Ruth Olshan – All die schönen Dinge

wp-1460277318363.jpgTitel: All die schönen Dinge
Autorin: Ruth Olshan
Verlag: Oetinger
Jahr: 2016
ISBN: 978-3-7891-0371-1
Wertung: 1 von 5 Sternen

Tammie hat ein Aneurysma im Kopf, lebt vorsichtig, ohne Risiko und im Grunde so, als wäre sie schon tot. Sie sammelt Grabsteinsprüche und ist regelmäßig auf dem Friedhof, um Fotos zu machen. Eines Tages lernt sie dort Fynn kennen, der auf dem Friedhof arbeitet und immer in Begleitung seines Hundes Okay ist. Sie verlieben sich ineinander und versuchen gemeinsam, manches Rätsel des Friedhofes und die mit Tammies Aneurysma einhergehenden Einschränkungen zu lösen.

Ich habe mir das Buch aufgrund einer positiven Rezension gekauft, aber auch wegen des Covers, das mich an All the bright Places von Jenniver Niven erinnerte, das ich unglaublich gut fand.
Leider konnte All die schönen Dinge mit den Erwartungen nicht ansatzweise mithalten. Die Charaktere wirkten größtenteils Schablonenhaft, und Tammie sollte fast krampfhaft außergewöhnlich sein. Also hatte sie eine Vorliebe für Pistazieneis und Friedhöfe. Die Charaktere wirkten einfach nicht rund.
Zudem wurden in die nicht einmal 300 Seiten zu viele Erzählstränge und nicht mit der Hauptstory verwobene Episoden eingebaut. Bestes Beispiel hierfür ist Tammies Klassenkamerad Jens, Schwarm aller Mädels, der durchaus übergriffig wird – was Tammie aber einfach so wegsteckt und nicht weiter darüber nachdenkt. Es ist ein Jugendbuch, ich unterstelle mal, für Mädchen geschrieben. Was ist das für eine Botschaft, wenn ein Junge ein Mädchen einfach auf’s Bett drückt, das Mädchen dann sagt „Ich hatte nicht ja gesagt“, als Antwort „Du hast aber auch nicht nein gesagt“ bekommt – und das unkommentiert stehen bleibt?
Auch das Rätsel um Frau Blumentopf schien mir sehr konstruiert. Zum Schluss war ich mir nicht mehr sicher, ob es um Tammie und ihr Aneurysma, um Tammie und Fynn, um Fynn und Okay, oder um etwas ganz anderes geht. Auch die Problematik mit Tammies Aneurysma wird nach ca. einem Drittel des Buches nur noch einmal kurz aufgegriffen und recht schnell aus der Welt geschafft.
Die Autorin wollte meiner Meinung nach zu viel in die Geschichte packen, heraus kam aber nur eine Oberflächlichkeit nach der nächsten, eine Geschichte bar jeglicher Struktur, die nicht weiß, ob sie Drama, Liebesgeschichte, Familienroman oder doch etwas ganz anderes sein will.

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