Ellen Forney – Meine Tassen im Schrank

wp-1462817138899.jpgTitel: Meine Tassen im Schrank. Depressionen, Michelangelo und ich
Autorin: Ellen Forney
Verlag: Egmont Graphic Novel
Jahr: 2014
ISBN: 978-3-7704-5511-9
Wertung: 3/5

Was tun, wenn man mit einer Bipolar I Störung diagnostiziert wird? Ellen Forney wagt die Flucht – nach vorn, wie sie glaubt. Sie weigert sich anfangs, Medikamente zu nehmen, denn in den Hochphasen ihrer Manie fühlt sich Ellen künstlerisch produktiv, kreativ, großartig. In diesen Phasen ist sie überzeugt, dass die Tiefphasen, die sie durchstehen muss, rückblickend gar nicht so schlimm sind, und dass Medikamente, die sie stabilisieren sollen, ihr die Kreativität nehmen würden. Ein Todesurteil für eine Künstlerin. Als sie sich eines Tages doch dazu entschließt, Medikamente zu nehmen, beginnt ein Jahre andauernder Prozess der medikamentösen Einstellung, der oft sehr frustrierend und mitterschmetternd ist.
Ellen Forney schreibt und vor allem zeichnet, wie sie anfing ihre Krankheit zu akzeptieren und wie sie lernte, dass Medikamente nicht das Ende ihres künstlerischen Schaffens sind, sondern sie im Gegenteil augleichen und sie so noch mehr Energie hat. Geholfen hat ihr dabei auch die Recherche über andere depressive, bekannte Künstler wie z.B. van Gogh, ob und wie Depressionen und künstlerisches Schaffen zusammenhängen. Am Ende kann sie nur eine Antwort für ich selbst finden, die sie aber zufrieden stellt. Zumindest für den Moment hat sie einen Weg gefunden, ihr Bipolar I Störung zu handhaben.

Forney erzählt frech und geradeheraus. Der Zeichenstil ist wie die Sprache schnörkellös, was der Klarheit des Themas zugute kommt. Viele, im erstem Moment komplex erscheinende Sachverhalte werden verständlich dargestellt, und man bekommt einen Einblick in die Denk- und Verhaltensmuster eines Menschen mit Bipoler I Störung. Manches bleibt letztlich vielleicht doch etwas unverständlich, aber wenn es so einfach wäre, wären Therapiemöglichkeiten leichter anzuwenden.

Ich fand die Graphic Novel spannend, bisher hatte ich nur ein – wenn überhaupt – rudimentäres Verständnis von dieser Krankheit. Trotzdem hatte sie ein paar Längen und der Zeichenstil unter’m Strich nicht meins.

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2 Gedanken zu “Ellen Forney – Meine Tassen im Schrank

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