Cormac McCarthy – Die Straße

wp-1455014782891.jpgTitel: Die Straße
Autor: Cormac McCarthy
Verlag: Rowohlt
Jahr: 2008

In einem abgebrannten, apokalyptischen Amerika ist ein kranker Vater mit seinem kleinen Sohn unterwegs. Sie sind auf dem Weg zur Küste, in der Hoffnung, dass es dort besser, wärmer, weniger grau sein könnte als dort, wo sie jetzt sind. In einem alten Einkaufwagen schieben sie ihre Habseligkeiten vor sich her, immer auf der Hut vor anderen Menschen, denn in dieser grauen Welt kann man längst niemandem mehr trauen. Bestenfalls sind die Menschen neutral, in den meisten Fällen aber sind sie Kannibalen, und wer wie ein Mensch aussieht hat vielleicht nichts Menschliches mehr an sich.
Der Weg zur Küste ist lang und gefährlich, und Vater und Sohn müssen mehr als einmal in Deckung gehen.

Der Roman ist ein Schlaglicht der Apokalypse. Man erfährt nicht, wie es zu dieser eintönigen, hoffnungslosen Welt kam, und aus Sicht der Protagonisten ist auch keine Besserung in Sicht. Nur das ferne Ziel der Küste ist Hoffnungsschimmer und Antrieb, doch was danach passieren soll oder wird, darüber machen sich Vater und Sohn erstmal wenig Gedanken.
Man erfährt weder die Namen der beiden, noch das Alter des Jungen, für die Geschichte ist das allerdings unerheblich. Durch die eindringliche, z.T. knapp gehaltene Sprache fühlt man sich Vater und Sohn stark verbunden, friert und hungert mit ihnen, fürchtet sich mit ihnen in der Nacht und hofft auf einen besseren Tag.

Die Straße macht ihrem Genre der Dystopie alle Ehre: düster, hoffnungslos und beklemmend. Immer wieder die Frage, was menschlich ist und wie man „die Guten“, wie der Sohn es nennt, bleiben kann. In diesem neuen Amerika ist der Kleine der Inbegriff von Werten wie Mitgefühl und Hoffnung, die den anderen schon abhanden gekommen sind, und man fragt sich, wie lange er sich das noch bewahren kann.

Ich habe dieses Buch unfassbar genossen und kann es nur wärmstens weiterempfehlen, immerhin hat es sich auf die Liste meiner Lieblingsbücher katapultiert. Gerade Leser, die düstere Dystopien mögen und nicht zwingend ein geschlossenes, möglichst glückliches Ende brauchen sind mit Die Straße gut beraten.

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Ein Gedanke zu “Cormac McCarthy – Die Straße

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