HFF: Sebastian Fitzek und die fröhliche Kreuzfahrt

wp-1474617841112.jpgLesung: Sebastian Fitzek – Passagier 23
22.09.2016, 20.00
Cruise Center, Hamburg

Sebastian Fitzek habe ich das erste Mal im Mai auf der Lesung von Lilly Lindner in Berlin gesehen. Als er für das Harbour Front angekündigt wurde war klar: muss ich hin, auch wenn ich immer noch kein Buch von ihm gelesen habe. Shame on me.

Durch Zufall war ich mit meiner Freundin schon gegen 19.00 am Cruise Center, und das war unser Glück. Die Besucher strömten bereits in Scharen hinein, und es war klar: es wird voll. Trotzdem bekamen wir noch gute Plätze in den vorderen Reihen .
Nach kurz und knackiger Anmoderation betrat Fitzek kurz nach 20.00 die Bühne und führte die Besucher in die Welt der Kreuzfahrten ein. 23 Passagiere verschwinden jährlich auf Kreuzfahrten – daher auch der Titel des Buches – und die Reedereien erklären diese Vorfälle ganz schnell als Unfälle oder Suizide. Was passiert aber, wenn einer dieser „Unfälle“ auf einmal wieder auftaucht…?
Fitzek berichtete davon, wie die Idee, die über Jahre wuchs und auf den zündenden Startschuss wartete, schließlich zum Buch wurde. Er las passagenweise aus dem Thriller vor und erzählte zwischendurch Anekdoten, u.a. auch aus seiner Anfangszeit als Autor. Zu dieser Zeit suchte er in Buchhandlungen immer nach seinem Buch, das natürlich nicht sehr werbewirksam im Regal stand, und sortierte es um: Ins Bestsellerregal. „Platz 5 ist ein guter Platz, meistens auf Augenhöhe. Platz 1 ist ein bisschen anmaßen, und weiter unten muss man sich immer so bücken, um das Buch aus dem Regal zu nehmen. Platz 5 also.“ Inzwischen macht er das nicht mehr, das sei peinlich. Kein Wunder, Fitzek wird in zig Sprachen übersetzt und steht regelmäßig in den Bestsellerlisten. Ganz ohne heimliche Umsortierung.

wp-1474617868961.jpgSchön waren auch die Episoden, die er mit Michael Tsokos, dem Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Charité, erlebt. Sein Freund bringt ihn nämlich gerne in peinliche Situationen, von denen Fitzek aber ebenso fröhlich berichtet wie davon, wie seine blutigen Thriller in seinem Kopf Gestalt annehmen.

Zum Schluss las er noch zwei Ausschnitte aus seinem neuen Buch, Das Paket (erscheint am 26.10.2016), vor, was die eingefleischten Fitzek-Fans um mich herum unglaublich freute. Die offizielle Lesung dazu findet nämlich erst am 01.11.2016 auf Kampnagel statt und ist zu meinem Leidwesen bereits ausverkauft. Durch den Klappentext weiß ich, dass es auf den ersten Seiten von Das Paket um eine Vergewaltigung geht, und da ich von Fitzek bisher nichts gelesen habe, wusste ich nicht, ob er diesen Gewaltakt ausexpliziert oder nur andeutet. Mir war etwas mulmig, ich komme auf diese spezielle Art der Gewalt einfach nicht klar. Das war im Nachhinein unbegründet, denn Fitzek brach zum einen vorher ab, zum anderen erklärte er: „Für die Blutrünstigen unter ihnen: es wird nicht beschrieben.“ An dieser Stelle möchte ich sagen: Danke! Sowas muss nicht sein, und würde mich tatsächlich vom Kauf des Buches abhalten.

Gegen 21.30 war alles schon wieder vorbei, und die hartgesottenen Fans drängten in aller Eile zum Signiertisch, während ich mich auf dem Weg nach draußen und nach Hause machte.

Was ich von diesem Abend mitnehme? Ein paar Lachfalten mehr und den festen Vorsatz, endlich die Fitzek-Thriller zu lesen.

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4 Gedanken zu “HFF: Sebastian Fitzek und die fröhliche Kreuzfahrt

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