[Top Ten Thursday] 10 Bücher, die in Deutschland spielen

Erster Gedanke war: „Das ist ja easy peasy!“
Zweiter Gedanke war: „Mist, entweder hast du die Bücher nicht gelesen oder vergessen, worum es geht.“
Man sieht, diese Wochenaufgabe gestaltete sich ausnehmend schwierig für mich, vor allem weil ich nicht schummeln und einfach drei Bände einer Reihe einzeln aufzählen wollte. Die Liste wurde schlussendlich nur deswegen voll, weil ich auch zwei Bücher drin habe, die ich nicht so berauschend fand.
Ab nächster Woche gibt es auch wieder Bilder, versprochen!

1. Cay Rademacher – Der Trümmermörder
Der Krimi ist der Auftakt zu einer dreiteiligen Reihe um Oberinspektor, später Kommissar, Karl Strave, der im Nachkriegs-Hamburg (1947) ermittelt. Den Trümmermörder gab es damals in Hamburg wirklich, und Rademacher hat diese Story spannend und vor allem sehr interessant aufbereitet. Neben der Jagd nach dem Mörder bekommt man Einblicke in das karge Leben der Bevölkerung direkt nach dem Krieg aussah, und wie sehr einem der sog. Hungerwinter zu schaffen machte.

2. Heinrich Heine – Deutschland. Ein Wintermärchen
Kennengelernt habe ich Heinrich Heine in der Oberstufe, als wir im Deutsch LK Deutschland. Ein Wintermärchen lasen. Bis heute lese ich gerne darin und Heine gehört zu meinen Lieblingslyrikern, nicht zuletzt, weil er sehr politisch und kritisch schrieb.

3. Noah Sow – Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus
Meiner Meinung nach hat Sow eines der wichtigsten Bücher zum alltäglichen, unterschwelligen und vor allem oft auch unbewussten Rassismus geschrieben. Sie hält Weißen den Spiegel vor, vor allem auch jenen, die von sich behaupten, komplett rassismusfrei zu sein. An manchen Stellen schießt sie etwas über das Ziel hinaus, dennoch gehört dieses Buch in meine „Muss man gelesen haben“-Kategorie, in der nicht viele Bücher verzeichnet sind.

4. Lilly Lindner – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Zwei Schwestern, eine 9, eine 14/15. Die Ältere ist wegen Magersucht im Krankenhaus, die kleine Schwester vermisst sie – und fängt an, Briefe zu schreiben. Diese Briefe machen den ersten Teil des Romans aus, in dem sie ihrer älteren Schwester von zu Hause berichtet und was passiert, seitdem sie weg ist. Zur Mitte des Romans weiß man, wie die Geschichte ausgeht. In der zweiten Hälfte liest man die Briefe der älteren Schwester an ihre jüngere – und warum sie die Briefe nie abschickt.
Ich habe bei diesem Roman Rotz und Wasser geheult, und war danach so aufgelöst und aufgewühlt, dass ich zu meiner Familie rübergegangen bin, die mit mir das gleiche durch hat.

5. Brigitte Biermann – Engel haben keinen Hunger
Ein weiteres Buch über Magersucht, das dieses Mal auf einer wahren Geschichte beruht. Auch dieses Buch hat mich damals sehr berührt, und bietet nochmal andere Einblicke in die Krankheit.

6. Helmut Krasser – Einsamkeit und Sex und Mitleid
Zu meiner Schande muss ich gestehen: ich habe das Buch gemocht, erinnere mich aber Null an den Inhalt. Nur, dass ein Kind verschwunden ist, am Anfang die unterschiedlichsten Charaktere begleitet werden und am Ende alles zusammenhängt. Es war eine skurrile Mischung, die in Berlin spielt, und die sich flott von der Hand liest

7. Dirk Bernemann – Ich habe die Unschuld kotzen sehen

Eine Kurzgeschichtensammlung, die die Gemüter spaltet. „Genial sarkastisch und böse“ sagen die einen, „niveaulos und schlichtweg stumpf“ sagen die anderen. Ich bin irgendwo in der Mitte. Bernemann wird von meinen misanthropischen Freunden in den Himmel gelobt, und sie waren sehr überrascht, dass ich, obwohl ich selbst unglaublich sarkastisch sein kann, nichts mit ihm anfangen konnte.

8. Clemens Meyer – Die Nacht, die Lichter
Ein weiterer Kurzgeschichtenband, der vor allem Menschen in den Mittelpunkt stellt, die immer knapp am großen Glück vorbeischrammen. Und wer von uns kennt dieses Gefühl nicht, den ganz großen Wurf nur um Armeslänge verpasst zu haben?

9. Ruth Olshan – All die schönen Dinge

Tammy hat ein Aneurysma im Kopf, verliebt sich in Fynn und auch ein bisschen in dessen Hund Okay. Dieser Jugendroman plätschert so vor sich hin, es ist zu viel reingepackt, und am schlimmsten: sexuelle Belästigung wird als etwas total normales dargestellt, über die man nicht redet – Tammy hat sie zwei Minuten später eh schon wieder vergessen… Ich habe mich schon in meiner Rezension dazu aufgeregt.

10. Tuvia Tenenbom – Allein unter Deutschen
Tenenbom reiste durch Deutschland um die Deutschen auf Herz und Nieren auf ihren Antisemitismus zu prüfen. Seine Diagnose: Deutschland ist voll davon. Überall wird er ständig auf Juden und das Dritte Reich angesprochen. Ich will nicht absprechen, dass es in Deutschland noch/wieder Antisemitismus gibt. Tenenboms Vorgehen und Analyse kann ich so aber nicht teilen. Zudem findet er den Chefredakteur der Bild einfach großartig – jemand, der für die nächste fette Schlagzeile in jede Kiste greifen würde, auch in die antisemitische. Ob man das Buch lesen möchte muss man selbst entscheiden, meiner Meinung nach verpasst man da nichts.

Der Top-Ten-Thursday wird von Steffis Bloggeria organisiert

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2 Gedanken zu “[Top Ten Thursday] 10 Bücher, die in Deutschland spielen

  1. Ich habe mal wieder nicht mitgemacht, weil ich nicht wusste, wonach ich gehen soll. Die meisten Bücher, die ich lese, spielen in Deutschland. Irgendwie hätte ich es also eingrenzen müssen, hatte aber kurzfristig keine Idee, wie. 😁

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