Paolo Giordano – Die Einsamkeit der Primzahlen

wp-1458592588078.jpgTitel: Die Einsamkeit der Primzahlen
Autor: Paolo Giordano
Verlag: Heyne
Jahr: 2011
ISBN: 978-3-453-40801-2

Alice ist 10, als ein Unfall sie ihre Zuneigung zu ihrem Vater verlieren und eine unfassbare Wut auf ihn entwickeln lässt. Der Unfall prägt nicht nur ihr Verhältnis zu ihrer Familie und ihrem Sozialleben, sondern wirkt sich auch nachhaltig auf ihre Persönlichkeitsentwicklung aus.
Auch Mattia wurde durch eine Tragödie in seiner Kindheit maßgeblich geprägt. Mehr noch als Alice wurde er zu einem Einzelgänger, still und immer etwas außerhalb der Welt. Während Alice einfach dazugehören will und dafür einiges in Kauf nimmt, ist es Mattia gleichgültig, ob er Freunde hat oder nicht.
Alice und Mattia begegnen sich in ihrer Teenagerzeit und knüpfen eine Freundschaft, die über Jahre halten wird. Manchmal ist die Liebe zum Greifen nah, doch die Unfähigkeit beider auszusprechen, was in ihnen vorgeht, auch die letzten Schwächen preiszugeben, verhindert, dass sie diese letzte Grenze überschreiten.

„Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn neben ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren…Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.“

Der Roman ist in sieben Lebensabschnitte der beiden Protagonisten unterteilt, die in Jahreszahlen angegeben werden, vier davon umfassen nur jeweils ein Kapitel, die den Fokus auf Mattia bzw. auf Alice in der jeweiligen Lebensphase werden. Die restlichen Abschnitte umfassen mehrere Kapitel, die sich in der Regel darin abwechseln, ob aus Mattias oder Alices Sicht geschrieben wird.
Sowohl die Leichtigkeit der Sprache als auch die Zerbrechlichkeit und Verwundbarkeit der Charaktere, ihre dunklen Seiten und auch die persönlichkeitsprägenden Ereignisse zeichnen eine Geschichte, die einen in den Bann zieht. Die Spannung nimmt zum Ende hin meiner Meinung etwas ab, was aber auch daran liegen kann, dass ich das Buch über einen längeren Zeitraum gelesen habe.

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