[Rezension] David Adam – Zwanghaft. Wenn obsessive Gedanken unseren Alltag bestimmen

wp-1470816181999.jpgTitel: Zwanghaft. Wenn obsessive Gedanken unseren Alltag bestimmen
Autor: David Adam
Übersetzerin: Ursula Pesch
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-34879-9
Wertung: 3,5-4/5

Zwangsstörungen und Zwangsneurosen sind in der Gesellschaft inzwischen gängige Begriffe. Manch einer sagt sogar – an das englische Wort für Zwangsstörung OCD (obsessive-compulsive disorder) angelehnt – „Da kommt meine OCD durch“, wenn er den Bilderrahmen gerade rückt oder Geschirr sofort nach dem Essen abräumt. Genau solche Aussagen zeigen aber auch, dass die meisten nicht genau wissen, was man sich unter einer Zwangsstörung oder einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung vorzustellen hat.

Mit diesen falschen Wahrnehmungen und Missverständnissen will David Adam aufräumen. Er selbst leidet seit Jahren an einer Zwangsstörung und geht damit im Buch ganz offen um. Er erklärt, dass jeder intrusive Gedanken hat, also solche, die einen verstören („Ich könnte jetzt auch einfach vor den Zug springen“, „Was passiert, wenn ich das Baby einfach fallen lasse?“, etc.), und auch die Zusammenhänge von Zwangsstörungen und anderen (Begleit-)Krankheiten wie Depressionen. Es ist erfrischend, wie Adam mit seiner eigenen Krankheit umgeht und sie den Lesern auf seine ganz eigene Art näher bringt.
Die wissenschaftlichen Erklärungen stützt er nicht nur mit seinen eigenen Erfahrungen, sondern auch mit echten Beispielen aus Geschichte, Literatur und Gesellschaft. Als Laie bzw. Nicht-Betroffener bekommt man eine gute Vorstellung davon, was die verschiedenen Krankheitsbilder ausmachen, die Adam im Laufe des Buches vorstellt.
Trotzdem ist die Sprache oft voll von Fachbegriffen, die in der Fülle verwirrend sein können und das Lesen sperrig machen. Wenn man sich allerdings die Zeit nimmt, wird die wissenschaftliche Sprache vertrauter, die Begriffe prägen sich ein. Wer allerdings eine leichte Sprache wie bei Matt Haig in Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben erwartet, wird leider enttäuscht.

Es ist bisher das beste Buch, das ich zum Thema Zwangsstörungen in die Hände bekommen habe, und ich denke, gerade Interessenten, die noch neu in dieser Thematik sind, sind mit diesem Buch sehr gut beraten. Neben der Fülle an Informationen, bereits in diesem Buch vermittelt werden, gibt es ein umfassendes Literaturverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise.


Danke an den dtv, der mir dieses Buch freundlicher Weise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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2 Gedanken zu “[Rezension] David Adam – Zwanghaft. Wenn obsessive Gedanken unseren Alltag bestimmen

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