Es ist nicht so, dass ich aufgehört habe zu lesen. Ich habe viel mehr das Problem, dass ich in letzter Zeit vor allem jede Menge Fehlgriffe gehabt habe bzw. Bücher kaufe, auf die ich nach dem ersten Kapitel erstmal oder überhaupt keine Lust mehr habe. Beispiele gefällig?

Gefährliche Ideen. Von der Macht des ungehemmtern Denkens von Alf Rehn ist ein Exemplar aus der Kategorie Fehlkauf. Titel ansprechend, Front ansprechend, Aufmachung ansprechend…da muss man einfach zuschlagen. Im Klappentext steht: „…die Kreativität, die sie in diesem Buch finden werden: schmutzig und weltverändernd…Sie ist Revolution! Sie ist Punk! Sie ist gefährlich!“ …echt? Bisher merke ich wenig von „Punk“ und „Revolution“. Mag sein, dass man nach einem knappen Drittel noch kein aussagekräftiges Urteil fällen kann, aber was, bitte, soll denn auf den folgenden zwei Dritteln noch kommen? Derzeit quäle ich mich eher mit dem Buch als dass es mir Freude bereitet, und ich muss mich überwinden, es in die Hand zu nehmen. Also parke ich es erstmal. In zweiter Reihe. Bis ich vielleicht Lust drauf habe.

Ein anderes Beispiel ist Lonesome George oder Das Verschwinden der Arten von Lothar Frenz. Es gehört zu der Gattung „Erstes Kapitel gelesen und kein Bock mehr“, steht wieder im To Read Regal und wartet auf seine Zeit.

„Warum verkauft oder verschenkt die dann nicht einfach die Bücher, die sie nichtnicht leiden kann und sie anöden?“ Die Antwort ist simpel: ich besitze gerne Bücher. Außerdem habe ich es schon oft erlebt, dass ich jetzt zwar keine Lust auf den Schmöker habe, ihn aber später (was bis zu vier Jahre dauern kann) verschlinge. So passiert mit Die Rebellin von Trudi Canavan, was später noch in einen Suchtkauf am Sonntag Vormittag am Bahnhof ausartete, damit ich so schnell es geht weiterlesen kann. Jetzt grade habe ich Ein todsicherer Job von Christopher Moore, der auch Die Bibel nach Biff geschrieben hat (Lesebefehl!), in der Tasche, und amüsiere mich königlich. Gekauft habe ich es bereits…uff…vor Jahren. Auch so um die vier, eher sechs.

Solange ich keine Lust auf ein bestimmtes Buch habe, wird es fachgerecht im Bücherregal verstaut oder verliehen. Die Rebellin ging, bevor ich es gelesen habe, durch mindestens drei Händepaare. Und auch Gefährliches Denken und Lonesome George werden vermutlich erstmal ein Dekodasein fristen.

 

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