Ilja Tronjanow/Anja Bohnhof – Stadt der Bücher

…ein Labyrinth aus bedrucktem Papier; von den Bürgersteigen zu den Durchgängen, von Türen über Treppen bis hinauf zu vollgestopften Dachgeschossen stapeln sich Bücher zu Fassagen, Ecken und Erkern.

„…ein Labyrinth aus bedrucktem Papier; von den Bürgersteigen zu den Durchgängen, von Türen über Treppen bis hinauf zu vollgestopften Dachgeschossen stapeln sich Bücher zu Fassagen, Ecken und Erkern.“

Ich liebe Bücher, ich liebe Indien. Zu beiden verbinde ich eine Sehnsucht, die ich nur schwer stillen kann, vor allem zu letzterem. Als ich damals über die Ankündigung von Stadt der Bücher gestolpert bin war für mich gleich klar: Ich muss dieses Buch haben. Es zog sich aber wie immer hin, zu teuer, andere Bücher sind noch spannender, usw. Irgendwann kam ich auf die glorreiche Idee, den Katalog meiner Bücherhalle zu befragen, und siehe da, es war vorhanden. Als ich es endlich aus dem Regal zog, war ich etwas enttäuscht. Ich hatte einen großen Bildband erwartet, aber ich hielt ein 18x14cm kleines, 127 Seiten dünnes Büchlein in der Hand. Auf der anderen Seite heißt es ja auch „Don’t judge a book by ist cover“, und ich fing an zu schmökern.

Auf der rechten Seite ist jeweils ein Foto eines Buchstandes/Buchkiosks abgedruckt, auf der linken Seite steht der Text, oft nicht länger als vier, fünf, sechs Zeilen.
Trojanow und Bohnhof stellen das Universitätsviertel in Kalkutta vor, das nur aus Büchern zu bestehen scheint, und für die kulturelle Entwicklung der Stadt eine wichtige Rolle gespielt hat. Es werden Verleger und Buchhändler vorgestellt, die Eigenheiten des Viertels und anhand der Fotos soll der Eindruck der Buchfülle wiedergegeben werden.

Ich kann gar nicht sagen, was ich erwartet hatte von diesem Buch. Vermutlich ein größeres Format, aber auch…mehr Leben auf den Bildern. Die Buchläden sind allesamt verwaist, mit Ausnahme der doppelseitigen Bilder, auf denen man auch die Käufer sieht. Ich hätte mir mehr solcher belebter Bilder gewünscht, um einen Eindruck von der im Text beschriebenen Geschäftigkeit zu bekommen. Man hätte auch Fotos der vorgestellten Personen drucken können, Bücherfreunde beim Stöbern…das alltägliche Buchgeschäft eben. So bleibt dieses Viertel, das für mich klingt wie der Himmel auf Erden, und das ich trotz allem unbedingt live sehen will, recht eindimensional. Schade, da hätte ein Autor wie Ilja Trojanow durchaus mehr aus dem Thema machen können.

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