[Top Ten Thursday] 10 Bücher außerhalb des Beuteschemas, die trotzdem toll waren

ttt_nu10Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich sehr selten Bücher außerhalb meiner Stammgenres lese. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass ich einen recht breitgefächerten Geschmack habe, doch das nur am Rande. Da Thriller, Fantasy und Dystopien zu meinen normalen Jagdgründen gehören, wird es daraus keine Vertreter geben, bei Sachbüchern sieht das allerdings etwas anders aus.
Während ich den Artikel schrieb fiel mir auf, dass eine Menge der Autoren, die ich blind kaufe, in dieser Liste auftauchen. Oft genug fand der Erstkontakt eben außerhalb meiner Wohlfühlzone statt und es hat sich gelohnt.

1. Bertold Brecht – Furcht und Elend des Dritten Reichs
Ich kannte von Bertold Brecht nur Der Gute Menschen von Sezuan, das ich gezwungener Maßen in der Schule lesen musste und nicht mochte. Meine Neugier und mein Interesse am Dritten Reich überwogen allerdings, und ich habe es nicht bereut. Furch und Elend ist eines meiner Lesehighlights von 2015, und inzwischen habe ich eine kleine, aber feine Brecht-Sammlung, die endlich gelesen werden will.

2. Melanie Sumner – Eine Therapie für Aristoteleswp-1457717866554.jpg
Ich glaube, das Buch war der Grundstein für meinen diesjährigen Hang zur Beletristik.

3. Andrea Bottlinger – In 80 Welten durch den Tag
Was deutschen Humor angeht bin ich nicht vorsichtig, ich meide ihn eigentlich wo ich kann. In der überwältigenden Mehrheit meiner Erfahrungsfälle ist „deutscher Humor“ gekennzeichnet durch einen Stock im Arsch, verkrampft und zu stark gewollt wirkende Witze und einem Niveau, das kaum über die anale Phase hinausreicht.
Ganz anders bei Andrea Bottlinger und Christian Humberg. Sie haben nicht nur die verschiedenen Nerd-Gruppen vorgestellt und somit einen Leitfaden geschaffen „Wie gehe ich mit meinem Nerd um“ – sie tun es auch auf eine erfrischende und tatsächlich witzige Weise. Auch hier war das Buch der Anlass für weitere Buchkäufe dieser Autoren

4. Antje Wagner – Unicorns don’t swim
Ich mag keine Kurzgeschichten. Oder anders: ich habe in meinem Leben mehr Fehlgriffe bei Kurzgeschichten gemacht als welche gefunden, die ich wirklich mochte. Diese Zusammenstellung ist allerdings eine, die ich sofort weiterempfehle! Im Zentrum aller Geschichten stehen Mädchen und junge Frauen, die mit den gängigen Geschlechterrollen und Erwartungen an sie hadern oder aktiv dagegen vorgehen.

5. Cormac McCarthy – Die Straßewp-1455014782891.jpg
Aufmerksame LeserInnen werden hier sagen „MOMENT! Das ist doch aber eine Dystopie und damit dein Beuteschema.“ So weit, so richtig. Allerdings auch Pulitzerpreisträger, und da ich vorher mit keinem Buch, das ebenfalls mit diesem Preis geehrt wurde, etwas anfangen konnte, war ich sehr skeptisch. Dass alle meine Freunde unisono ¨Oh Gott, das tust du dir freiwillig an?¨ schrien machte das ganze nicht einfacher. Völlig zu Unrecht, wie ich finde, ich habe dieses Buch unglaublich genossen. Und wie auch bei Brecht und Bottlinger liegt hier die Wurzel eines Lieblingsautors.

6. Laurie Penny – Unsagbare Dingewp-1459936883389.jpg
Feminismus. Ausgerechnet. Ich hatte lange Zeit überhaupt kein Interesse daran, bis ich nach einer sehr langen Leseflaute mich intensiver mit Sexismus beschäftigen wollte. Will man das, führt kein Weg am Feminismus vorbei und so stolperte ich bei meinem Stammdealer über Laurie Penny und ihr damals neues Buch Unsagbare Dinge. Kurz reingelesen, für gut befunden, und innerhalb weniger Tage durchgearbeitet. Penny trägt eine Wut in sich, die ich auch in mir wiederfinde, wir teilen ähnliche und gleiche Erfahrungen, obwohl sie im UK und ich in Deutschland großgeworden bin, und sie hält nicht die Klappe. Unsagbare Dinge ist eins der wenigen Bücher in der ¨MUSS man gelesen haben¨-Kategorie.
Besprochen habe ich das Buch natürlich auch.

7. Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues
Das Buch wurde mir von einer sehr lieben, bibliophilen Freundin empfohlen. Ich war sehr skeptisch, weil ich mich zu dem Zeitpunkt nur für den Zweiten, aber nur wenig für den Ersten Weltkrieg interessiert habe. Und dann noch ein Roman?
Ein paar Tage später: Meine Skepsis verflog und ich inhalierte das Buch innerhalb von zwei Tagen

8. Christopher Hitchens – Gott ist kein Hirte
Damals, ganz am Anfang meines Theologiestudiums, waren mir Atheisten vom Schlag Richard Dawkins suspekt. Sehr. Irgendwie bekam ich Gott ist kein Hirte von Christoper Hitchens in die Hände, und im Gegensatz zu Dawkins, den ich bis heute nicht leiden kann, mochte ich ihn auf Anhieb. Er berichtet von seinem Atheismus und seiner Religionskritik. Ich habe mich derartig in seiner Geschichte wiedergefunden, dass ich endlich auch bewusst zu meinem Atheismus stehen konnte (und das als Theologiestudentin, ohgottohgott). Personal Sidenote: Religionskritisch war ich schon immer, Kirche fand ich seit ich denken kann anstrengend und das ewige Singen und Klatschen und Beten peinlich. Atheistin wurde ich mit der Zeit. Mein Glaube wurde immer minimalistischer, bis er irgendwann ganz verschwand ohne dass ich es bemerkte. Durch das Buch wurde mir das klar, und seitdem fühle ich mich viel freier.

9. Patrick Süskind – Das Parfum
Vielleicht ein bisschen geschummelt, denn Das Parfum war Schullektüre und damit kam ich nicht drum herum. Allerdings fand ich die meisten Bücher, die wir in der Schule lasen, relativ langweilig und sah den Sinn dahinter nicht. Als ich nach einem Krankenhausaufenthalt wieder zur Schule kam, überreichte mir meine Lehrerin das Buch mit den Worten: „Das wird dir gefallen, schön morbide. Bis morgen musst du auf Seite 90 sein.“ – Ich hatte das Buch am nächsten Tag zur Hälfte durch. Es zählt bis heute zu meinen liebsten Leseerinnerungen.

10. Sartre – Geschlossene Gesellschaft
Zu dem Zeitpunkt, als ich Geschlossene Gesellschaft las – Oberstufe – war ich kein Fan von Theaterstücken. Mein Bedarf war mit der Schullektüre einfach gesättigt. Ausschlaggebend war der Umstand, dass das Stück in der Hölle spielt, und das konnte ich mir nicht entgehen lassen. No regrets!

Der Top-Ten-Thursday wird von Steffis Bloggeria organisiert

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