Becca Fitzpatrick ~ Hush Hush

 

Als ich Hush Hush von Becca Fitzpatrick das erste mal in Händen hielt, war ich von den Klappentexten der Bücher, die ich zuvor in Händen gehalten hatte, frustriert und mega genervt. Irgendwie klang alles verdächtig nach Twilight: einfaches Menschenmädchen mit vorzugsweise zweifelhaftem Sozialverhalten verliebt sich in mysteriösen, dunklen Typen, der sich später – surprise, surprise – als Vampir/Werwolf/Elf/beliebige Fantasy-Figur entpuppt. Nun, Fitzpatrick verpsrach einen gefallen Engel, die in der derzeitigen Teenie-Literatur ziemlich unterrepräsentiert sind. Ich nahm es mit, nur um Monate später, als ich endlich Muße hatte, es zu lesen, festzustellen, dass es eben doch nach Twilight-Abklatsch riecht.

Zur Story: Norah landet im Bio-Unterricht aus einer Laune des Lehrers heraus auf einmal neben Patch, einem zwielichtigen Typen, und – guess what – sie fühlt sich trotz alarmierenden Bauchgefühlen und schrillenden Alarmglocken wie magisch zu ihm hingezogen. Sie lehnt regelmäßig Treffen mit ihm ab, nur um sie unter einem Vorwand dann doch wahrzunehmen. Sie entgeht mehrmals mysteriösen Mordanschlägen und findet sich allgemein häufig in absurden Situationen wieder, nach denen auch noch die Beweise für das Geschehene fehlen. Muss wohl der Preis sein, wenn man mit einem gefallenen Engel rumhängt. Dann ist da noch Norah beste Freundin Vee, die außer Typen, Sex und Plänen, wie sie beides bekommen kann, nichts in der Birne zu haben scheint, und über die „Freundschaft“ zu Norah wollen wir mal den Deckmantel des Schweigens legen. Dass mit Mr. Nice Guy Elliot und mit Mrs. Greene definitiv was nicht stimmt, merkt man eigentlich schon nach den ersten drei Sätzen und man wartet nur auf die Stelle, wo es sich dann endlich bestätigt. Das Ende ist meiner Meinung nach eine literarische Katastrophe. Krampfhaft auf Spannung und Tempo angelegt, wirkte es mühsam zusammengeschustert, es holperte und Krachte, und unterm Strich waren so viele Charaktere an den verschiedenen Anschlägen auf Norah beteiligt, dass ich nicht mehr durchblickte, wer nun was getan hatte. Patchs selbstloser Entschluss am Ende, der so gar nicht zur bisherigen Story und dem, was ihn angetrieben und was er erzählt hat, passt, ist nur das Sahnehäubchen auf einer konstruierten Geschichte, die sich zwar Flüssig runterliest (und ich mochte das Buch tatsächlich nicht aus der Hand legen), aber derartig abstrus ist, dass ich keine Lust habe, die nächsten Bücher zu lesen.

Die Charaktere leisten ihr Übriges dazu. So flach sind wie das Papier, auf dem sie beschrieben werden, nerven sie einen schnell (Norahs absolut kindische Naivität und Zickereien; Vees Sexy-Vamp-Getue; …), wobei von allen noch Vee am Schlimmsten ist: Tiefgang wie ein Schlauchboot. Die anderen folgen ihr aber auf dem Fuß, ich habe selten ein Buch mit so von der Autorin unentwickelten Charakteren gelesen.

 

Fazit: Kann man lesen, muss man nicht. Das Cover ist hübsch, und man könnte aus einem gefallenen Engel bestimmt eine großartige Story schreiben. Fitzpatrick hat’s versemmelt.

Cheers,
Em

Advertisements

Ein Gedanke zu “Becca Fitzpatrick ~ Hush Hush

  1. Pingback: Das war 2012 | bibliophiliachaotica

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s