über das Thema Vergewaltigung sprechen hören wie Sanyal. Im Anschluss konnte man sich das Buch signieren lassen, und ich kann mit Fug und Recht behaupten: es ist die mit Abstand schönste Widmung, die ich je in einem Buch erhalten habe.

wp-1476993516750.jpgIm Anschluss ging es gleich zum Spiegelstand, denn ich habe jemandem versprochen, das Gespräch mit Richard D. Precht aufzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt stand ich Precht eher skeptisch gegenüber, fand ihn zuweilen sogar überbewertet. Dann sprach er über sein neues Buch, Tiere Denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen, und ich musste meine Meinung zumindest ein Stück revidieren. Ich bin sehr neugierig auf dieses Buch geworden, zumal ich auch schon Noahs Erbe von ihm kenne, das sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt.
Das Video wurde übrigens ein mehrteiliges, denn meine Actioncam zeichnet nur drei Minuten am Stück auf, und der Sound ist auch nicht überragend. Wenn die Messe rum ist, werde ich mich ans Schneiden machen, doch auch das will ja gelernt sein.

Bevor ich zu meinem Interview ging, hechtete ich noch fix zum Blauen Sofa, denn dort saß Ian Kershaw, und jetzt wusste ich ja, dass die Autoren des Sofas hinterher signierten. Ich kam also doch noch zu meiner Signierung von Höllensturz, nur freuen musste ich mich unterwegs, denn ich musste flott zu meinem Interviewtermin mit Nils Oskamp.
wp-1476993537232.jpgZu diesem Interview bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Eigentlich wollte ich nur ein paar Fotos von der Ausstellung zu seiner Graphic Novel Drei Steine machen, die die Amadeu Antonio Stiftung an ihrem Stand veranstaltet. Eine Mitarbeiterin meinte, ich könnte dem Autor auch ein paar Fragen stellen, und so saß ich heute in meinem ersten Autoren Interview, das ich führte und kein anderer. Ich war unglaublich nervös und konnte leider nicht so elegant von Frage zu Frage leiten wie die Profis. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung. Zum Abschluss hat mir Nils die Graphic Novel geschenkt, ich kann dem Bericht über die Ausstellung also auch eine Rezension beifügen.

Danach war ich froh, nach Hause zu können. Kaum saß ich bei meinem Kumpel im Auto, fuhr mein Körper fast hörbar runter. Ich bin ziemlich platt, meine App sagt, ich bin heute über 15.000 Schritte und 12 km gelaufen. Zu allem Überfluss denke ich, ich werde gerade richtig krank. Hoffen wir das Beste.



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