[Short] Depression

Depression1Disclaimer: Depression, Burnout und Bipolare Störungen sind ein Themengebiet, das sich in einem kurzen Einführungsartikel kaum erschöpfend ausführen lässt. Die Krankheiten sind komplex, die Forschungen hierzu entsprechend tiefgehend, weitläufig und lassen sich kaum kurz und knapp zusammenfassen. Dieser Artikel dient ausschließlich als Hinführung zum Blog Special im Mai.

Depressionen gelten inzwischen als Volkskrankheit, zusammen mit Burnout zählen sie zu den am häufigsten Diagnostizierten psychischen Krankheiten im Erwachsenenalter. Auch bei Jugendlichen und sogar Kindern wird inzwischen immer häufiger eine Depression diagnostiziert. Laut einem Artikel in Spiegel Wissen (1/2011) ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen nach Unfällen (S. 84).

Depressionen dauern länger an als ein paar Tage, wenn also jemand zu mir sagt, er sei „heute auch voll depri“, bekomme ich ein nervöses Zucken über dem Auge. Eine Depression ist mehr als sich ein, zwei Tage niedergeschlagen zu fühlen, Liebeskummer zu haben oder um einen geliebten Menschen zu trauern. Diese Situationen können sich aber durchaus zu einer Depression auswachsen, sie können ebenso wie Stress, Druck und traumatische Erlebnisse Auslöser für diese Krankheit sein.
BurnoutAuch genetische Faktoren, Biologie und Umwelteinflüsse werden inzwischen als mitwirkende Elemente diskutiert. So werden bspw. häufig Serotoninwiederaufnahmehemmer verschrieben, die ein Ungleichgewicht im Serotoninhaushalt ausgleichen sollen. Diese Theorie ist zwar nicht gänzlich unumstritten, hält sich aber weiter als eine der gängigen Diagnosen. Allerdings sind biologische Faktoren nie alleinige Auslöser. In der Regel ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren ursächlich für die Entstehung einer Depression.

Doch auch wenn Depression eindeutig als Krankheit anerkannt und definiert sind (sie haben wie auch physische Krankheiten eine Klassifikation in ICD-10), wird im Alltag ganz anders damit umgegangen. Weil eben viele Menschen Depressionen mit „etwas niedergeschlagen“ verwechseln müssen sich Betroffene oft Aussagen stellen wie „Denk einfach an etwas Positives, dann wird das schon wieder“, „Findest du dich nicht etwas selbstmitleidig?“, „Wie lange hast du das denn noch?“, oder „Bist du sicher, dass du Depression hast?“ Ersetzt man in solchen Sätzen Depression durch bspw. Krebs,
Bei psychischen Krankheiten hält sich hartnäckig die Vorstellung, es handle sich um eine willentliche, bewusste Entscheidung für die Krankheit, und man müsse sich einfach nur für das Gesundwerden entscheiden. Essgestörte Menschen sehen sich übrigens mit den gleichen Vorurteilen konfrontiert. Dass dem nicht so ist, wissen Betroffene nur zu gut. Eine Genesung kann Jahre dauern, und oft kann eine (medikamentöse) Therapie die Symptome nur lindern, aber nicht heilen. Nicht selten müssen Erkrankte ihre Medikamente ein Leben lang nehmen.

wp-1462519973151.jpg

Bild einer an Depression erkrankten Person aus der Kunsttherapie

 

wp-1462519987552.jpg

Bild einer an Depression erkrankten Person aus der Kunsttherapie

Advertisements

Ein Gedanke zu “[Short] Depression

  1. Pingback: [Rezension] Uwe Hauck: Depressionen abzugeben. Erfahrungen #ausderklapse | Die Bücherkrähe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s