Steven Schlozman: The Zombie Autopsies. Secret Notebooks from the Apocalypse

Ich meckere schon seit Tagen und Wochen rum, dass ich kaum noch Zeit zum Lesen finde, weil ich mit sovielen anderen Projekten beschäftigt bin. Mein Umzug steckt mir noch in den Knochen und das letzte Chaos muss noch beseitigt werden, ich sitze mit Hochdruck an einem Projekt für die Meeresschutzorganisation, für die ich mich engagiere, und sowas wie Privatleben muss laut sozialer Norm auch gepflegt werden.

Mein wundervolles Buchprojekt geht nur schleppend voran, tatsächlich habe ich bisher nur ein Buch davon gelesen (Die Linke Hand Gottes), aber immerhin weitere davon angefangen. Eins davon werde ich diese Woche wohl auch noch zu Ende lesen.

Nun habe ich aber grade ein anderes Buch durchgelesen, das mir beim Zeittotschlagen im nächsten Buchladen in die Hände fiel: The Zombie Autopsies. Secret Notebooks from the Apokalypse von Steven Schlozman, seines Zeichens Assistenzprofessor für Psychiatrie in Harvard. Nun muss man wissen, dass ich Zombies wirklich, wirklich gruselig finde. Ich gucke keine Zombiefilme (ich kennen nur Shaun oft he Dead), spiele keine Spiele, in denen Zombies vorkommen und meide auch sonst alles, was mit Zombies zu tun hat, weil ich mir ziemlich sicher bin, davon Albträume zu bekommen. Mein Freund findet diese…öhm…Kreaturen aber ganz witzig, also habe ich’s erstmal mitgenommen und, ich kann nicht aus meiner Haut, sofort angefangen. Und mir gefällt es in der Tat ausgesprochen gut.

Das Buch spielt 2013, zwei Drittel der Menschheit sind bereits durch das Zombie-Virus ANSD dahingerafft worden bzw. befinden sich im letzten Stadium der Krankheit, und das noch nicht infizierte, übrige Drittel der Menschheit hat sich auf Inseln in Bunkern verkrochen. Eindämmungsversuche mit nuklearen und anderen Sprengstoffen haben nichts gebracht außer der ökologischen Superkatastrophe für den Planeten, die inzwischen in Zombies verwandelten Menschen sind einfach unkaputtbar. In diesem Setting hat sich eine Gruppe Wissenschaftler bereiterklärt, Forschungen und Autopsien an Phase-IV-Zombies vorzunehmen, wohlwissend, dass sie dabei selbst infiziert und zu Zombies werden, um eine Heilungsmöglichkeit oder Impfwirkstoff zu finden. Alle vorherigen Versuche schlugen fehl.  Man erlebt die Tage des Forschungsteams aus Sicht Dr. Blums, dessen Tagebuch gefunden wurde, und der nicht nur die Ereignisse schildert, sondern auch die medizinischen Funde, Theorien und Hypothesen, medizinische Grafiken und jede Menge Hintergrundinformationen einfügt.

Das Buch ist wie ein Bericht der UNO und der WHO aufgezogen. Im Mittelpunkt steht Dr. Blums Tagebuch, das während einer weiteren Exkursion zu dem Labor gesichert wurde, und sowohl im Vorwort des Berichtes als auch im Anhang finden sich genügend Erklärungen, in welchem Zustand sich die Welt befindet. Es ist zudem so aufgezogen, dass jeder Mensch es verstehen und vielleicht etwas zu Rettung der Menschheit beitragen kann, denn die Menschheit ist dezimiert und kann sich den Luxus, nur auf Menschen mit Doktorgrad zurückzugreifen, nicht leisten.

In The Zombie Autopsies ist das Virus menschengemacht, und zusammen mit den Schilderungen Blums und den Bildern in seinem Tagebuch ist das eine mehr als gruselige Vorstellung, dass ein Mensch so etwas auf die Menschheit loslässt. Im Anhang des Berichtes finden sich aber sichergestellte Emails, die die Motive für eine solche Tat so realistisch und skrupellos-menschlich darstellen, dass man sich tatsächlich vorstellen kann, dass so etwas wirklich gezüchtet wird. Und im Zeitalter von ABC-Waffen, machthungriger Regierungen und geldgeiler Wirtschaftsunternehmen scheint das alles gar nicht mehr wie eine fiktive Horror-Story, sondern eher wie eine nicht so weit hergeholte Dystopie.

Kurz angerissen wird hier auch die Problematik der Ethik. Ab wann ist ein Mensch kein Mensch mehr und ab wann darf man an ihm Versuche betreiben, zumal am nicht betäubten Körper?

Ich kann The Zombie Autopsies nur wärmstens empfehlen. Ich für meinen Teil habe für heute Abend jedenfalls den Plan, mir zusammen mit meinem Freund, für den das Buch eigentlich gedacht war, einen Zombiefilm anzugucken. Jetzt grade machen mir Zombies Spaß.

Edit: Ich hab’s mit dem Zombiefilm wirklich versucht. Es war sogar eher eine Komödie – Zombieland – aber ich konnte es einfach nicht ertragen. Ende vom Lied war, dass wir den Film ausgemacht, ein Hörspiel gestartet haben und ich die ganze Nacht von Zombies geträumt habe. Ich finde Zombies einfach gruselig!

 

 

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